Wero-Statistik 2026

12 Mio

Eine aktuelle Wero-Statistik für Juni 2026 hat EPI-Chefin Martina Weimert veröffentlicht. Außerdem wurde eine Zielmarke für Ende 2026 genannt.

Wero-NutzerAnzahl
Europa56 Millionen
Deutschland8,6 Millionen
Deutschland Ende 2026*12 Millionen
*geplant

Quelle: Plaudertaschen-Podcast 28.6.2026

Veröffentlicht wurde die Wero-Statistik im Banking-Podcast Plaudertaschen von Robin Nehring und Patrick Fritz. Zu Gast waren dort:

  • Martina Weimert, CEO der European Payment Initiative, der Initiative hinter WERO
  • Christian Plaza-Bartsch, Geschäftsführer von S-Payment, dem Payment-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe
Was ist S-Payment?

S-Payment ist Teil der Sparkassen-Gruppe. Die Sparkasse ist eine öffentlich-rechtliche Bank, die vor allem regional tätig ist. Ihr Hauptauftrag besteht darin, die Bevölkerung und die Wirtschaft vor Ort mit Finanzdienstleistungen zu versorgen. Dazu gehören klassische Bankprodukte wie Girokonten, Kredite, Sparanlagen und Baufinanzierungen.

Ein wesentliches Merkmal der Sparkassen ist ihre regionale Struktur. Jede Sparkasse agiert eigenständig in ihrem Geschäftsgebiet und ist eng mit der lokalen Wirtschaft verbunden. Gewinne werden in der Regel wieder in die Region investiert, etwa durch die Förderung von Projekten, Vereinen oder kulturellen Einrichtungen.

Die Rolle von S-Payment

S-Payment ist ein spezialisiertes Unternehmen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Es kümmert sich nicht um klassische Bankgeschäfte, sondern um Wero und andere Payment-Lösungen.

Zu den Aufgaben von S-Payment gehören unter anderem die Entwicklung und Bereitstellung von mobilen Bezahlfunktionen, etwa über Apps oder kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone. Wero, Kartenlösungen und die technische Infrastruktur für Zahlungsabwicklungen fallen in diesen Bereich.

S-Payment arbeitet im Hintergrund und stellt sicher, dass moderne Zahlungsmethoden für Kundinnen und Kunden der Sparkassen reibungslos funktionieren.

Der Unterschied zwischen Sparkasse und S-Payment

Die Sparkasse ist die Bank, bei der Kundinnen und Kunden ihre Konten führen, Kredite aufnehmen oder Geld anlegen. S-Payment hingegen ist ein Dienstleister, der sich auf die technische Umsetzung von Zahlungsprozessen spezialisiert hat.

Während die Sparkasse direkt mit den Kundinnen und Kunden arbeitet, ist S-Payment eher im Hintergrund tätig. Das Unternehmen entwickelt Lösungen, die von der Sparkasse genutzt werden, um moderne Zahlungsdienste anzubieten.

Zusammenspiel in der Praxis

In der Praxis arbeiten Sparkasse und S-Payment eng zusammen. Wenn Kundinnen und Kunden beispielsweise mit dem Smartphone bezahlen oder eine digitale Wallet nutzen, steckt oft Technologie von S-Payment dahinter.

Die Sparkasse stellt dabei die Kundenbeziehung und die Konten bereit, während S-Payment die technischen Lösungen liefert, die diese Funktionen ermöglichen.

Fazit

Die Sparkasse und S-Payment sind Teil derselben Finanzgruppe, erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben. Die Sparkasse ist die Bank für den täglichen Finanzbedarf, während S-Payment als technischer Spezialist für moderne Bezahlverfahren im Hintergrund agiert.

12 Millionen Wero-Nutzer Ende 2026

Mit 12 Millionen anvisierten Wero-Nutzern hat Martina Weimert eine ambitionierte Hausnummer für die Wero-Roadmap genannt. Geplaudert wurde auch über die Malle-Aktion der Sparkassen und deren virale Wirkung. Apropos Sparkassen, über 6 Millionen der 8,6 Millionen Wero-User gehen auf deren Konten.

Was will Wero?

Europa greift im Zahlungsverkehr nach mehr Unabhängigkeit. Im ersten Halbjahr 2025 wurden im Euroraum 77,7 Milliarden bargeldlose Zahlungen im Wert von rund 116 Billionen Euro abgewickelt. Visa, Mastercard, Paypal, Google Pay und Apple Pay dominieren dabei mit einem Anteil von weit über 50 Prozent an allen Transaktionen.

Quelle: EZB

Das Potenzial von Wero

Genau hier setzt das neue europäische Projekt an: Wero verbindet Staaten im Euro-Raum und Staaten verbindet aktuell 56 Millionen Nutzer. Das Potenzial wird aktuell (Juli 2026) auf 130 Millionen Nutzer geschätzt. Technisch basiert Wero auf Echtzeitüberweisungen statt auf Kartennetzwerken – die Transaktionen verlaufen direkt von Bank zu Bank.

Europa statt US-Dominanz

Internationale Kartensysteme dominieren heute Europas Zahlungsverkehr. Rund 61 Prozent aller Kartenzahlungen im Euroraum laufen über die US-Anbieter Visa und Mastercard.

Visa und Mastercard verarbeiten weltweit zusammen Transaktionen im Umfang von rund 24 Billionen US-Dollar jährlich.

Quelle: EZB

Diese Abhängigkeit ist nicht nur ökonomisch, sondern zunehmend geopolitisch relevant. Europäische Institutionen warnen, dass Zahlungsinfrastruktur im Krisenfall ein strategischer Hebel sein kann – vergleichbar mit Energie oder Technologie.

Was Europa zu bieten hat

Die europäische Antwort setzt bewusst nicht auf einen radikalen Neustart, sondern auf bestehende Systeme. Dienste wie Bizum (über 30 Millionen Nutzer in Spanien), MB WAY in Portugal oder Vipps MobilePay im Norden.

Gemeinsam mit der EPI-Initiative rund um Wero entsteht so ein Verbund mit rund 130 Millionen Nutzern. Auch Wero selbst wächst schnell: Von rund 43 Millionen Nutzern im Jahr 2025 auf über 56 Millionen im Juli 2026.

Warum wechseln Nutzer zu Wero?

Für Verbraucher funktionieren die bestehenden Zahlungarten reibungslos. Ein Wechsel erfolgt nur, wenn klare Vorteile entstehen: Niedrigere Gebühren, schnellere Transaktionen oder bessere Datensouveränität. Wero kann hier in allen drei Punkten überzeugen.

Zahl der aktiven Wero-Nutzer bleibt Geheimnis

Kleiner Wermutstropfen: Die Anzahl der aktiven Wero-Nutzer, also der Personen, die den Dienst auch regelmäßig in Anspruch nehmen, bleibt ein Betriebsgeheimnis der EPI.

Was Händlern auf den Taschen liegt

Dieses Bonmot zu den exorbitanten Gebühren eines gewissen Zahlungedienstleisters, dessen Name im Podcast nicht genannt werden durfte, hat mir besonders gut gefallen:

Alles, was den Händlern auf den Taschen liegt, wird letztendlich an die Konsumenten weitergegeben.

Martina Weimert
Portrait Bernd Schmitt

Sind 12 Millionen Wero-User realistisch?

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