WordPress 7.1: neue Features

WordPress-Logo. Neue Features 7.1

WordPress-Admins, und damit auch alle WooCommerce-Shopbetreiber, dürfen sich freuen. Am 19. August, dem letzten Tag des WordCamps US, erscheint WordPress 7.1. Wie schon beim letzten großen Update auf Version 7.0 gibt es eine ganze Menge neuer Features. Hier sind die Highlights:

  • Neue Blöcke. Spoiler: Tabs-Block
  • Verbesserte Blöcke. Spoiler: Galerie-Block
  • Bessere Designoptionen. Spoiler: Reaktion auf Mauszeigerkontakt
  • Verbesserte Bildbearbeitung. Spoiler: Bilder drehen
  • Verbesserte API. Spoiler: Icon-Sets einbinden

Doch bevor es ins Detail geht, noch ein kleiner Sicherheits-Tipp für WordPress (und alle anderen Content-Management-Systeme):

Safety First: Erst Backup, dann Update!

Der beste Zeitpunkt für ein WordPress-Backup ist kurz vor dem Update! Wie das in fünf Minuten funktioniert, wird hier Schritt für Schritt erklärt: WordPress Backup anlegen.

Blöcke sind für Anwender am wichtigsten

Die Neuerungen von WordPress 7.1. sind so umfangreich. dass ich mir einen Schwerpunkt gesetzt habe, und zwar bei den Blöcken. Die Reise durch WordPress 7.1 beginnt bei mit zwei völlig neuen Gutenberg-Blöcken: dem Tabs-Block und dem Playlist-Block.

Was sind Gutenberg-Blöcke?

Seit WordPress 5.5 gibt es in WordPress Blöcke, die an jeder Stelle der Website eingefügt werden können. Diese werden auch Gutenberg-Blöcke genannt und sind schon in WordPress an Bord. Installieren Sie deshalb auf keinen Fall das Gutenberg-Plugin, es ist nur für den Beta-Test neuer Blöcke konzipiert!

Die Kombination von WordPress & WooCommerce

Tipp für Händler, die einen Webshop mit WordPress und WooCommerce betreiben. Die drei Bauteile für einen standesgemäßen Shop sind:

Wero als bevorzugte Zahlungsart – Wero ist kostengünstig

WordPress für die Website – WordPress ist kostenlos

WooCommerce für die Shopfunktion – WooCommerce ist kostenlos

Neu in WordPress 7.1: Tabs-Block

Der Tabs-Block in WordPress ist ein Inhaltsblock, mit dem Sie mehrere Inhalte in Reitern (Tabs) innerhalb eines einzigen Bereichs darstellen können. Website-Besucher können dann per Klick zwischen den Tabs wechseln, ohne die Seite neu zu laden, was den Aufruf von Inhalten per Smartphone verbessert. Der Tabs-Block eignet sich prima, um Detail-Inhalte wie Produkthinweise platzsparend unterzubringen.

Tabs-Block anlegen

Den Tabs-Block finden Sie beim Erstellen oder Bearbeiten eines Beitrags oder einer Seite links oben über dem Block-Inserter (dem +-Zeichen). Wenn Sie in die Suche des Block-Inserter „tabs“eingeben, erscheint auch schon das passenden IconTabs.

Mit einem Klick auf das Tabs-Icon ist der neue Block auch schon eingefügt. Die Konfiguration dieses neuen Blocks ist nicht schwer zu verstehen. Sie können beliebig viele Tabs hinzufügen und auch wieder entfernen. Innerhalb jedes Tabs können Sie dann beliebige andere Blöcke einfügen, zum Beispiel den zweiten neuen Block, den Playlist-Block.

Der Tabs-Block ist für alle WordPress-Admins interessant, der Playlist-Block.nur dann, wenn Sie Audio-Inhalte einfügen, also zum Beispiel Musiker oder Podcaster sind.

Neu in WordPress 7.1: Playlist-Block

Sie bieten auf Ihrer Website Audio-Dateien an, zum Beispiel Musik, Hörbücher oder Podcast-Folgen? Dann kennen Sie mit Sicherheit schon den Audio-Block. Der Audio-Block bietet allerdings nur Grundfunktionen wie Abspielen, Pause und Stoppen und sieht auch nicht besonders attraktiv aus.

Wesentlich attraktiver ist der Playlist-Block. So finden den neuen Block entweder, wie oben erklärte, über die Block-Suche, oder über den Abschnitt Medien.

So wählen Sie den Playlist-Block nicht über die Suche, sondern über „Herunterscrollen“ aus:

  1. Nachdem Sie im Bearbeitungsmodus auf das Pluszeicheh links oben geklickt haben, hat sich die Blöcke-Übersicht geöffnet.
  2. Scrollen Sie zum Abschnitt Medien.
  3. Wählen Sie das Icon Playlist aus.

In die Wiedergabeliste können Sie Audiodateien hochladen, die dann automatisch in der Mediathek landen, oder Audiodatein einfügen, die sich bereits in der Mediathek befinden.

Die Playliste kann auch gemischt mit verschiedenen Audio-Formaten befüllt werden, zum Beispiel mp3 und wav.

Das Beste an der Playlist ist die Darstellung des aktuell engewählten Track mit einer sogenannte Hüllkurve. Damit lassen sich die interessanten Stellen eines Stücks besser auffinden.

Verbessert in WordPress 7.1: Galerie-Block

In WordPress 7.1 sind nicht nur neue Blöcke enthalten, es gibt zudem Verbesserungen bei bestehenden, zum Beispiel dem Galerie-Block. Verbessert wurde der Lightbox-Modus.

Der Lightbox-Modus

Wie ein normaler Bild-Block verfügte auch der Galerie-Block über einen Lightbox-Modus. Im Lightbox-Modus erscheint ein Bild beim Anklicken ablenkungsfrei und hervorgehoben.

Lightbox-Modus aktivieren

Um den Lightbox-Modus zu aktivieren, klicken Sie beim entsprechenden Bild in der schwebenden Palette oberhalb des Bildes auf das Kettensymbol und wählen anschließend Vergrößern bei Klick. Das Bild mit einem Lightbox-Effekt skalieren.

Der Lightbox-Modus von 7.0

Die Möglichkeit, mit Pfeiltasten rechts und links durch alle Bilder einer Galerie zu navigieren, ohne den Lightbox-Modus zu verlassen, wurde mit WordPress 7.0 eingeführt. Ein Galerie-Plugin ist seitdem nur noch für WordPress-Admins nötig, die sich zum Beispiel auf Kunst oder Fotografie spezialisiert haben.

Wie ist das eigentlich mit den WooCommerde-Blöcken?

Frage: Wann erscheinen neue WooCommerce-Blöcke? Antwort:

  • Neue und verbeserte WooCommerce-Blöcke erscheinen nicht mit einer neuen WordPress-Version.
  • Neue und verbeserte WooCommerce-Blöcke erscheinen mit neuen WooCommerce-Versionen.
  • Hier geht es zur WooCommerce-Roadmap.

Neues Feature im Galerieblock: Wischgeste

Neu in WordPress 7.1 ist die Möglichkeit, auf dem Handy oder Tablet mit Wischgesten durch eine Galerie zu navigieren.

Verbessert in WordPress 7.1: Bildbearbeitung

WordPress ist zwar kein Bildberabeitungsprogramm, aber die bisher sehr rudimentären Möglichkeiten des Bildeditors sind jetzt übersichtlicher und wurden auch ein wenig erweitert.

Geöffnet wird der Bildeditor in der Mediathek mit einem Klick auf das Bild und anschließend auf den Button Bild bearbeiten. Die Bildbearbeitung ist in drei Kategorien unterteilt:

  1. Zuschneiden
  2. Skalieren
  3. Bilddrehung

Sie können Bilder zwar nur in Stufen drehen, aber im Vergleich zu früher sind die Bildbearbeitungsfunktionen geradezu explodiert.

Neu in WordPress 7.1: Zustand bei Mauszeigerkontakt ändern (Hover-Effekt)

Wer schon länger im Webdesign unterwegs ist, kennt noch ein Feature, das früher mühsam per HTML und CSS-Code in eine Website eingefügt wurde: bei Mauszeigerkontakt ändert sich ein Element in der Schriftfarbe, der Hintergrundfarbe oder auch der Grüße. Dieses „Hover-Feature“ ist mit WordPress 7.1 wieder da und lässt sich ohne Codeeingabe einrichten. So funktioniert es:

  1. Wählen Sie in der Hauptspalte einen geeigneten Block aus, zum Beispiel einen Button-Block
  2. Wählen Sie in der rechten Seitenleiste Block aus und klicken Sie auf die drei kleinen senkrechten Punkte rechts vom angezeigten Namen des Blocks.
  3. Im Kontextmenü wechseln Sie von Standard auf Bei Mauszeigerkontakt.

Jetzt können Sie in der rechten Seitenleiste neue Farben, Ränder, Größen oder Schatten für den ausgewählten Block auswählen.

Neu in WordPress 7.1: Responsive Stile

In der oberen Menüleiste von WordPress konnten Sie bisher nur zwischen verschieden Ansichten auswählen und prüfen, wie Ihre Website auf dem Desktop, dem Tablet und dem Smartphone ausgespielt wird. Diese drei Bildschirmgrößen werden auch Viewports genannt. Mit WordPress 7.1 haben Sie die Möglichkeit, die Darstellung auf diese Viewports genauer auszurichten. Klicken Sie dazu auf den Punkt Responsive Stile. Allerdings ordnet WordPress schon sehr lange alle Blöcke so an, dass sie je nach Endgerät optimal dargestellt werden.

Ob Sie diese Funktion nutzen, bleibt Ihnen überlassen. Ich nutze lieber für die seltenen Fälle, in denen das notwendig ist, eine Funktion von WordPress 7.0: Blöcke ausblenden.

Ein Beispiel: Ein Tabellen-Block soll ausgeblendet werden. Ein Wochenplan, in eine Tabelle gepackt, wird auf einem Smartphone nicht übersichtlich dargestellt. Für dieses Problem hat WordPress seit 7.0 die Lösung: Blöcke können für Desktop, Tablet oder die mobile Ansicht ausgeblendet werden.

Anleitung zum Ausblenden am Beispiel des Tabellen-Blocks:

  1. Auf das 3-Punkte-Menü Klicken
  2. Ausblenden wählen
  3. Tabellen-Block für mobile Ansicht ausblenden

Nach dieser Aktion kommt noch ein bisschen Fleißarbeit auf WordPress-Admin zu. Es sollen ja keine Inhalte für bestimmte Usergruppen verloren gehen. Jetzt heißt es, einen Textblock (in WordPress nennt er sich Absatz-Block) zu erstellen und die Inhalte der ausgeblendeten Tabelle als Text zu formulieren. Dieser Textblock muss dann, damit Inhalte nicht doppelt erscheinen, für Desktop und Tablet ausgeblendet werden.

Neu in WordPress 7.1: Icons über die API einbinden

Mit WordPress 7.0 hat die Icon-Bibliothek in WordPress Einzug gehalten. Sie öffen Sie über den Icon-Block.

Mit WordPress 7.1 wurde die API verbessert, also die Schnittstelle zwischen WordPress und anderen Programmen. Diese Veerbesserung erleichtert es, den Herstellern von Plugins und Themes, zusätzliche Icons in WordPress zu integrieren. Apropos Themes …

Kleine Anmerkung zu Themes

  • Twenty Twenty-Five (TT5) ist immer noch das aktuelle Standardtheme
  • Twenty Twenty-Six (TT6) wurde nicht produziert
  • Twenty Twenty-Seven (TT7) erscheint mit WordPress 7.2 im Dezember 2026
Warum gibt es kein Theme Twenty Twenty-Six?

WordPress veröffentlichte bisher jedes Jahr (außer 2018) eine neues Standardtheme, warum gibt es jetzt plötzlich eine Pause? Dass es kein neues Standardtheme Twenty Twenty-Six gibt, kann auch als Signal verstanden werden: WordPress entfernt sich von der Idee, jedes Jahr ein neues fertiges Design zu liefern und setzt stattdessen auf die neuen Werkzeuge: Blöcke, Stile und Templates.

Blöcke, Stile und Templates übernehmen das Design

Die Neuerungen im Design finden in WordPress immer weniger über Themes statt und immer mehr über neue Features in den Gutenberg-Blöcken, den Stilen und den Templates. Vielleicht wäre es auch gar nicht so schlecht, wenn Standardthemes nur noch im zweijährigen Turnus neu erscheinen.

Zurück zum Thema. Was ist sonst noch neu in WordPress 7.1?

Neu in WordPress 7.1: Verbesserte Leistung

Zahlreiche Fehlerbehebungen und Leistungsverbesserungen. Über 310 Tickets für den WordPress-Kern, auch WordPress-Core genannt, wurden bearbeitet.

Neu in WordPress 7.1: Viewport Breakpoint Customization

Über die theme.json können die Entwickler von WordPress-Themes nun eigene Breakpoints definieren und das responsive Verhalten je nach Endgerär des Users optimal abzustimmen.

Neu in WordPress 7.1: Interne Kommentare

In WordPress werden können jetzt auch interne Kommentare hinterlassen werden, also im Admin-Bereich. Wer sehr lange an einem Beitrag arbeitet oder einen Beitrag noch von jemandem absegnen lassen muss, kann diese Funktion vielleicht brauchen.

WordPress 7.1 Fazit

Gut gemacht, liebe WordPress-Entwicklerinnen und Entwickler! Die Version 7.1 ist ein weiterer Schritt zu einem WordPress, das komplett über grafische Oberflächen zu bedienen ist. WordPress 7.1 ist ein großer Wurf geworden.

Vorschau zu WordPress 7.2

Das nächste WordPress-Update ist für den 10. Dezember 2026 geplant. Highlights von WordPress 7. 2 sind:

  • Das neue Standardtheme Twenty Twenty-Seven
  • Der neue Table-of-content-Block, also ein anklickbares Inhaltsverzeichnis
  • Die Echtzeit-Kollaboration

Das neue Standardtheme Twenty Twenty-Seven

Das neue Standardtheme Twenty Twenty-Seven steht an. Nach dem ausgelassenem Standardtheme 2026 ist die WordPress-Community sehr gespannt!

Der Table-of-content-Block

WordPress 7.2 liefert den Table of Contents-Block mit, also den Inhaltsverzeichnis-Block. Dieses Inhaltsverzeichnis erstellt WordPress automatisch aus den Überschriften und Zwischenüberschriften eines Textes.

Inhaltsverzeichnis anpassen

Die Überschriften sind in WordPress, das ja auf HTML basiert, in den Ebenen H1 (höchste Ebene) bis H6 (unterste Ebene) organisiert. In der rechten Seitenleiste können Sie auswählen, welche Überschriftenebenen in das Inhaltsverzeichnis übernommen werden.

Kommentar: Früher brauchte man dafür noch ein Plugin, ab WordPress 7.2 ist der TOC (Table of Contents) schon in WordPress enthalten. Das ist prima, denn jedes Plugin verlangt Aufmerksamkeit und ist ein Sicherheitsrisiko.

Die Echtzeit-Kollaboration

Ähnlich wie bei Google Docs können ab WordPress 7.2 mehrere Personen gemeinsam an bestimmten Stellen zusammenarbeiten. Diese Funktion dürfte die Masse der WordPress-Anwender allerdings nicht betreffen. Interessant ist sie wohl eher für sehr umfangreiche und komplexe Projekte, an denen große Teams beteiligt sind. Ich persönlich halte dieses Feature für überschätzt. WordPress hat ja schon ein Rollensystem, mit dem sich das gemeinsame Arbeiten organisieren lässt. Zwar nicht in Echtzeit, aber mit klar definierten Zuständigkeiten.

Portrait Bernd Schmitt

Fragen & Anmerkungen zu WordPress 7.1 bitte in die Kommentare schreiben …

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