Wero für Händler: Der Leitfaden

Wero Leitfaden für Händler

Die Gebühren von PayPal, Apple Pay, Google Pay, Visa und Mastercard schmälern den Gewinn der Händler. Onlineshop-Betreiber sind davon ebenso betroffen wie Ladenbesitzer im stationären Handel. Was gegen die Gebühren hilft? Wero, die neue europäische Zahlungsart. Kostenlos ist Wero zwar auch nicht, aber die Händlergebühren sind maximal halb so hoch wie bei der US-Konkurrenz.

Was ist Wero?

  • Wero ist eine neue europäisches Zahlungsart, die von der European Payments Initiative (EPI) entwickelt wurde. Ziel der EPI es, den Zahlungsverkehr innerhalb Europas unabhängiger zu gestalten.
  • Wero ist ein Konto-zu-Konto-Verfahren. Zahlungen werden direkt vom Bankkonto des Kunden auf das Händlerkonto übertragen – ohne zwischengeschaltetes PayPal oder andere Dritte.
  • Wero befindet sich noch in der Aufbauphase, gewinnt aber in ganz Europa zunehmend an Bedeutung. In ganz Europa? Ja, seit dem Bizum-Deal.

Wie Wero im Onlineshop funktioniert

So funktioniert der Ablauf einer Wero-Zahlung für den Kunden:

  1. Kunde wählt Wero als Zahlungsmethode im Checkout
  2. Es erscheint ein QR-Code oder eine Weiterleitung
  3. Kunde bestätigt die Zahlung in seiner Banking-App
  4. Zahlung wird in Echtzeit ausgeführt
  5. Händler erhält den Betrag sofort und kann sofort die Produkte versenden

Wichtig: Der gesamte Prozess läuft über die gewohnte Banking-App des Kunden. Es ist keine separate Registrierung bei einem Zahlungsdienst notwendig.

Vorteile von Wero für Onlinehändler

1. Pro Wero: Positionierung als First Mover

Wer sich jetzt in der Frühphase als Wero-Händler profiliert, hebt sich von der Masse ab und erhält Links von den diversen Wero-Shoplisten und natürlich auch von demoshops.de 😉

2. Pro Wero: Geringere Transaktionskosten

Da weder „Zwischenbanken“ wie PayPal noch Kreditkartenanbieter bezahlt werden müssen, fallen die Händlergebühren wesentlich niedriger aus. Sie betragen etwa ein Drittel, maximal die Hälfte der PayPal-Kosten. Siehe dazu diesen Beitrag: 0,77 Prozent.

3. Pro Wero: Verbindung von Online- und Offlinezahlungen

Wero ist mit „Geld-an-Freunde-senden“ gestartet, 2026 wird die Reichweite in den Onlineshops erweitert. 2027 folgt die Ausweitung in den stationären Handel. Omnichannel ist das Ziel.
Tipp für kleine stationäre Händler: Für Wero-Einzüge wird nicht einnmal ein Sumup-Gerät benötigt. Die Lösung heißt SoftPOS: Das Smartphone ersetzt das Terminal für Wero-Zahlungen.

4. Pro Wero: Echtzeit-Zahlungen ohne Ausfallrisiko

Wero basiert auf Instant Payments. Das bedeutet, dass Zahlungen unmittelbar bestätigt und verbucht werden. Händler profitieren von sofortiger Liquidität und reduziertem Risiko für Zahlungsausfälle.

5. Pro Wero: Europäischer Datenschutz

Wero hält im Unterschied zum nebulösen PayPal die europäische Datenschutzstandards ein. Die Kundendaten verbleiben im europäischen Finanzsystem. Händler können diesen Faktor auch im Marketing einsetzen.

6. Pro Wero: Europäisch einheitliche Zahlungsart

Wero ist europaweit einheitlich und grenzüberschreitend nutzbar. Wer in einem anderen europäischen Land einkauft, muss sich nicht mit neuer Technik auseinandersetzen.

7. Pro Wero: Netzwerkeffekt

Mit steigender Wero-Verbreitung wächst die Relevanz für Händler. Wer in seinem Shop kein Wero hat, riskiert früher oder später Kaufabbrüche im Checkout.

Nachteile von Wero für Onlinehändler

1. Kontra Wero: Noch begrenzte Verfügbarkeit

Wero ist aktuell nicht flächendeckend verfügbar. Kunden benötigen ein Konto bei einer teilnehmenden Bank.

2. Kontra Wero: Abhängigkeit von der jeweiligen Banken-App

Da Wero direkt in Banking-Apps integriert ist, hängt die Usability stark von der jeweiligen Bank ab. Das kann zu unterschiedlichem „Knöpfe drücken“ im Zahlungsprozess führen und auch zu negativen Erfahrungen.

3. Kontra Wero: Funktionen im Aufbau

Im Vergleich zu PayPal, Google Pay, Apple Pay, Klarne etc. fehlen noch Funktionen. Features wie wiederkehrende Zahlungen oder BNPL (Buy now, pay later) sind noch im Aufbau.

Der Wero-Zeitplan
  • 2024 – Wero startet P2P
    Wero-Start in Deutschland, Frankreich und Belgien. Feature: P2P-Zahlungen, also Geld an Freunde senden.
  • 2025 – Wero startet in Onlineshops
    Wero wird in wenige ausgewählten Onlineshops verfügbar, zum Beispiel bei Eventim, Tedox und dem 1. FC Kaiserslautern.
  • 2026 – Wero übernimmt regionale Zahlungssysteme
    Übernahme des Zahlungssystems iDEAL und Ausbau der Wero-Zahlung in weiteren Onlineshops.
  • 2027 – Wero startet im stationären Handel
    Wero-Einführung im stationären Handel am POS (Point-of-Sale).

4. Kontra Wero: Netzwerkeffekt noch nicht erfolgt

Wie bei konkurrierenden Zahlungsarten gilt: Der Erfolg hängt davon ab, wie viele Händler und Kunden teilnehmen und wie stark das Netzwerk wächst. Wero kann auch scheitern.

5. Kontra Wero: Aufwand

Die neue Zahlungart verursacht bei der Integration in das Shopsystem einen technischen Aufwand.

Integration von Wero im Online-Shop

Wie kommt Wero in meinen Shop? Für Onlinehändler gibt es drei Möglichkeiten, am einfachsten funktioniert die Integration via PSP.

Was ist ein PSP?
  • Der Payment Service Provider, kurz PSP, sorgt für eine Verknüpfung zwischen einem (Web-) Shop und den verschiedenen Zahlungsanbietern wie Wero, PayPal, Google Pay, Apple Pay, Klarna, Visa und Mastercard.
  • Der PSP integriert mehrerer Zahlungsoptionen, der Händler muss also nicht mit jedem einzelnen Zahlungsanbieter Verträge schließen.
  • Der PSP übernimmt die Zahlungsabwicklung und sortiert die Zahlungeingänge nach Kanälen.
  • Der PSP bietet Händlern eine zentrale Oberfläche zur Verwaltung aller Kanäle

1. Wero über Payment Service Provider (PSP) integrieren

Die einfachste Möglichkeit ist die Einbindung über einem Zahlungsdienstleister wie Stripe oder Mollie.

2. Wero direkt integrieren

Alternativ ist eine direkte technische Anbindung möglich, allerdings ist der technische Aufwand relativ hoch. Diese Variante eignet sich eher für größere Händler mit eigener Payment-Infrastruktur und entsprechendem Budget für Dienstleister wie Global Payments, Worldline odetr Nuvei.

3. Wero über VR Payment integrieren

VR Payment, der PSP der Volks- und Raiffeisenbanken bietet Payment-Plugins für die gängigen standardisierten Shopsysteme an. Beheimatet ist VR Payment zwar eher im stationären Handel, aber wer Onlineshop und Ladengeschäft kombinieren möchte, findet bei VR Payment ein als E-Commerce Paket bezeichnetes Angebot mit Omnichannel-Funktionen. Kleiner Wermutstropfen: Das E-Commerce-.Paket verursacht monatliche Fixkosten. Der Grundpreis beträgt monatlichen on 24,90 €. Stand April 2026.

Was bedeutet Omnichannel?

Omnichannel beschreibt eine Strategie im Vertrieb und Marketing, bei der alle verfügbaren Kommunikations- und Verkaufskanäle miteinander vernetzt sind. Ziel ist es, dem Kunden ein einheitliches und durchgängiges Erlebnis zu bieten, unabhängig davon, ob er online, im Geschäft oder über mobile Anwendungen mit einem Unternehmen in Kontakt tritt.

Wie funktioniert Omnichannel?

Im Mittelpunkt steht die Verbindung aller Kanäle. Informationen werden zentral erfasst und stehen überall zur Verfügung. Ein Kunde kann beispielsweise ein Produkt online recherchieren, es im Geschäft ansehen und später über eine App kaufen. Alle Schritte greifen ineinander, ohne dass der Kunde sich wiederholen oder neu orientieren muss.

Worin unterscheidet sich Omnichannel von Multichannel?

Beim Multichannel-Ansatz existieren mehrere Kanäle nebeneinander, die jedoch oft unabhängig voneinander arbeiten. Omnichannel geht einen Schritt weiter und verbindet diese Kanäle miteinander. Der Fokus liegt nicht auf den einzelnen Vertriebskanälen, sondern auf einem konsistenten Kundenerlebnis über alle Kontaktpunkte hinweg.

Welche Vorteile bietet Omnichannel?

Ein nahtloses Einkaufserlebnis erhöht die Zufriedenheit der Kunden, da sie flexibel entscheiden können, wie und wann sie mit einem Unternehmen interagieren. Gleichzeitig ermöglicht die Verknüpfung der Kanäle eine bessere Nutzung von Daten, wodurch Angebote und Kommunikation gezielter gestaltet werden können.

Welche Herausforderungen gibt es?

Die Umsetzung von Omnichannel erfordert eine gute technische Infrastruktur, nicht nur beim Payment. Auch Produkt- und Bestelldaten müssen zentral erfasst und synchronisiert werden, und alle beteiligten Systeme müssen zuverlässig zusammenarbeiten.

Darstellung im Onlineshop

Der Hinweis auf Wero sollte klar sichtbar im Onlineshop platziert werden, und zwar hier:

  • Auf der Seite mit den zur Verfügung stehenden Zahlungsmethoden
  • Auf der FAQ-Seite der Shop-Website
  • Auf der Checkout-Seite. Das Wero-Logo wird nach der Wero-Integration bei den meisten Shopsystemen automatisch ausgespielt

Tipp: Aus Marketing-Gründen auf Wero auf der Shop-Startseite hinweisen oder im Unternehmensblog. Eine kleine Zeile wie „Europäische Zahlungslösung“ kann die Conversion verbessern, also die Umwandlung von Shopbesuchern zu Käufern.

Hallo Händler: Wero testen!

Der Checkout sollte mobil optimiert sein. Bei WooCommerce und allen anderen gängigen anderen Shopsystemen ist das der Fall. Für Testkäufe sollten zwei Szenarien durchgespielt werden:

  • Testkauf via Smartphone, also im M-Commerce
  • Testkauf via Laptop/Computer plus Smartphone

Mit Wero Sympathie gewinnen

Wero ist mehr als nur eine weitere Zahlungsart. Es ist ein Made-in-Europe-Projekt. Damit lässt sich auch die Sympathie der Kundinnen und Kunden gewinnen.

Mit Wero die Sympathie gewinnen

Wero kann gezielt als Made in Europe positioniert werden. Für viele Kundinnen und Kunden ist es ein sympathischer Gedanke, ein System zu nutzen, das von europäischen Banken und Dienstleistern entwickelt wurde. Diese Nähe kann ganz bewusst hervorgehoben werden.

Datenschutz betonen

Hinweise darauf, dass die Zahlung direkt über das eigene Bankkonto läuft und keine sensiblen Daten weitergegeben werden, stärken das Sicherheitsgefühl.

Positive Nutzererlebnisse schaffen

Wenn Kunden merken, dass Zahlungen schnell, zuverlässig und ohne Probleme funktionieren, verknüpfen sie das auch mit einem guten Gefühl. Kleine Details wie eine sofortige Bestätigung des Zahlungseingangs über das Shopsystem tragen dazu bei.

Über poitive Wero-Erfahrungen berichten

Erklären Sie Ihren Kundinnen und Kunden, wir Sie mit Wero Kosten einsparen und die Preise niedrig halten. Zum Beispiel im Newsletter oder Unternehmensblog.

Kommunikation mit Haltung

Die Art der Ansprache spielt eine große Rolle. Eine zugängliche Kommunikation wirkt vertrauenswürdig. Wedeln Sie nicht mit Fachbegriffen herum, sondern begegnen Sie den Kundinnen und Kunden auf Augenhöhe.

Fazit: Wero für Händler

  • Für Händler ist Wero günstiger als PayPal, Apple Pay, Google Pay, Visa und Mastercard.
  • Wero bietet Onlinehändlern eine neue Zahlungsart mit Fokus auf Echtzeitüberweisungen und europäische Datenhoheit.
  • Wero-Zahlungen werden von Bank zu Bank überwiesen. Kein PayPal dazwischen.
  • Wero befindet sich noch im Aufbau, Reichweite und Funktionsumfang sind aktuell noch begrenzt sind.
  • Für Händler, online und offline, lohnt sich ein früher Einstieg. Wer Wero jetzt intregriert, sichert sich Wettbewerbsvorteile und geht synchron mit den aktuellen Entwicklungen im europäischen Zahlungsverkehr.
  • Wer auf Wero verzichtet, könnte den Anschluss verlieren – falls sich Wero durchsetzt und die Marktführerschaft bei den europäischen Zahlungsarten übernimmt.