Frage: Kann ich bei Amazon mit Wero bezahlen? Kurze Antwort: Ja. Und jetzt zur langen Antwort mit ein paar Details.
Amazon führt Wero als neue Bezahlmethode ein?
„Amazon führt Wero ein“ – so lauten aktuell die Schlagzeilen. Tatsächlich hat Amazon aber nichts zu Wero beigetragen, und das aus nachvollziehbaren Gründen. Wero steht in Konkurrenz zu Amazons eigener Zahlungsart Amazon Pay.
Amazons eigener Bezahldienst: Amazon Pay
Amazons Idee: Die hinterlegten Zahlungs- und Adressdaten sollten auch außerhalb von Amazon und Amazon Marketplacedes genutzt werden.
2007: Amazon Payments startet
Im Jahr 2007 startete Amazon mit „Amazon Payments“ einen ersten Versuch, seine Zahlungsdienste auch Dritten zugänglich zu machen. Ziel war es, Nutzern die Möglichkeit zu geben, mit ihren Amazon-Zugangsdaten auf externen Websites zu bezahlen. In dieser Phase blieb die Verbreitung jedoch begrenzt. Die Integration war technisch vergleichsweise aufwendig, und die Bekanntheit des Dienstes hielt sich im Vergleich zu etablierten Zahlungsanbietern in Grenzen.
2013: Einführung von Login and Pay with Amazon
Einen deutlichen Entwicklungsschritt markierte die Einführung von „Login and Pay with Amazon“ ab 2013. Externe Händler konnten ihren Kunden nun nicht nur eine Zahlungsfunktion anbieten, sondern auch eine vereinfachte Registrierung über das Amazon-Konto ermöglichen. Diese Kombination aus Login und Bezahlfunktion reduzierte die Einstiegshürden für Nutzer und verbesserte die Conversion-Raten in Online-Shops.
In den folgenden Jahren wurde der Dienst international ausgerollt, unter anderem in Europa. Die Integration wurde vereinfacht, und Plugins für gängige Shopsysteme wie WooCommerce, Magento oder Shopware erleichterten Händlern die Implementierung.
2017: Rebranding zu Amazon Pay und Ausbau der Funktionen
Ab 2017 wurde der Dienst unter dem Namen „Amazon Pay“ neu positioniert. Damit einher ging eine stärkere Fokussierung auf die Rolle als eigenständige Zahlungsart im E-Commerce. Händler konnten Amazon Pay als Alternative zu Kreditkarte, PayPal oder Vorkasse anbieten.
Amazon Pay wurde kontinuierlich erweitert. Dazu gehörten unter anderem wiederkehrende Zahlungen, die Nutzung auf mobilen Endgeräten sowie eine verbesserte Benutzerführung im Checkout. Parallel investierte Amazon in Betrugsprävention und Käuferschutzmechanismen, die an die eigenen Marktplatzstandards angelehnt waren.
2018 Integration in das Amazon-Ökosystem und Sprachassistenten
Mit der zunehmenden Verbreitung von Sprachassistenten und Smart-Home-Geräten wurde Amazon Pay in das eigene Ökosystem eingebettet. Nutzer konnten Käufe über Alexa tätigen, wobei die hinterlegten Zahlungsdaten aus dem Amazon-Konto verwendet wurden.
Zudem wurde der Fokus auf mobile Nutzung weiter verstärkt. One-Click-Zahlungen und optimierte Checkout-Prozesse sollten insbesondere auf Smartphones und Tablets eine schnelle Abwicklung ermöglichen.
2019: Anpassung an PSD2
Mit der Einführung der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 und der Pflicht zur starken Kundenauthentifizierung musste auch Amazon Pay angepasst werden. Amazon Pay integrierte zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung.
2020 Amazon Pay vs Apple Pay vs Google Pay
In den frühen 2020er-Jahren stand Amazon Pay zunehmend im Wettbewerb mit digitalen Wallets wie Apple Pay, Google Pay und klassischen Online-Zahlungsdiensten. Amazon reagierte mit einer stärkeren Fokussierung auf die eigene Nutzerbasis und versuchte, die Reichweite des Amazon-Kontos als Vorteil auszuspielen.
Gleichzeitig blieb die Akzeptanz bei Händlern ein entscheidender Faktor. Während große Online-Shops den Dienst teilweise integrierten, blieb die Verbreitung insgesamt hinter den führenden Zahlungsarten zurück.
2024 Amazon Pay stagniert
In der jüngeren Entwicklung zeigt sich Amazon Pay als stagnierender Zahlungsdienst im E-Commerce. Die Strategie konzentriert sich weiterhin darauf, bestehende Amazon-Kunden auch außerhalb des eigenen Marktplatzes zu halten und deren Zahlungsdaten nutzbar zu machen.
2024 Amazon Pay vs Wero
Das Marktumfeld hat sich durch Wero geändert. Auch Amazon kommt nicht an Wero vorbei und muss sich die Konkurrenz ins Haus holen.
Fazit
Insgesamt lässt sich die Entwicklung von Amazon Pay als kontinuierliche Evolution beschreiben, die eng an das Wachstum und die Infrastruktur von Amazon selbst gekoppelt ist. Der Dienst hat sich von einem experimentellen Zahlungsangebot zu einer etablierten, wenn auch nicht marktführenden Zahlungsoption im Online-Handel entwickelt.
Amazon steigt nicht aus iDEAL aus
Wero ist in Amazon nur deshalb vorfügbar, weil eine regional sehr etablierte Zahlungsart komplett zu Wero migriert, und Amazon aus dieser Zahlungsart nicht aussteigt. Es handelt sich dabei um iDEAL, das „Paypal der Niederlande“. iDEAL wird in drei Phasen zu Wero.
Aus iDEAL wird Wero
Drei Phasen der Migration
Co-Branding-Phase: Einführung des gemeinsamen Logos iDEAL | Wero, um Nutzer an die neue Marke zu gewöhnen
Technische Migration: Übertragung der Zahlungsabwicklung auf die Wero-Plattform im Hintergrund
Vollständige Umstellung: Wero ersetzt iDEAL vollständig und bietet erweiterte Funktionen
Frühjahr 2026: Co-Branding-Phase
Die erste Phase der Umstellung von iDEAL auf Wero ist – nicht nur bei Amazon – erfolgreich abgeschlossen. Was ist passiert? Eine Änderung beim Branding. Aus iDEAL wurde iDEAL mit dem Zusatz Wero. Das bewährte Logo wurde ergänzt, um die Verbraucher in den Niederlanden schrittweise an Wero zu gewöhnen. Und weil Amazon auch in Deutschland iDEAL anbietet, gewöhnen sich auch deutsche Amazon-Kunden an das neue kombinierte Logo.
Herbst 2026: Technische Migration
Ab Herbst 2026 beginnt der anspruchsvollste Teil der Umstellung von iDEAL auf Wero. Im Oktober 2026 werden alle niederländischen Emissionsbanken an Wero angeschlossen und für die technische Phase der Migration bereit sein. Von diesem Zeitpunkt an werden die iDEAL-Zahlungen schrittweise auf die Wero-Infrastruktur umgestellt
Anpassung der Schnittstellen
Banken, PSPs und Händler müssen dafür ihre technischen Schnittstellen anpassen. Die bisherigen iDEAL-APIs und Verarbeitungslogiken werden entweder erweitert oder durch neue Wero-kompatible Schnittstellen ersetzt. Ziel ist es, dass alle beteiligten Systeme reibungslos miteinander kommunizieren.
Parallele Betriebsphase
Während der Migration laufen iDEAL und Wero zeitweise gleichzeitig. Das ermöglicht es, Transaktionen schrittweise umzuleiten und neue Funktionen zu testen, ohne das Risiko eines Komplettausfalls einzugehen. Fehler oder Inkonsistenzen können so früh erkannt und behoben werden.
Ausweitung auf Europa
iDEAL steht nur den Kundinnen und Kunden in den Niederlanden zur Verfügung. Durch die Migration können niederländische Verbraucher auch in anderen Wero-Ländern mit ihrer gewohnten Zahlungsart einkaufen.
Winter 2027: Vollständige Umstellung
Bis zum 1. Januar 2028 soll die Umstellung von iDEAL zu Wero vollständig abgeschlossen sein.
Kommentar: Amazon kommt an Wero nicht vorbei
Auch der Riese Amazon kann den Wandel nicht ignorieren, Amazon kommt an Wero nicht vorbei. Aber vielleicht ersetzen ja bald unabhängige Onlinehändler ihre Amazon-Pay-Integration durch Wero?
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