Am 10. Dezember 2026 erscheint das nächste WordPress-Standardtheme. Es trägt den selbsterklärenden Namen Twenty Twenty-Seven. Wer eine Website mit WordPress oder einen Webshop mit WooCommerce betreibt, wundert sich jetzt:
Wo ist Twenty Twenty-Six?
Wo ist denn eigentlich das Theme Twenty Twenty-Six geblieben? Hab ich da was verpasst? Nein, WordPress hat ein Jahr übersprungen, es gab für 2026 kein Standardtheme.
Warten auf Twenty Twenty-Seven
Das ist der aktuelle Stand der Theme-Entwicklung von WordPress:
- Twenty Twenty-Six wurde übersprungen
- Twenty Twenty-Seven erscheint mit WordPress 7.2
- Release von WordPress & Twenty Twenty-Seven am 10. Dezember 2026
Drei Standardthemes im Backend
Wer WordPress 7.2 neu installiert, findet dann diese drei Standardthemes im Backend:
- Theme Twenty Twenty-Four (TT4)
- Theme Twenty Twenty-Five (TT5)
- Theme Twenty Twenty-Seven (TT7)
Die Zielgruppe von Standardthemes
Ein Standardtheme deckt zwar grundsätzlich alle Einsatzbereiche von WordPress ab, aber es gibt trotzdem eine Ausrichtung auf eine primäre Zielgruppe. Die beiden letzten Standardthemes, TT4 und TT5, waren für bestimmte Einsatzgebiete besonders gut geeignet.
TT4 – das ideale Portfolio-Theme

Twenty Twenty-Four war mit Muster-Content ausgestattet und primär auf Portfolio-Websites ausgerichtet. Ideal für die Erstellung einer Website für eine Bank, eine Schreinerei oder ein Yogastudio.
TT5 – das ideale Blog-Theme

Twenty Twenty-Five war clean, ohne Muster-Content ausgestattet und primär auf Blogs ausgerichtet. Auch demoshops.de läuft auf dem Standardtheme Twenty Twenty-Five.
Die primäre Zielgruppe von TT7
An wen richtet sich TT7 primär? Es ist nicht auszuschließen, das sich diesmal die E-Commerce-Anwender freuen dürfen. Das WooCommerce-Standardtheme Storefront ist nämlich in die Jahre gekommen. Storefront ist noch aus der Vor-Gutenberg-Ära, niemand will damit heute noch einen Shop neu aufsetzen. Aber viele Shopbetreiber haben Storefront noch laufen und wollen so schnell wie möglich wechseln. Dieses Problem könnte mit dem Release von TT7 gelöst werden.
Standardthemes vs Pagebuilder-Themes
Nun zu einer grundsätzlichen Frage: Was ist besser, ein von WordPress bereits integriertes Standardtheme oder ein Pagebuilder-Theme wie Divi, Enfold oder Blocksy?
Es gibt ja immer noch Menschen, die nach der Installation von WordPress sofort auf ein Pagebuilder-Theme wechseln und die drei vorinstallierten Standardthemes so schnell wie möglich deinstallieren. Nun ist aber WordPress seit der Version 5.0 (seit 2018) mit dem hauseigenen Pagebuilder Gutenberg ausgestattet. Am Anfang wurde Gutenberg heftig kritisiert, doch mit jeder neuen Version kamem neue Blöcke hinzu und der Abstand zwischen den etablierten Pagebuildern schrumpfte. Es gibt aber auch viele weitere Gründe, die für die Verwendung der „langweiligen“ WordPress- Standardthemes sprechen.
15 Vorteile von WordPress Standardthemes
Diese Vorteile bieten die Standardthemes von WordPress, auch Default-Themes genannt:
1. Hohe Stabilität und Zuverlässigkeit
Standardthemes werden in Abstimmung mit dem WordPress-Core-Team entwickelt und intensiv getestet. Sie funktionieren sie zuverlässig mit neuen WordPress-Versionen und verursachen seltener Fehler als andere Themes.
2. Schnelle Updates und lange Pflege
Standardthemes werden regelmäßig aktualisiert, oft zeitgleich mit neuen WordPress-Versionen. Das sorgt für Sicherheit, Kompatibilität und Zukunftsfähigkeit. Außerdem werden Standardthemes über Jahrzehnte aktualisiert!
3. Schnelle Ladezeiten
Standardthemes sind schlank programmiert und verzichten auf unnötige Funktionen. Standardthemes haben schnelle Ladezeiten.
4. Sauberer Code
Standardthemes halten die WordPress-Coding-Standards ein. Das erleichtert die Weiterentwicklung, reduziert Fehlerquellen und macht den Code auch für andere Entwickler verständlich.
5. Hohe Kompatibilität mit Plugins
Standardthemes funktionieren mit fast allen Plugins problemlos. Falls nicht, liegt es am Plugin. Plugin-Konflikte treten bei Standardthemes seltener auf als bei Pagebuilder-Themes.
6. Barrierefreiheit wird berücksichtigt
Standardthemes erfüllen die aktuellen Accessibility-Vorgaben. Das ist besonders hilfreich für Websites, die nach den Vorgaben des BFSG (Barrierefreiheits-Stärkungs-Gesetz) erstellt werden. Außerdem verbessern barrierefreie Websites die Usability für alle Besucher und wirken sich positiv auf die Suchmaschinen aus. Barrierefreiheit ist auch SEO (Search Engine Optimization)!
7. Geringere Abhängigkeiten
Bei Standardthemes gibt keine Abhängigkeit von einzelnen Theme-Entwicklern oder Herstellern. Gut für Websites, die über Jahrzehnte stabil funktionieren müssen.
8. Problemloser Themewechsel
Beim Auswechseln eines Standardthemes bleibt der Content erhalten. Standardthemes sind nicht mit proprietären Shortcodes oder Layout-Systemen belastet. Beiträge, Kommentare, Seiten und Produkte lassen sich problemlos in ein anderes Theme übernehmen – auch in ein aktuelleres Standardtheme.
9. Kein Lock-In-Effekt
Standardthemes können, müssen aber nicht alle WordPress-Funktionen nutzen. Die Website bleibt flexibel und kann jederzeit weiterentwickelt oder migriert werden.
10. In WordPress einlernen

Sich in komplexe Optionen einzuarbeiten, die dann aber nur für ein einziges Theme nützlich sind, ist eine Syphusarbeit. Dann lieber den Gebrauch der etablierten WordPress-Werkzeuge lernen. Grobe Anpassungen (Farben, Schriftarten und Abstände) werden mit der Auswahl und Anpassung von Stilen erledigt, für die Feinarbeit sind Templates und Blöcke zuständig.
11. Vorteile gegenüber Pagebuildern
Pagebuilder bringen diese Nachteile mit sich:
- aufgeblähter Code und schlechte Ladezeiten
- Abhängigkeit vom jeweiligen Hersteller
- kein Themewechsel möglich
- höhere Fehleranfälligkeit bei Updates
- eingeschränkte Wartbarkeit
12. Standardthemes sind kostenlos
Die Standardthemes von WordPress sind vollständig kostenlos. Es fallen keine Lizenzgebühren an, weder für einzelne Websites noch für hundert Installationen. Das reduziert die Projektkosten erheblich und macht sie besonders attraktiv für kleinere Budgets. Es gibt auch keine dauerhaften oder versteckten Kosten für Updates oder Supportverlängerungen.
13. Leichtere Fehleranalyse
WordPress-Fehlermeldungen nerven. Aber bei der Verwendung von Standardthemes lassen sie sich wenigstens eingrenzen und hoffentlich identifizieren.. Zudem sind Standardthemes so weit verbreitet, dass Probleme gut dokumentiert sind und Lösungen schneller gefunden werden.
14. Erleichterte Fehleranalyse und Debugging
Mein Hauptargument für den Einsatz von Standardthemes sind diese beiden, oft in WordPress- Supportforen zu findenden Sätze:
„Welches Theme hast du denn im Einsatz? Wechsel doch mal auf das Standardtheme, damit wir den Fehler besser eingrenzen können“
Typische Antwort auf dem WordPress-Supportforum
15. Zusammenarbeit mit Twentig
Die Standardthemes TT4 und TT5 arbeiten sehr gut mit dem kostenlosen Plugin Twentig zusammen. Wer Twentig nicht kennt: Es hübscht die Gutenberg- Blöcke enorm auf, ich habe es auch hier auf demoshops.de im Einsatz.
Plugin-Tipp: Twentig

Für alle, die auch so gerne wie ich mit WordPress-Standardthemes arbeiten, hab ich einen heißen Plugin-Tipp: Twentig. Das kostenlose Plugin wurde von der WordPress-Community mit 4,9 von 5 möglichen Sternen ausgezeichnet. Noch ist es mit über 20.000 Usern ein Geheimtipp, aber das wird mit Sicherheit nicht so bleiben. Hier sind einige Highlights dieses für Standardthemes optimierten Plugins:
1. Twentig erweitert die Optionen für Gutenberg-Blöcke

Was Twentig nicht macht, ist das Hinzufügen von Blöcken. Twentig erweitert aber die Gutenberg-Blöcke mit zusätzlichen Designoptionen. Dadurch lassen sich Layouts verbessern, ohne auf Elementor oder andere Pagebuilder zurückgreifen zu müssen. Hier ist ein kleines Beispiel für den Listenblock: Mit Twentig lassen sich vor den Einträgen einer Liste nicht nur Punkte oder Häkchen, sondern auch Pfeile setzen:
- Link 1
- Link 2
- Link 3
Solche Pfeile eignen sich sehr gut für Linklisten.
2. Twentig bringt neue Block-Patterns in den Vorlagen-Tab

WordPress-Anwender wissen: Über den Block-Inserter, das Pluszeichen links oben, öffnen sich diese drei Tabs:
- Blöcke
- Vorlagen (Patterns)
- Medien
Nach der Installation von Twentig wird im Tab 2, den Vorlagen (Patterns), die Auswahl erheblich größer.
Patterns sind Kombinationen von Gutenberg-Blöcken. Diese Patterns beschleunigen die Erstellung von Seiten und sorgen für ein einheitliches Design.
3. Symbole für den Detail-Block

Twentig ergänzt neue Symbole für den Details-Blocks, zum Beispiel ein eingekreistes Plus-Zeichen. Erkennbar ist der Zuwachs an den beiden kleinen Buchstaben tw oberhalb der Icon-Auswahl. Hier ist ein Beispiel für einen Details-Block:
4. Twentig ermöglicht coole Animationen

Mit Twentig lassen sich auch coole Animationen erstellen:
- Auf das Zahnrad in der rechten Seitenleiste klicken
- Animation auswählen
Die Dauer der Animation kannst du mit dem Schieberegler eingestellt werden. Hier ist ein Beispiel für eine Animation:
Mit Twentig animiert.
Blöcke ohne CSS-Code bearbeiten
Das waren nur einige Highlights für Design-Änderungen, die sonst nur per CSS oder PHP möglich wären. Mit Twentig lassen sie sich per Klick direkt in der rechten Seitenleiste ausführen. Und im Gegensatz zu vielen Pagebuildern bleibt der mit Twentig aufgehübschte erzeugte Inhalt sauber strukturiert und unabhängig. Auch ohne Twentig bleibt der Content erhalten und nutzbar. Im Klartext: Wenn Sie Twentig deaktivieren oder löschen, bleibt kein Codemüll zurück. Probieren Sie das lieber nicht mit einem Pagebuilder.
Twentig Starter-Sites

Ein weiteres Feature, das ich immer im Blick habe, sind die Starter-Sites von Twentig. Bisher stehen vier Startersites zur Verfügung:
- Business Starter
- Portfolio Starter
- Blog Starter
- Personal Starter
Die Starter-Sites von Twentig sind dafür gedacht, dir einen schnellen Einstieg in ein WordPress-Projekt mit Standardthemes zu ermöglichen. Sie liefern fertige Website-Grundgerüste, die Sie direkt anpassen könne, statt bei null zu beginnen. Die Vorteile:
Schnell eine Website erstellen
Starter-Sites bieten komplette Websites mit mehreren verlinkten Seiten und Beispiel-Inhalten. Sie können sofort loslegen und müssen nicht erst Design und Struktur entwickeln.
Über-uns und Kontaktseite sind schon angelegt
Seiten wie Startseite, Über uns oder Kontakt sind bereits angelegt und in der Navigation verlinkt.
Grundlage für Anpassungen
Die Inhalte und Designs können leicht ersetzt und angepasst werden. Texte, Bilder und Farben lassen sich schnell ändern.
Für Standardthemes optimiert
Die Starter-Sites sind speziell für Standardthemes entwickelt. Sie schöpfen die Möglichkeiten des Block-Editors optimal aus.
Konsistentes Design
Starter-Sites sind „Vor-designt“. Es wirkt alles sofort professionell.
Themewechsel möglich
Bei einem späteren Themewechsel bleiben die via Twentig angelegten Seiten erhalten!
Twentig deaktivieren
Twentig lässt sich im Gegensatz zu Elementor und anderen Pagebuildern auch wieder stressfrei deaktivieren. Was dann passiert, habe ich selbst ausprobiert. Das Ergebnis:
- Bei den Blöcken greift der Fall-Back-Modus. Die Spezialeffekte werden durch Standardeinstellungen ersetzt. Beispiel: Aus den Pfeilen in der Liste werden wieder Bullets.
- Seiten und Patterns bleiben nach der Deaktivierung von Twentig erhalten.

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