Reden statt handeln: Commerzbank bleibt Wero schuldig

Gähnender Typ und Commerzbank-Logo

Die schlingernde Commerzbank hat mal wieder eine Wero-Ankündigung vom Stapel gelassen:

„Wir haben immer sehr aufmerksam verfolgt, ob das eine europäische Lösung werden kann oder ob es, wie man in meiner Heimat Österreich sagt, einen Fleckerlteppich ergibt, bei dem man hier damit zahlen kann und dort nicht“.

Vorstandsmitglied Thomas Schaufler in der Stuttgarter Zeitung

In dieser Ankündigungs-Poesie geht der ganze Artikel dann weiter. Die Commerzbank „verfolgt die Entwicklung“, die Commerzbank führt „Gespräche mit Wero“ – gemeint ist die EPI, die von der Commerzbank ja mitgegründet wurde – und natürlich denkt die Commerzbank „perspektivisch“. Im Klartext: Die zweitgrößte deutsche Privatbank verweigert sich Wero über eine Hinhaltetaktik.

Commerzbank immer noch nicht auf der EPI-Memberliste

Zu den Fakten: Die Commerzbank fehlt immer noch auf der EPI-Memberliste. Die Commerzbank verweigert die Arbeit und steht beobachtend in der Gegend herum. Die Commerzbank langweilt mit Presseerklärungen, die von einer KI stammen könnte.

Gleichzeitig fordert die Commerbank Solidarität gegen die UniCredit-Übernahme ein. Das passt alles nicht zusammen. Wer fordert, muss auch liefern.

UniCredit vs Commerzbank

Im März 2026 kündigte UniCredit ein öffentliches Übernahmeangebot für alle Aktionäre an. Das Angebot basiert auf einem Aktientauschverhältnis von 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie. Auf Basis der damaligen Kurse entsprach dies einer Bewertung von rund 31 Euro je Aktie.

Das UniCredit-Angebot wurde von der Commerzbank als nicht ausreichend zurückgewiesen. Dabei kritisierte das Institut, dass der Preis unter dem damaligen Marktwert lag.

Commerzbank mit Gegenstrategie

Die Commerzbank lehnt die Übernahme entschieden ab und verfolgt weiterhin eine Strategie der Eigenständigkeit. Das Management argumentiert, dass die eigene Restrukturierung und Wachstumsstrategie nachhaltig Wert schaffe und geringere Umsetzungsrisiken aufweise als eine feindliche Übernahme.

Parallel dazu hat die Commerzbank ihre mittelfristigen Ziele angehoben und eine weitere Kostensenkungsrunde angekündigt, die unter anderem den Abbau von rund 3.000 Arbeitsplätzen umfasst. Gleichzeitig sollen die Erträge bis 2028 deutlich steigen.

Politische Dimension

Die Übernahme ist auch politisch stark umstritten. Der deutsche Staat hält weiterhin rund 12 Prozent der Commerzbank-Aktien als Folge der Finanzkrise von 2008. Zusätzlich haben deutsche Regierungsvertreter sowie Arbeitnehmervertreter die Übernahme mehrfach kritisch kommentiert und vor möglichen Arbeitsplatzverlusten gewarnt.

Konflikt zwischen UniCredit und Commerzbank

Zwischen UniCredit und Commerzbank laufen keine einvernehmlichen Gespräche. Die Commerzbank wirft UniCredit vor, ohne abgestimmte Gespräche und ohne ausreichende Details vorzugehen.

UniCredit hingegen argumentiert, dass die Commerzbank strukturell unter ihren Möglichkeiten bleibe und durch eine Übernahme stärkere europäische Wettbewerbsposition erzielt werden könnten.

Sollte die UniCredit die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen, wäre dies eine der größten grenzüberschreitenden Bankenfusionen in Europa der letzten Jahre.

Portrait Bernd Schmitt

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Kommentare

2 Kommentare zu „Reden statt handeln: Commerzbank bleibt Wero schuldig“

  1. Avatar von Marian
    Marian

    Ach, die Commerzbank wird Wero schon integrieren, das dauert evtl. nur ein bisschen. Viel spannender finde ich da die Banken aus Luxemburg, die Wero am heutigen Tag einbinden wollen. Funktioniert das problemlos?

    1. Avatar von Bernd Schmitt

      In Luxemburg funktioniert das ja zumeist nicht über die vorhandene Banken-App, sondern über eine extra Wero-App.. bin mir nicht so sicher, ob da alle mitziehen..

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