Kann ich bei der Deutschen Bahn mit Wero bezahlen?

Alle reden von Wero. Wir nicht. Parodie auf Bahn-Plakat aus den 80ern. Idee: Bernd Schmitt

Bei der Deutschen Bahn mit Wero bezahlen? Das geht leider immer noch nicht. Was jammerschade ist, denn Wero kann nur gelingen, wenn auch die kritischen Dienste mitspielen. Zu Deutschlands systemrelevanten Unternehmen zählt die Bahn. Sie bewegt täglich 12 Millionen Menschen. Ihre Tickets bezahlen die meisten Fahrgäste mit dem DB Navigator.

Kann der DB Navigator Wero?

Nein, der DB Navigator kann kein Wero. Im Navigator werden Tickets und Bahncards bezahlt, und seit Sommer 2026 lassen sich via Call-a-Bike sogar Fahrräder buchen. Über den Navigator fließt das Geld von den Kunden zum Konzern. Aber nicht mit Wero.

Die Zahlungsarten bei der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn bietet aktuell (September 2026) für den Kauf von Tickets und Bahncards nur fünf Zahlungsarten an, und zwar in dieser Reihenfolge:

  1. Paypal – nur mit Paypal-Konto
  2. SEPA-Lastschrift – nicht für alle Produkte
  3. Apple Pay – nur mit Apple ID
  4. Kreditkarte – nur VISA, Mastercard, American Express, AirPlus und Diners Club
  5. Bonvoyo – nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Auffällig ist, dass PayPal bei der Deutschen Bahn ganz oben steht, noch vor der SEPA-Lastschrift. Das macht stutzig, denn jedes Unternehmen, das Geld mit PayPal einzieht, muss dafür opulente Händlergebühren abdrücken. Wero wäre, bei konservativer Schätzung, um etwa die Hälfte billiger. Und auch die SEPA-Lastschrift verursacht im Vergleich zu PayPal nur geringe Kosten. Trotzdem ist SEPA ist bei der Bahn nicht beliebt.

Bahn hat SEPA-Lastschrift eingeschränkt

Der Grund für die Zweitrangigkeit der Lastschrift ist in den Zahlungs-FAQs der Bahn zu finden. Die gute alte SEPA-Lastschrift steht bei der Bahn nämlich nur eingeschränkt zur Verfügung. Wer ein Sparpreis-Ticket oder die BahnCard 100 bestellen will, schaut mit SEPA in die Röhre. Als Begründung verweist die Bahn auf angebliche Sicherheitslücken:

Aktuell sind verstärkt betrügerische Aktivitäten basierend auf sogenannten Phishing-E-Mails zu verzeichnen. Als eine vorsorgliche Maßnahme zu Ihrem Schutz können Sie deshalb Sparpreis-Tickets und eine BahnCard 100 auf dieser Website und in der App bis auf Weiteres nicht mit dem Lastschrift-Verfahren bezahlen.

DB FAQ, 16.3.2026

Hat die Bahn zu viel Geld?

Als „vorsorgliche Maßnahme“ gegen Phising-Mails schränkt die Bahn also die Zahlung per SEPA-Lastschrift ein. Dafür wirft sie das Geld der Fahrgäste Paypal in den Rachen. Weiß die Bahn, dass auch Paypal von Phishing-Mails betroffen ist? Und wo bleiben da die vorsorglichen Maßnahmen? Wero ist eine sichere Zahlungart, aber vielleicht ist der Wero-Anschluss ja nur technisch zu aufwändig? Ist das der Grund?

Ist Wero der Bahn zu aufwändig?

Nein, auch dieses Argument zieht nicht. Mit Bonvoyo hat die Bahn ja selbst schon ein neues Zahlungssystem in den DB-Navigator gebracht. Allerdings hat die Sache einen Haken: Bonvoyo ist nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn zugänglich. Aber diese Einschränkung sei verziehen, dann was die Bahn braucht, ist ganz bestimmt keine weitere Insellösung für Bezahlen. Die Bahn braucht den Wero-Anschluss, die Bahn muss auf die grüne Seite dieser Liste!

Deutsche Bahn, schließ Wero an!

Die European Payments Initiative (EPI), wie im obigen Foto vom Frankfurter Hauptbahnhof zu sehen, verhält sich der Deutschen Bahn gegenüber spendabel. So ein riesiges Werbebanner ist ja schließlich nicht ganz billig. Wie wäre es da mit einer Gegenleistung? Also liebe Bahn, schließ endlich Wero an. Hier sind die wichtigsten Argumente für die neue europäische Zahlungsart:

  • Wero ist für die Bahn wie für jedes andere Unternehmen kostengünstiger als Paypal, Apple Pay und Kreditkarten
  • Wero ist sicher
  • Wero ist Made in Europe

Billigere Bahn-Tickets bitte

Die Tabelle zeigt, wie sehr sich das Deutschlandticket verteuert hat:

JahrPreis pro Monat
20229 €
202349 €
202449 €
202558 €
202663 €

Das durch den Umstieg von Paypal auf Wero eingesparte Geld kann von der Deutschen Bahn gerne an uns Kundinnen und Kunden weitergegeben werden. Bitte liebe Bahn, macht die Fahrpreise wieder erschwinglich und friert das Deutschlandticket für zehn Jahre auf den Preis von 49 Euro pro Monat ein. Dann klappt es auch mit der vielgepriesenen Verkehrswende von der Straße auf die Schiene.

Die Rolle der Bahn für die Verkehrswende

Die Verkehrswende gehört zu den zentralen politischen Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Angesichts von Ölkrise, überlasteten Verkehrssystemen und der mangelhaften Verhütung von Verkehrsunfällen steht die Frage im Raum, wie Mobilität künftig besser organisiert werden kann.

Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene

Die Verkehrswende hat folgende Ziele:

  • Emissionen zu reduzieren
  • Energie sparen
  • Flächen effizient nutzen
  • Unfälle verhüteh

Im Zentrum der Verkehrsswende steht die Verlagerung von Auto- und Flugverkehr hin zu umweltfreundlicheren Alternativen. Neben der Förderung von Fuß- und Radverkehr spielt die Bahn eine entscheidende Rolle, da sie große Transportmengen über lange Distanzen mit geringem Energieaufwand bewältigen kann.

Schienen sparen Energie

Bahnverkehrs ist energieeffizient. Züge verbrauchen durch den geringen Rollwiderstand von Stahlrädern auf Stahlschienen deutlich weniger Energie pro transportierter Person oder Tonne Güter als Straßenfahrzeuge. Besonders elektrische Bahnen haben hier einen klaren Vorteil, da sie mit erneuerbarer Energie betrieben werden können und damit nahezu klimaneutral funktionieren. In vielen europäischen Ländern wird der Anteil erneuerbarer Energien im Bahnstrom kontinuierlich erhöht, wodurch die Klimabilanz des Bahnverkehrs weiter verbessert wird.

Die Schiene reduziert den Flächenverbrauch

Neben der Energieeffizienz bietet die Bahn auch Vorteile hinsichtlich der Flächennutzung. Straßenverkehr benötigt große Flächen für Fahrbahnen, Parkplätze und Infrastruktur. Eisenbahnlinien hingegen können deutlich mehr Menschen oder Güter auf weniger Raum transportieren. In dicht besiedelten Regionen wird dies besonders deutlich: Ein einzelner Zug kann mehrere hundert Personen transportieren und damit zahlreiche Autos ersetzen. Dies reduziert nicht nur den Flächenbedarf, sondern auch Staus, Lärm und Luftverschmutzung.

Güter gehören auf die Bahn

Ein weiteres Argument für den Ausbau des Bahnverkehrs ist seine Rolle im Gütertransport. Der Güterverkehr auf der Straße ist einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor. Eine stärkere Verlagerung von Gütern auf die Schiene könnte hier erhebliche Einsparungen bringen. Besonders im kombinierten Verkehr, bei dem Container oder Wechselbrücken zwischen Lkw, Bahn und Schiff wechseln, kann die Bahn ihre Stärken ausspielen. Dabei übernimmt die Bahn die langen Transportstrecken, während Lkw die sogenannte „letzte Meile“ bedienen.

Die Infrastruktur der Bahn ist überlastet

Trotz dieser Vorteile steht der Bahnverkehr vor erheblichen Herausforderungen. In vielen Ländern ist das Schienennetz über Jahrzehnte hinweg zu wenig ausgebaut oder modernisiert worden. Engpässe, überlastete Strecken und veraltete Infrastruktur führen zu Verspätungen und begrenzen die Kapazität. Für eine erfolgreiche Verkehrswende sind daher massive Investitionen notwendig. Dazu gehören der Ausbau bestehender Strecken, die Elektrifizierung bislang nicht elektrifizierter Linien, der Bau neuer Hochgeschwindigkeitsstrecken sowie die Modernisierung von Bahnhöfen und Signalanlagen.

Digital ist besser

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Digitalisierung des Bahnverkehrs. Moderne Leit- und Sicherungssysteme können die Kapazität des bestehenden Netzes deutlich erhöhen, indem sie kürzere Zugabstände ermöglichen. Systeme wie das europäische Zugsicherungssystem ETCS sollen langfristig nationale Standards ablösen und den grenzüberschreitenden Bahnverkehr vereinfachen.

Personenverkehr

Der Personenverkehr auf der Schiene erlebt in vielen Ländern eine Renaissance. Hochgeschwindigkeitszüge verbinden große Städte immer schneller miteinander und machen die Bahn auf Strecken bis etwa 800 Kilometer zur konkurrenzfähigen Alternative zum Flugzeug. Damit auch der regionale Bahnverkehr an Bedeutung gewinnt, sind zuverlässige Taktfahrpläne, gute Anschlussverbindungen und eine attraktive Tarifstruktur notwendig.

An der Schweiz orientieren

Länder wie die Schweiz zeigen, wie eine gut ausgebaute Infrastruktur die Attraktivität des Schienenverkehrs erhöht.

Regionen besser an die Schiene anbinden

Ein leistungsfähiger Bahnverkehr kann dazu beitragen, Regionen besser miteinander zu verbinden und den Zugang zu Arbeitsplätzen, Bildungseinrichtungen und kulturellen Angeboten zu erleichtern. Gleichzeitig kann eine Verlagerung von Verkehr auf die Schiene die Lebensqualität in Städten verbessern, indem die Folgen des Pendelverkehrs abgemildert werden: Lärm, Abgase und Flächenverbrauch.

Neubaustrecken

Der Bau neuer Bahntrassen erfordert leider oft Planungszeiten von Jahrzehnten. Deshalb ist es entscheidend, frühzeitig klare Prioritäten für die Schiene zu setzen.

Wero ist grenzüberschreitend

Ein weiteres Argument pro Wero ergibt sich aus der europäischen Dimension des Bahnverkehrs. Viele Bahnreisen überschreiten nationale Grenzen, insbesondere im Hochgeschwindigkeits- und im Nachtzugverkehr. Ein einheitliches europäisches Bezahlsystem kann die Buchungen erleichtern.

Grenzüberschreitende Bahntickets kaufen

Der Kauf von grenzüberschreitenden Bahntickets ist heute leider immer noch eine echte Herausforderung, besonders im europäischen Nachtzugverkehr. Wenn Wero in allen europäischen Ländern verbreitet ist, können Fahrgäste hoffentlich grenzüberschreitende Bahnreisen etwas einfacher buchen. Jedenfalls, ohne sich auch noch mit den Eigenheiten unterschiedlicher nationaler Zahlungssysteme befassen zu müssen.

Liege- und Schlafwagen

Wer heute einen Liege- oder Schlafwagen von München nach Rom oder von Wien nach Amsterdam reservieren möchte, wird vom DB-Navigator an die Nightjet-Webseite der ÖBB verwiesen. Und selbst ein einfacher Sitzplatz auf einer innerdeutschen Teilstrecke ist nicht über die Deutsche Bahn buchbar. Das muss einfach unkomplizierter funktionieren.

Europäische Nachtzugverbindungen

Europäische Nachtzugverbindungen erleben seit einigen Jahren eine deutliche Renaissance. Nachdem viele Nachtzugangebote in den 2000er und frühen 2010er Jahren eingestellt wurden, wächst heute wieder das Interesse an dieser Reiseform. Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Steigendes Umweltbewusstsein
  • Suche nach Alternativen zum Kurzstreckenflug
  • Nostalgische Sehnsucht nach dem alten Europa
  • Sparen einer Hotelübernachtung

Hotelübernachtung sparen

Nachtzüge verbinden Städte über lange Distanzen. Wer abends einsteigt, erreicht am nächsten Morgen sein Ziel. Besonders auf Strecken zwischen etwa 600 und 1500 Kilometern stellt der Nachtzug eine attraktive Alternative zum Flugzeug dar. Reisende sparen sich eine Hotelübernachtung und vermeiden lange Wartezeiten an Flughäfen.

ÖBB-Nachtzüge

Ein zentraler Anbieter von Nachtzügen in Europa ist die österreichische Bahngesellschaft ÖBB. Sie betreibt unter der Marke Nightjet ein umfangreiches Netz an Nachtzugverbindungen, das zahlreiche europäische Metropolen miteinander verbindet. Von Städten wie Wien, München oder Zürich fahren Züge beispielsweise nach Hamburg, Amsterdam, Rom oder Paris. Die Nightjet-Züge bieten verschiedene Komfortklassen, darunter Sitzwagen, Liegewagen und Schlafwagen mit privaten Abteilen.

SNCF (Frankreich) und SJ (Schweden)

Auch andere europäische Bahnunternehmen beteiligen sich am Ausbau des Nachtzugnetzes. Die SNCF hat in Frankreich einige nationale Nachtzuglinien wieder eingeführt. In Skandinavien betreibt die SJ Nachtzüge, die unter anderem Stockholm mit Nordschweden verbinden.

Energiesparen

Ein Argument für die Wiederbelebung der Nachtzüge ist die durch den Krieg im Iran ausgelöste Ölkrise von 2026. Die energieeffiziente Bahn kann dazu daher beitragen, Auto- und Flugreisen auf kurzen und mittleren Distanzen zu ersetzen.

Die Bahn braucht neue Trassen

Was die Renaissance des Nachtzugverkehrs stört, ist die fehlende Infrastruktur. Viele Bahnstrecken sind bereits stark ausgelastet, insbesondere tagsüber durch den Hochgeschwindigkeits- und Güterverkehr. Nachtzüge benötigen jedoch Zeitfenster während der Nacht, in denen gleichzeitig Wartungsarbeiten an den Strecken stattfinden.

Mehr Schlafwagen bitte

Ein weiterer Aspekt betrifft das Rollmaterial. Schlafwagen und Liegewagen sind aufwendiger und teurer als normale Reisezugwagen. Viele der derzeit eingesetzten Wagen stammen noch aus älteren Generationen und müssen modernisiert oder ersetzt werden. Einige Bahnunternehmen investieren deshalb in neue Nachtzugzüge mit verbesserten Schlafkabinen, mehr Privatsphäre und modernen Ausstattungen wie WLAN oder individuellen Sanitärbereichen.

Nachtzüge buchen und bezahlen

Die Buchung internationaler Bahnreisen ist zu kompliziert. Unterschiedliche Tarifsysteme und getrennte Buchungsplattformen erschweren die Planung. Es fehlt an einheitlichen Buchungs- und Zahlungssystemen, um europäische Nachtzüge attraktiver zu machen.

Die Bahn und das Wero-Projekt

Wero kann über die finanzielle Entlastung die Bahn voranbringen, und die Bahn das gesamte Wero-Projekt. Win-win wird sowas gewöhnlich genannt. Also liebe Bahn, integriere bitte die neue europäische Zahlungsart in den DB-Navigator und die Buchungs-Website. Hier eine Gratis-Idee fürs Bahn-Marketing:

Alle reden von Wero. Wir haben den Anschluss.

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