Wero-Bizum-Deal: Wero holt Bizum, Sibs, Bancomat & Vipps ins Boot
Großer Wurf für Wero, Erfolg für die EPI: Die Zahlungssysteme Bizum, Sibs, Bancomat und Vipps werden mit Wero verknüpft.
Brüssel, Madrid, Lissabon, Oslo, Rom. Eine Absichtserklärung für grenzüberschreitende Zahlungen unterzeichneten heute die European Payments Initiative (EPI) und die EuroPA-Allianz. Zur EuroPA-Allianz gehören:
Zu den wichtigsten Partnern der EuroPA-Allianz (European Payments Alliance) zählen Bizum, MB WAY und Bancomat.
EuroPA und EPI
Das Hauptziel der EuroPA-Allianz besteht darin, nationale Zahlungslösungen miteinander zu vernetzen und so eine einfache, schnelle und sichere Möglichkeit für grenzüberschreitende Transaktionen innerhalb Europas zu schaffen. In einem Markt, der bislang stark fragmentiert ist, stellt die Allianz einen wichtigen Schritt dar, um die Abhängigkeit von globalen Zahlungsanbietern zu reduzieren und gleichzeitig europäische Standards zu stärken. Die Ziele von EuroPA und EPI sind damit deckungsgleich.
Die Zukunft: Wero statt PayPal
Was heißt das jetzt genau, und wie sieht die Zukunft der europäischen PayPal-Alternativen aus?
Es wird eine erweiterte Bizum-Zone geschaffen. In dieser Bizum-Zone sind grenzüberschreitende Zahlungen zwischen Bizum, Bancomat, SIBS (MB WAY) und Vipps möglich.
Die Bizum-Zone wird kompatibel zum Wero-Raum. Der Wero-Raum erfasst aktuell Deutschland, Frankreich und die Benelux-Staaten.
Der Wero-Bizum-Deal harmonisiert die Zahlungssysteme für mehr als 330 Millionen Menschen in 13 Ländern*.
2026: Grenzüberschreitende Zahlungen P2P – von Person zu Person.
2027: Grenzüberschreitende Zahlungen im Onlinehandel und weite Abdeckung in den Ladengeschäften.
Marken bleiben erhalten
Anders als bei der Migration von iDEAL zu Wero in den Niederlanden bleiben die Marken in der Bizum-Zone erhalten.
Stimmen der Beteiligten
Die Vertreter der EuroPA-Allianz begrüßen einhellig die Ausweitung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs auf ganz Europa.
Bancomat (Italien)
„Diese Absichtserklärung ist ein wichtiger Schritt hin zu einem wirklich europaweiten Zahlungsnetzwerk. Die Richtung ist vorgegeben, und die Dynamik ist spürbar. Gemeinsam werden wir grenzüberschreitende P2P-, E-Commerce- und POS-Zahlungen in großem Umfang ermöglichen. Aufbauend auf der EuroPA-Allianz, die bereits nationale mobile Zahlungslösungen in Spanien und Portugal verbindet, erweitert diese Partnerschaft die Interoperabilität erheblich und ermöglicht Millionen von Nutzern nahtlose Zahlungen in ganz Europa.“
Fabrizio Burlando – CEO von Bancomat
Bizum (Spanien)
„Europa verfügt über die Infrastruktur, die Größe und die Vision, die notwendig sind, um eine souveräne, robuste und zuverlässige europäische Alternative im Zahlungsverkehr anzubieten. Die ersten Schritte sind bereits getan: Die EuroPA-Allianz ist seit März in vier Ländern (Spanien, Italien, Portugal und Andorra) aktiv und beweist eindrucksvoll, dass die bestehenden Lösungen effizient sind und vom Markt schnell angenommen werden (6 Millionen Euro grenzüberschreitende Transfers im Jahr 2025 ohne Werbung). Mit dieser Vereinbarung zeigen wir unser Engagement, weiterhin daran zu arbeiten, dass mehr europäische Bürger und Händler Zugang zu vertrauenswürdigen Zahlungslösungen erhalten, die ihre Daten schützen – etwas, das nur durch gemeinsames Engagement erreicht werden kann.“
Ángel Nigorra – Managing Director of Bizum
EPI (Deutschland, Frankreich, Benelux)
„Diese Vereinbarung beweist, dass Europas Zahlungssouveränität keine Vision, sondern Realität im Entstehen ist. Lösungen wie Wero existieren bereits und sind in mehreren Ländern im Einsatz. Indem wir sie durch Interoperabilität mit unseren Partnern verbinden, schaffen wir die Grundlage für ein wahrhaft europäisches Zahlungsökosystem, das auf Lösungen basiert, die bereits im Einsatz sind und von den Nutzern als vertrauenswürdig angesehen werden.“
Martina Weimert – CEO der EPI
SIBS (Portugal)
Europäische Zahlungssouveränität wird durch die Vernetzung vertrauenswürdiger Lösungen wie MB WAY und die Interoperabilität europäischer Infrastrukturen erreicht. Mit MB WAY haben wir gezeigt, dass sich in Europa großflächige, vertrauenswürdige Sofortzahlungssysteme aufbauen und von Millionen von Nutzern und Händlern für Zahlungen im stationären Handel, im E-Commerce und zwischen Privatpersonen nutzen lassen. MB-WAY-Nutzer können bereits Geld in andere Länder der EuroPA-Allianz senden. Dies beweist, dass Interoperabilität der schnellste Weg zu einem souveränen europäischen Zahlungsökosystem ist.
Teresa Mesquita – Executive Board Member and COO of SIBS
Vipps (Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark)
„Wir bei Vipps MobilePay arbeiten täglich daran, Zahlungen für unsere Nutzer in den nordischen Ländern zu vereinfachen. Wir sind stolz darauf, Teil dieser Kooperation zu sein, die Vipps und MobilePay mit Wallets in anderen europäischen Ländern verbindet. Damit Zahlungen wirklich einfach werden, muss das Senden von Geld ins Ausland genauso unkompliziert sein wie das Bezahlen im Inland. Diese Zusammenarbeit bringt genau dieses Erlebnis in die Apps, die unsere Nutzer bereits kennen und denen sie vertrauen.“
Rune Garborg – CEO of Vipps MobilePay
Gewinner & Blockierer
Mit dem Wero-Bizum-Deal ist die Harmonisierung des europäischen Zahlungsverkehrs ein gutes Stück voran gekommen. Es stellt sich die Frage, wie lange einzelne deutsche Banken (Commerzbank, HVB, Targobank) noch ihre Blockade aufrechterhalten können.
Wer sind Bancomat, Bizum, SIBS (MB Way) und Vipps?
Bancomat, Bizum, SIBS (MB Way) und Vipps sind etablierte regionale Zahlungsarten. Anders als in Deutschland haben sich diese Zahlungsarten gegenüber PayPal behaupten können.
Bancomat (Italien)
Seit seiner Einführung hat sich Bancomat von einem reinen Bargeldabhebungssystem zu einem zentralen Bestandteil des italienischen Finanzalltags entwickelt. Ursprünglich als Netzwerk für Geldautomaten konzipiert, wurde es kontinuierlich erweitert, um den steigenden Anforderungen eines zunehmend digitalisierten Marktes gerecht zu werden. Heute steht BANCOMAT nicht nur für den Zugang zu Bargeld, sondern auch für eine Vielzahl moderner Zahlungsdienste, die den Alltag der Nutzerinnen und Nutzer erheblich erleichtern.
Integration digitaler Innovationen
Mit dem technologischen Fortschritt hat Bancomat frühzeitig in digitale Lösungen investiert. Die Einführung kontaktloser Zahlungen sowie mobiler Zahlungsdienste hat das Netzwerk an die Spitze der Innovation im italienischen Zahlungssektor gebracht. Insbesondere die Entwicklung von Apps und die Integration in Smartphone-Wallets ermöglichen es den Nutzerinnen und Nutzern, Transaktionen schnell, sicher und bequem durchzuführen – sowohl im stationären Handel als auch online.
Vertrauen für Bancomat und Wero
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor von Bancomat ist das hohe Maß an Sicherheit, das es seinen Nutzerinnen und Nutzern bietet. Durch fortschrittliche Verschlüsselungstechnologien, Authentifizierungsverfahren und kontinuierliche Überwachungssysteme wird ein zuverlässiger Schutz sensibler Finanzdaten gewährleistet. Dieses Vertrauen bildet die Grundlage für die breite Akzeptanz des Netzwerks in der italienischen Bevölkerung. Dieses Vertrauen ist die Grundlage für die Migration zu Wero
Bizum (Spanien)
Mit mehr als 30,6 Millionen Nutzern und 111.000 Händlern ist Bizum eine der größten Erfolgsgeschichten im europäischen Zahlungsverkehr. Hinter diesem Erfolg steht ein kooperativer Ansatz des spanischen Bankensystems, bei dem zahlreiche Finanzinstitute gemeinsam eine einheitliche, digitale Lösung geschaffen haben. Ziel war es von Anfang an, den Zahlungsverkehr zwischen Privatpersonen zu vereinfachen und gleichzeitig eine moderne Alternative zu Bargeld und klassischen Überweisungen zu etablieren.
Technologische Grundlage und Funktionsweise
Bizum basiert auf SEPA-Echtzeitüberweisungen und nutzt die Mobiltelefonnummer als zentrales Identifikationsmerkmal. Dadurch wird es möglich, Geld in Sekundenschnelle zu senden und zu empfangen, ohne komplexe Kontodaten eingeben zu müssen. Die Integration direkt in die Banking-Apps der teilnehmenden Banken sorgt für eine nahtlose Nutzererfahrung. Transaktionen sind nicht nur schnell, sondern auch sicher, da sie über die bestehenden Sicherheitsinfrastrukturen der Banken abgewickelt werden.
Rasantes Wachstum und breite Akzeptanz
Die Verbreitung von Bizum ist nahezu flächendeckend: Banken, die den Dienst anbieten, decken über 99 % des Marktes ab. Diese außergewöhnlich hohe Marktdurchdringung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Bizum innerhalb weniger Jahre zum Standard für Peer-to-Peer-Zahlungen in Spanien geworden ist. Allein im Jahr 2025 wurden durchschnittlich mehr als 3,4 Millionen Echtzeitüberweisungen pro Tag durchgeführt – ein deutlicher Beleg für die intensive Nutzung im Alltag.
Wird Bizum Wero?
Geplant ist, die Marke Bizum zu erhalten, aber technisch in Wero zu integrieren. Bizum wird in Spanien dann zur regionalen Bezeichnung für Wero.
MB Way (Portugal)
MB WAY gilt als eine der innovativsten Entwicklungen im europäischen Zahlungsverkehr und war die erste Lösung für Echtzeitüberweisungen in der Eurozone. Entwickelt vom portugiesischen Zahlungsdienstleister SIBS, entstand MB WAY mit dem Ziel, den Zahlungsalltag durch eine mobile, sofortige und benutzerfreundliche Lösung zu revolutionieren. Von Beginn an setzte das System auf die Verknüpfung von Mobiltelefonnummern mit Bankkonten und schuf damit eine intuitive Grundlage für digitale Transaktionen.
Breites Funktionsspektrum im digitalen Alltag
Heute ist MB WAY weit mehr als nur ein Dienst für Echtzeitüberweisungen. Mit über 15 integrierten Funktionen bietet es eine der umfassendsten Zahlungslösungen in Europa. Dazu zählen Peer-to-Peer-Zahlungen in Echtzeit, E-Commerce-Transaktionen, Zahlungen über QR-Codes, NFC-basierte kontaktlose Bezahlvorgänge, Bargeldabhebungen an Geldautomaten sowie Spendenfunktionen. Diese Vielfalt ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern, nahezu alle finanziellen Transaktionen des Alltags über eine einzige Anwendung abzuwickeln.
Hohe Nutzung und starke Marktpräsenz
Die Akzeptanz von MB WAY spiegelt sich deutlich in seinen Nutzungszahlen wider. Monatlich werden mehr als 70 Millionen Transaktionen durchgeführt – ein Beleg für die zentrale Rolle des Dienstes im portugiesischen Zahlungsverkehr. Mit über 500.000 Verkaufsstellen und Händlern sowie der Anbindung von mehr als 12 Millionen Karten und Konten ist MB WAY tief in das wirtschaftliche Ökosystem integriert und aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken.
Technologische Stärke und Sicherheit
Ein entscheidender Erfolgsfaktor von MB WAY liegt in der technologischen Infrastruktur von SIBS. Mit über vier Jahrzehnten Erfahrung im Bereich Zahlungsverkehr bietet das Unternehmen moderne, zuverlässige und sichere Finanzdienstleistungen. Die Verarbeitung von mehr als 15 Milliarden Transaktionen jährlich und die Betreuung von über 150 Millionen Nutzerinnen und Nutzern auf drei Kontinenten unterstreichen die Skalierbarkeit und Stabilität der Plattform.
MB Way wird Wero
MB Way wird in das Wero-System integriert und ist damit grenzüberschreitend nutzbar.
Vipps (Skandinavien)
Vipps MobilePay ist ein herausragendes Beispiel für die erfolgreiche Digitalisierung des Zahlungsverkehrs in Nordeuropa. Entstanden aus der Fusion der beiden etablierten mobilen Bezahllösungen Vipps und MobilePay im Jahr 2022, vereint das Unternehmen heute die Stärken beider Systeme. Ziel der Zusammenführung war es, eine einheitliche, grenzüberschreitende Zahlungslösung für die nordischen Länder zu schaffen und den Nutzerinnen und Nutzern ein nahtloses Bezahlerlebnis zu bieten.
Einfache Zahlungen über Ländergrenzen hinweg
Vipps MobilePay steht für maximale Benutzerfreundlichkeit im Alltag. Ob ein Kaffee in Kopenhagen, das Teilen einer Restaurantrechnung in Helsinki, das Senden von Geld an Freunde in Schweden oder kontaktloses Bezahlen in Oslo – die Anwendung funktioniert intuitiv und zuverlässig über Ländergrenzen hinweg. Diese grenzüberschreitende Funktionalität hebt den Dienst deutlich von vielen national ausgerichteten Lösungen ab und entspricht den Bedürfnissen einer zunehmend mobilen und vernetzten Gesellschaft.
Starke Präsenz im nordischen Markt
Seit seinem Start in Norwegen, Dänemark und Finnland hat sich Vipps MobilePay kontinuierlich weiterentwickelt. Mit dem Eintritt in den schwedischen Markt im Jahr 2024 wurde die nordische Abdeckung weiter ausgebaut. Unter den Marken Vipps in Norwegen und Schweden sowie MobilePay in Dänemark und Finnland erreicht das Unternehmen heute rund 12,5 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Gleichzeitig nutzen nahezu 400.000 Unternehmen die Plattform, was ihre Bedeutung für den Handel und Dienstleistungssektor unterstreicht.
Integration in den Alltag von Konsumenten und Unternehmen
Die Stärke von Vipps MobilePay liegt in der tiefen Integration in den Alltag. Für Verbraucher bedeutet dies eine schnelle, einfache und sichere Möglichkeit, Zahlungen durchzuführen – sei es im stationären Handel, online oder zwischen Privatpersonen. Unternehmen profitieren von einer breiten Kundenbasis und effizienten Zahlungsprozessen, die sich leicht in bestehende Systeme integrieren lassen und die Kundenzufriedenheit erhöhen.
Aus Vipps wird Wero
Vipps hat gezeigt, wie grenzüberschreitender Zahlungstransfer funktionert. Mit der Integration in Wero bleibt Vipps nicht mehr auf Skandinavien beschränkt.
Nicht im Wero-Boot: Swish
Ein kleiner Wermutstropfen: Nicht im Wero-Boot ist die in Schweden populäre Zahlungsart Swish.
Swish (Schweden)
Swish ist eine der erfolgreichsten mobilen Zahlungslösungen in Europa und wurde als Gemeinschaftsprojekt führender schwedischer Banken entwickelt. Ziel war es, eine einfache, schnelle und sichere Alternative zu Bargeld sowie zu traditionellen Überweisungen zu schaffen. Seit seiner Einführung hat sich Swish zu einem festen Bestandteil des schwedischen Zahlungsalltags entwickelt und prägt maßgeblich die fortschreitende Digitalisierung des Finanzsektors im Land.
Technologische Grundlage und einfache Nutzung
Die Funktionsweise von Swish basiert auf Echtzeitüberweisungen, die direkt zwischen Bankkonten abgewickelt werden. Nutzerinnen und Nutzer verknüpfen ihre Mobiltelefonnummer mit ihrem Bankkonto und können so innerhalb weniger Sekunden Geld senden oder empfangen. Die Integration in bestehende Bankensysteme sorgt für eine hohe Zuverlässigkeit und Sicherheit, während die intuitive Benutzeroberfläche eine besonders einfache Nutzung ermöglicht.
Hohe Verbreitung im Alltag
Swish hat in Schweden eine außergewöhnlich hohe Marktdurchdringung erreicht und wird von einem Großteil der Bevölkerung genutzt. Ob beim Teilen von Rechnungen unter Freunden, beim Bezahlen auf Flohmärkten oder bei Einkäufen im Einzelhandel – Swish ist in nahezu allen Lebensbereichen präsent. Diese breite Akzeptanz hat dazu beigetragen, dass Bargeld im Alltag zunehmend an Bedeutung verliert und digitale Zahlungen zur Norm geworden sind.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Neben klassischen Peer-to-Peer-Zahlungen wird Swish auch im E-Commerce und im stationären Handel eingesetzt. Darüber hinaus nutzen viele Vereine, Organisationen und Kirchen die Plattform für Spenden, was die gesellschaftliche Relevanz des Dienstes zusätzlich unterstreicht. Die kontinuierliche Erweiterung der Funktionen sorgt dafür, dass Swish flexibel auf neue Anforderungen im Zahlungsverkehr reagieren kann.
Swish vs Wero
Mit seiner starken Position im schwedischen Markt ist Swish ein harter Konkurrent zu Wero. Aber vielleicht bereitet die EPI ja einen Schweden-Deal vor?