Quelle ist ein Mythos. Wer schon etwas älter ist, kennt noch das meistgelesene Buch des 20. Jahrhunderts, den gedruckten Quelle-Katalog. Die Jüngeren fragen bitte ihre Eltern oder Großeltern.
Die Geschichte von Quelle beginnt 1927 in Fürth, als Gustav Schickedanz ein kleines Versandhandelsunternehmen gründet. Die Idee ist einfach und zugleich visionär: Waren sollen für breite Bevölkerungsschichten zugänglich werden, unabhängig von Standort oder Ladengeschäft. In einer Zeit, in der Konsum noch stark lokal geprägt ist, setzt Quelle auf Kataloge als zentrales Vertriebsmedium. Kunden bestellen per Post, die Ware wird direkt nach Hause geliefert. Das Konzept trifft den Nerv der Zeit, und das Unternehmen wächst schnell. Bereits in den 1930er Jahren zählt Quelle zu den bedeutenden Versandhändlern in Deutschland.
Quelle im Nationalsozialismus
Der Gründer Gustav Schickedanz trat 1933 in die NSDAP ein und profitierte in den folgenden Jahren von der sogenannten „Arisierung“ jüdischer Unternehmen. Dabei wurden jüdische Geschäftsinhaber enteignet oder zum Verkauf gezwungen, häufig weit unter Wert. Auch Quelle übernahm dabei Unternehmensanteile.
Über das genaue Ausmaß der Verflechtungen und wirtschaftlichen Vorteile wird in der historischen Forschung diskutiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schickedanz im Rahmen der Entnazifizierung zunächst als „Mitläufer“ eingestuft, später jedoch teilweise entlastet, was ebenfalls Gegenstand kritischer Betrachtung ist. Historiker werfen Gustav Schickedanz vor, er habe zu den Natiomalsozialisten beste Kontakte unterhalten
Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg brachte massive Einschnitte, das Unternehmen wurde stark beschädigt. Doch in der Nachkriegszeit gelingt ein bemerkenswerter Wiederaufbau. In den 1950er Jahren profitiert Quelle vom Wirtschaftswunder. Der Versandhandel wird zu einem Symbol des aufstrebenden Konsums in der Bundesrepublik. Die Kataloge werden umfangreicher, die Produktpalette wächst rasant – von Kleidung über Haushaltsgeräte bis hin zu Möbeln. Quelle steht für Verlässlichkeit und erschwinglichen Wohlstand.
Blütezeit des Versandhandels
In den 1960er bis 1980er Jahren erreicht Quelle seine größte Bedeutung. Die dicken Kataloge liegen in Millionen Haushalten und prägen das Konsumverhalten ganzer Generationen. Der Name Quelle wird nahezu synonym mit Versandhandel. Das Unternehmen baut seine Logistik aus, modernisiert Lager und Versandprozesse und expandiert international. Gleichzeitig entstehen Tochterfirmen und Kooperationen, die das Angebot erweitern. Quelle wird Teil eines immer größer werdenden Handelskonzerns und entwickelt sich zu einem zentralen Akteur im europäischen Versandgeschäft.
Herausforderungen durch neue Märkte und Technologien
Ab den 1990er Jahren verändert sich die Handelslandschaft grundlegend. Neue Wettbewerber treten auf, internationale Märkte öffnen sich, und der stationäre Einzelhandel entwickelt sich weiter. Vor allem aber beginnt die Digitalisierung, den Handel zu verändern. Während andere Unternehmen früh auf Online-Vertrieb setzen, fällt es Quelle schwer, sich schnell genug anzupassen. Strukturen, die über Jahrzehnte erfolgreich waren, erweisen sich nun als träge. Der klassische Katalog verliert an Bedeutung, während das Internet an Einfluss gewinnt.
Quelle meldet Insolvenz an
Sinkende Umsätze, wachsender Wettbewerb und strategische Fehlentscheidungen führen schließlich zur Insolvenz im Jahr 2009. Damit endet die Geschichte von Quelle als eigenständiger Versandhandelsriese. Für viele Menschen markiert dies das Ende einer Ära, die eng mit persönlichen Erinnerungen und dem Lebensgefühl vergangener Jahrzehnte verbunden ist.
Marke im digitalen Zeitalter
Trotz der Insolvenz lebt die Marke weiter. Quelle wird von neuen Eigentümern übernommen und als Online-Shop neu positioniert. Im digitalen Umfeld steht die Marke heute für einen modernen Versandhandel. Während der klassische Katalog verschwunden ist, bleibt die Idee bestehen, die Quelle einst groß gemacht hat: ein breites Sortiment, bequem verfügbar für alle. Die Geschichte von Quelle ist damit auch ein Beispiel für den Wandel des Versandgeschäfts – vom gedruckten Katalog zum Onlineshop.
Der Quelle-Katalog lag auf jedem deutschen Wohnzimmertisch. Im Frühjahr und Herbst kam er neu raus, im Sommer und Winter war er völlig zerfleddert.
Jetzt aber Schluss mit der Nostalgie, zurück in die Jetztzeit. Wie wird Wero bei Quelle integriert und wer erledigt den Job?
Wero – technische Umsetzung
Verantwortlich für die technische Wero-Umsetzung ist bei großen und komplexen Shops ein entsprechender Payment Service Provider, kurz PSP. Für Quelle, Baur, Combi & MyTime ist das Nexi.
Die Wero-Integration von Quelle, Baur, Combi & MyTime ist noch nicht abgeschlossen, der Status bei der Verfügbarkeit ist also noch auf Gelb. Den aktuellen Status können Sie hier mitverfolgen: Wero-Shopliste.
Welchen PSP benötige ich?
Sie sind auch Händler, nutzen aber ein standardisiertes Shopsystem wie WooCommerce, Shopify, Magento, Oxid, JTL, Prestashop, etc? Dann sind PSPs wie Nexi oder Wordline mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Nummer zu groß. Für standardisierte Shopsysteme gibt es kostenlose und standardisierte Lösungen von PSPs wie Stripe oder Mollie. Eine sehr detalillierte Anleitung (Babyschritt für Babyschritt) zum Onboarding bei Mollie finden Sie hier auf demoshops.de: Mollie-Account anlegen. Falls Sie eher Stripe bevorzugen, ist das auch kein Problem, das Onboarding ist sehr ähnlich.
Zum Zeitplan: Mollie und Stripe haben Wero zwar noch nicht umgesetzt, aber dieser Schritt steht unmittelbar bevor. Wenn Sie unter den ersten kleinen und mittleren Wero-Händlern sein möchten, sind Sie damit auf jeden Fall in einer guten Start-Position. Das Wero-Rennen nimmt nämlich gerade Fahrt auf. Und die letzten Händler beißen die Hunde.
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