WooCommerce oder Shopify? In diesem Beitrag lernen Sie die Unterschiede der beiden Einsteiger-Shopsysteme kennen. Und natürlich geht es dabei auch um die Zahlungsart Wero. Aber der Reihe nach, zunächst zu den Basics.
WooCommerce vs Shopify – die Basics
WooCommerce
WooCommerce ist ein Plugin für WordPress und setzt Kenntnisse im Bereich Hosting voraus. Haben Sie schon mal eine Domain und Webspace bei einem Hoster gebucht und WordPress installiert? Kennen Sie sich mit Plugins und Updates aus? Haben Sie WordPress schon mal gesichert und erfolgreich wiederhergestellt? Dann sollten Sie sich WooCommerce näher ansehen.
Shopify
Shopify funktioniert technisch völlig anders als WooCommerce. Shopify ist eine SaaS-Lösung. SaaS bedeutet „Software as a Service“ und heißt hier konkret: Die Shopsoftware ist schon installiert. Der Shop ist schon fertig, Sie müssen nur einziehen. Und in Zukunft übernimmt Shopify für Sie alle Updates und alle Aufgaben für Sicherheit und Wartung.
WooCommerce ist ein Kleinkind, das ständig Aufmerksamkeit will. Die Nanny sind Sie. Bei Shopify ist die Nanny inbegriffen.
WooCommerce vs Shopify – die Installation
WooCommerce
Die Installation von WooCommerce erfordert zwar keine Programmierkenntnisse, aber technisches Verständnis und Einarbeitung. Sie benötigen zunächst einen Hosting-Anbieter. Bei diesem buchen Sie ein Hosting-Paket aus Domain und Webspace. Anschließend müssen Sie WordPress von de.wordpress.org herunterladen und eine Datenbank erstellen (geht per Knopfdruck). Dann können Sie WordPress und WooCommerce installieren. Arbeitszeit, wenn Sie das zum ersten Mal machen: etwa zwei Nachmittage.
Shopify
Mit Shopify können Sie ohne technische Vorkenntnisse innerhalb kurzer Zeit einen funktionierenden Onlineshop erstellen. Die Plattform führt Sie Schritt für Schritt durch alle Bereiche. Sie müssen nichts herunterladen, nichts hochladen und nichts installieren. Sie müssen keine Datenbank erstellen und auch nicht wissen, was das ist.
Der Start eines Onlineshops ist bei WooCommerce aufwändiger als bei Shopify.
WooCommerce vs Shopify – die Kosten
WooCommerce
WordPress und WooCommerce selbst sind kostenlos. In jedem Fall entstehen allerdings monatliche Kosten von einigen Euro für das Hosting. Ob Sie zusätzlich in Premium- Themes oder Premium-Plugins investieren, hängt von Ihren Ansprüchen und Ihrem Geschäftsmodell ab. Und nach oben sind natürlich keinen Grenzen gesetzt, falls Sie für sehr individuelle Anpassungen externe Dienstleister in Anspruch nehmen.
Shopify
Shopify arbeitet mit festen monatlichen Grundgebühren. Der billigste Tarif (Shopify Basic) liegt bei 25 € pro Monat bei jährlicher Abrechnung, Der nächst höhere Tarif (Shopify Grow) kostet 66 € pro Monat bei jährlicher Abrechnung. Die Transaktionsgebühren, also die Gebühren, die Ihnen pro Kauf berechnet werden, sind bei Shopify Grow dann etwas günstiger. Hinzu kommen bei Shopify (wie bei WooCommerce) noch eventuelle Kosten für Funktionserweiterungen, bei Shopify werden sie Apps genannt, sowie Premium-Themes. Die Premium-Themes sind bei Shopify allerdings teurer als bei WooCommerce. Zusätzliche Kosten fallen bei Shopify an, wenn Sie keine Subdomain wie meinshopname@shopify.com haben möchten, sondern eine Top-Level-Domain wie meinshopname.de.
WooCommerce kann günstiger sein – oder mit komplexen Erweiterungen auch teurer werden. Shopify ist in jedem Fall mit monatlichen Fixkosten ab 25 € verbunden.
WooCommerce vs Shopify – Individualisierung
WooCommerce
Bei der Anzahl der Erweiterungen liegt WooCommerce vorne. Für WordPress, aber auch für WooCommerce stehen tausende Plugins zur Verfügung. Sie können damit nahezu jede erdenkliche Funktion realisieren. Da WordPress und WooCommerce Open-Source-Systeme sind, können Sie auch eine Agentur mit tiefgreifenden Individualisierungen beauftragen.
Shopify
In Shopify werden die Erweiterungen Apps genannt. Die Auswahl ist hier allerdings kleiner, der Rahmen für Individualisierungen ist enger gesteckt. Diese Begrenztheit hat aber nicht nur Nachteile. Shopify zeichnet sich durch eine geringere Fehleranfälligkeit aus.
Wenn Sie eine starke Individualisierung benötigen, ist WooCommerce überlegen. Wenn Sie eine stabile, standardisierte Lösung bevorzugen, bietet Shopify Vorteile.
WooCommerce vs Shopify – Skalierung
WooCommerce
Ihr Shop wächst und Sie benötigen mehr Serverleistung? Bei WooCommerce liegt die Verantwortung bei Ihnen. Sie müssen sich um Hosting, Serverleistung und Optimierung kümmern und gegebenenfalls auf ein höherwertiges Hostingangebot upgraden. Ihre monatlichen Fixkosten steigen dabei moderat.
Shopify
Shopify erledigt das Thema Serverleistung für Sie. Auch bei hohem Traffic bleibt die Performance stabil. Sie können aber, um mehr Features freizuschalteh und Kosten pro Transaktion zu sparen, von Shopify Basic zu Shopify Grow wechseln. Ihre monatlichen Fixkosten steigen dabei von 25 € auf 66 €.
Wenn der Shop wächst, können Sie mit WordPress und WooCommerce bei Ihrem Hoster einen höherwertigen Webspace buchen. Bei Shopify sparen Sie Transaktionsgebühren, von Shopify Basic zu Shopify Grow wechseln.
WooCommerce vs Shopify – Suchmaschinenoptimierung
WooCommerce
WooCommerce profitiert von den Möglichkeiten, die WordPress für die Suchmaschinenoptimierung bietet. Sie können jede URL frei wählen, Metatexte (Texte, die auf den Suchmaschinen-Ergebnisseiten angezeigt werden) anpassen. Sie können Links und Menüs an allen Positionen Ihrer Website platzieren. Weitere SEO-Funktionen bieten spezialisierte SEO-P.lugins wie Rankmath oder Yoast.
Shopify
Shopify bietet ebenfalls gute SEO-Funktionen, ist jedoch etwas weniger flexibel in der Anpassung der URL-Strukturen und der gesamten Website.
WordPress-Websites ranken sehr gut bei Google, Bing und Ecosia, etc. Davon profitiert auch WooCommerce. SEO-Funktionen hat Shopify zwar auch, aber nicht so ausgefeilt.
WooCommerce vs Shopify – Gutscheinfunktion
WooCommerce
Zur Erstellung von Gutscheinen stehen bei WooCommerce verschiedene Gutschein-Plugins zur Verfügung, kostenlos oder als Premium-Variante.
Shopify
Alle Shopify-Tarife bieten die Möglichkeit, Gutscheine zu erstellen.
Kunden lieben Gutscheine. Gutscheine lassen sich ohne Zusatzgebühren in WooCommerce und Shopify erstellen.
WooCommerce vs Shopify – Blogfunktion
WooCommerce
WooCommerce baut auf WordPress auf, WordPress war ursprünglich ein Blogsystem. Ein Blog ermöglicht es Ihnen, Beiträge im Umfeld Ihres Shops zu platzieren und Ihre Leserinnen und Leser schrittweise an Ihren Shop heranzugführen. Dank der WooCommerce-Blöcke lassen sich auch Shopelemente, zum Beispiel rabattierte Produkte, auch im Blogbereich sehr ausspielen. Sie können Produkte einschließlich „In den Warenkorb“- Button in einem Blogbeitrag platzieren.
Shopify
Auch in Shopify ist eine Blogfunktion integriert, sie ist allerdings im Vergleich zu WordPress weniger flexibel.
WooCommerce hat seine Wurzeln im Blogsystem WordPress, die Konstruktion heißt: Blog mit zusätzlichem Shop. Bei Shopify ist es umgekehrt. Die Konstruktion heißt: Shop mit zusätzlichem Blog.
WooCommerce vs Shopify – Sicherheit & Support
WooCommerce
Bei WooCommerce liegt die Verantwortung für Sicherheit und Wartung komplett bei Ihnen. Sie müssen sich selbständig über (Plugin-) Sicherheitslücken informieren und von sich aus aktiv werden, wenn es Probleme gibt. Sie müssen sich in Backup-Programme einarbeiten, Backups erstellen und die Wiederherstellung von WordPress üben. Zur Seite stehen Ihnen die Support-Foren auf wordpress.org (teilweise deutschsprachig) und wpde.org (deutschsprachig), sowie bei Premium-Versionen von Themes und Plugins die jeweiligen Hersteller. Bei Hosting-Problemen ist Ihr Hoster der richtige Ansprechpartner. Falls Ihre Website gehackt wurde, was leider vorkommen kann, erhalten Sie Hilfe von kostenpflichtigen Diensten wie WP-Wartung24.
Shopify
Shopify übernimmt Sicherheitsupdates, Backups und Wartung vollständig. Zusätzlich erhalten Sie, im Gegensatz zu WooCommerce, einen zentralen Support für alle Fragen von. Außerdem steht Ihnen das Community Forum direkt oder (englischsprachig) zur Verfügung. Allerdings hat sich Shopify als aktiver Teilnehmer aus diesem Forum wieder verabschiedet. Es ist also ein Forum von und für Shopify-Händler.
WooCommerce bietet eine hohe Flexibilität, aber fordert auch einen entsprechenden Aufwand bei der Wartung ein. Shopify nimmt Ihnen viele Aufgaben ab und bietet einen zentralen Support.
WooCommerce vs Shopify: Payment allgemein
WooCommerce
WooCommerce ist ein offenes System – mit allen Vor- und Nachteilen. Sie haben die Qual der Wahl. Sie müssen sich selbst zwischen verschiedenen Zahlungs-Gateways entscheiden und diese installierten und konfigurieren. Weil diese Gateways, die als kostenlose Plugins zur Verfügung, von unterschiedlicher Qualität sind, müssen Sie sich in das Thema Payment einarbeiten. Die bekanntesten Payment-Plugins sind Mollie, Stripe und WooPayments, wobei WooPayments auf Stripe basiert. Eine detaillierte Aleitung zu Mollie finden Sie hier: Mollie-Account anlegen. Alle drei Plugins (WooPayments, Mollie und Stripe) sind ohne monatliche Fixkosten, Sie bezahlen diese Dienste pro Transaktion.
Shopify
Bei Shopify ist die Lage etwas übersichtlicher. Sie können Shopify Payments nutzen oder externe Zahlungslösungen wie Mollie einsetzen. Bei externen Anbietern knöpft Ihnen Shopify allerdings zusätzliche Transaktionsgebühren´ab.
Bei WooCommerce haben Sie maximale Freiheit bei der Wahl der Zahlungsanbieter, aber auch die Qual der Wahl. Bei Shopify dominiert der hauseigene Anbieter Shopify Payments, die Verwendung externer Anbieter ist möglich, wir aber mit Zusatzgebühren abgestraft.
WooCommerce vs Shopify: Wero
WooCommerce
Ein eigenständiges, kostenloses Wero-Plugin ist nicht in Entwicklung, trotz Feature-Request bei WooCommerce. Wero wird aber spätestens mit der Umstellung von iDEAL zu Wero auch für WooCommerce zur Verfügung stehen. Der Grund ist ganz einfach: Die für WooCommerce gängigen PSPs Stripe, Mollie und WooPayments bieten iDEAL schon immer an.
Shopify
Auch in Shopify ist iDEAL integriert, Sie erhalten also Wero in jedem Fall mit der automatische UMstallen von iDEAL zu Wero. Sie können aber auch einen externen Anbieter wie Mollie in Shopify einsetzen und damit Wero früher als die Konkurrenz in Ihrem Shop verfügbar machen.
Bei WooCommerce und Shopify wird Wero durch die Umstellung von iDEAL automatisch verfügbar. Wer Wero etwas schneller anbieten möchte, kann auf die etwas frühzeitigere Wero-Integration des EPI-Mitglieds Mollie spekulieren.
WooCommerce vs Shopify: eBay und Amazon verbinden
WooCommerce
Um WooCommerce mit eBay, Amazon und anderen Marktplätzen zu verbinden, müssen Sie teils kostenpflichtige Plugin erwerben, installieren und konfigurieren. WooCommerce ist nicht für den Multichannel-Handel ausgelegt. Die Anbindung erfordert zusätzliche Plugins, Einarbeitung und Konfiguration.
Shopify
Shopify bietet mit Shopify Plus einen Service „Out of the box“ an, mit dem Sie über 20 Vertriebskanäle über ein zebtrales Dashboard verwalten können. Allerdings beginnt das Shopify Plus-Abo beginnt bei 2.100 € EUR pro Monat.
Der Multichannel-Vertrieb ist bei WooCommerce mit einem relativ hohen Aufwand verbunden, bei Shopify mit hohen kosten.
WooCommerce vs Shopify: Fazit
WooCommerce eignet sich für Sie, wenn Sie WordPress-Knowhow und Erfahrung mitbringen und Ihren Shop individuell gestalten möchten.
Shopify ist die bessere Wahl, wenn Sie schnell starten möchten, möglichst wenig technischen Aufwand haben wollen und eine stabile Komplettlösung suchen.
Es ist eine Grundsatzentscheidung
Die Wahl zwischen WooCommerce und Shopify ist eine Grundsatzentscheidung zwischen zwei völlig unterschiedlichen Ansätzen. Die Shopsysteme sind nicht miteinander kompatibel und Sie können auch nicht so einfach zwischen WooCommerce und Shopify wechseln. Wenn Sie aufs falsche Pferd gesetzt haben, müssen Sie neu beginnen. Die Entscheidung WooCommerce vs Shopify will also gut überlegt sein.

PS: Ich habe versucht, möglichst objektiv zu sein. Falls mir das nicht gelungen ist … bitte Kommentarfunktion nutzen

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