Shopify vs Paypal, Stripe, Wero

Shopify-Männchen weist Stripe, Paypal und Wero zurück.

Shopify bringt Bewegung in den Payment-Markt. Das SaaS-Shopsystem Shopify wird zum PSP, zum Payment Service Provider. Wie das Handelsblatt meldet, hat Shopify in den USA Lizenzen als Money Transmitter beantragt und greift damit die etablierten Zahlungsdienstleister Paypal und Stripe an.

Die Shopify-Strategie

Das kanadische Unternehmen baut damit seine Rolle entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Onlinehandel aus. Was Shopify will: Händlern eine vollständig integrierte Plattform bieten, also nicht nur die technische Infrastruktur für Onlineshops bereitstellen, sondern auch die Zahlungsabwicklung komplett übernehmen. Statt lediglich als Softwareanbieter zu agieren, wird Shopify zu einem Vollanbieter inklusive Payment Service Provider.

Vor- und Nachteile für Händler

Vorteile

Händlerinnen und Händler müssen sich, solange sie voll auf das Payment-System von Shopify setzen, weniger um technischen Schnittstellen kümmern.

Nachteile

Die stärkere Kontrolle über die gesamte Infrastruktur erhöht die Abhängigkeit der Händler von Shopify. Zudem erhält Shopify Zugriff auf wertvolle Transaktionsdaten, die möglicherweise für Konflikt mit den hohen europäischen Datenschutz-Standards sorgen.

Shopify als PSP

Nun könnte man meinen, die Ausweitung des Shopify-Geschäftsmodells beträfe nur den US-Markt. Schließlich hat Shopify ja nur in den USA Lizenzen als Money Transmitter beantragt. Ein aktuelles Shopify-Stellenangebot zeigt allerdings, wohin die Reise gehen soll:

„Shopify is building a Money Movement Platform that spans multiple licensed entities across the US, UK, and EU.“

Quelle: Shopify

„Across the US, UK, and EU“. Shopify will sich demnach als Money Movement Platform, sprich als PSP auf dem europäischen Markt etablieren. So wie auch Stripe und Mollie, aber mit dem speziellen Ansatz der Kombination von PSP und Shopsystem. Clever gemacht!

Shopify vs Wero

Für das europäische Wero-Projekt ergeben sich daraus, vorsichtig ausgedrückt, einige Herausforderungen. Wero soll ja als europäische Zahlungslösung aufgebaut werden. Wenn große Plattformen wie Shopify eigene Zahlungssysteme integrieren, könnte dies die Marktdurchdringung von Wero erschweren. Händler haben dann weniger Anreiz, zusätzliche Zahlungsoptionen wie Wero einzubinden.

Fragmentierung statt Werofizierung

Große SaaS-Plattformen wie Shopify können durch ihre Reichweite eigene Standards setzen. Dies könnte die Fragmentierung im Zahlungsmarkt verstärken und die Etablierung von Wero behindern. Was wäre, wenn andere Shopanbieter wie Shopware, Magento oder Oxid nachziehen? Dann müsste sich Wero, das sich selbst ja als umfassendes und von jeglicher Shopsoftware unabhängiges Zahlungs-Ökosystem versteht, in einem Umfeld zunehmend geschlossener Zahlungs-Systeme behaupten.

Wero – wo bleiben die Schnittstellen?

Für Wero steigt jetzt der Druck, den Händlerinnen und Händler klare Vorteile zu bieten. Und jetzt werde ich mal ganz konkret: Liebe EPI, macht doch mal Nägel mit Köpfen, nehmt eine Million in die Hand und gebt Folgendes in Auftrag: Die Programmierung eines unabhängigen, kostenlosen und wohl gepflegtes Zahlungs-Plugins für WooCommerce. Ein Plugin, das ohne PSP funktioniert.

Portrait Bernd Schmitt

Ihre Meinung? Yay oder Nay zu Shopify als PSP?

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