Wero sagt AWS ade! Wero beendet die Nutzung von Amazons Cloud-Dienst AWS. Die European Payments Initiative (EPI) stellt mit einem Linkedin-Post klar, dass die Nutzung der AWS-Cloud nur für die Wero-Startphase nötig war und schrittweise beendet wird: Reducing dependency on international providers.
Warum Wero AWS nutzt
Die Begründung für den AWS-Frevel liefert die EPI nach: Die Entscheidung für die Auslagerung zu Amazon fiel, da Wero von Beginn an auf Millionen von Nutzern ausgerichtet war und dafür keine existierende Infrastruktur zur Verfügung stand. Und in der Aufbauphase konnte auch keine passende Wero-Cloud aus dem Hut gezaubert werden.
Gleichzeitig stellt die EPI klar, dass die AWS-Nutzung im Widerspruch zum erklärten Ziel steht, mit Wero eine unabhängige und komplett europäische Zahlungsart zu etablieren.
Wero beendet AWS-Nutzung schrittweise
Der aktuelle Stand: Weil ein sofortiger Wechsel mit erheblichen Risiken verbunden wäre, wird sich Wero schrittweise von Amazon AWS lösen. Die Exit-Strategie der EPI: Abhängigkeiten werden nach und nach reduziert und durch europäische Lösungen ersetzt. Ziel ist es, langfristig eine Server-Struktur unter europäischer Kontrolle aufzubauen.
AWS-Kritik aus technischer Sicht
Die Kritik an der Nutzung von AWS ist nicht nur kaufmännisch begründet, schwerwiegende ist die rechtliche Situation. Durch US-Gesetze wie den 2018 verabschiedeten CLOUD-Act („Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act“) besteht die Möglichkeit, dass amerikanische Behörden Zugriff auf Wero-Daten erhalten könnten, selbst wenn die Server in Europa stehen. Auch bei verschlüsselten Daten bleibt mit der AWS-Nutzung also ein Restrisiko bestehen. Siehe dazu diesen Beitrag: Wero-Daten auf der Amazon-Cloud?
AWS-Kritik aus kaufmännischer Sicht
Ein weiterer Kritikpunkt ist kaufmännischer Natur. Wer sich als Händlerin oder Händler bewusst gegen die Nutzung des Amazon Marketplace entscheidet und lieber einen eigenen Shop auf Basis von Shopify, WooCommerce, Prestashop, Oxid oder einem anderen eigenständigen Shopsystem betreibt, will Umsätze einfahren, ohne monatliche Grundgebühren und Margen pro Warenkorbwert an einen Marktplatz abzuführen.
Eigener Shop vs Amazon Marketplace
Der eigene Onlineshop steht in Konkurrenz zum Amazon Marketplace. Und die Konkurrenz will niemand gerne füttern, auch nicht indirekt. Schon gar nicht sollen Kunden- und Zahlungsdaten vom eigenen Shopsystem auf Amazon-Server transferiert werden. Nicht unverschlüsselt und auch nicht verschlüsselt. Amazon AWS passt einfach nicht zum Charakter von unabhängigen und selbstbewussten Onlinehändlern.
Kartellamt vs Amazon Marketplace
Erinnert sei dabei auch an die vom Bundeskartellamt im Februar 2026 monierten Preisvorgaben für den Amazon Marketplace. Wegen rechtswidriger Preisvorgaben untersagte die Behörde dem US-Konzern, Preisobergrenzen für Angebote von unabhängigen Händlern festzulegen. Außerdem brummte das Kartellamt Amazon eine Zahlung von rund 59 Millionen Euro auf, als Amazon an seinen Preisvorgaben festhielt.
EPI vs AWS
Die Amazon-Affäre zeigt, wie kompliziert der Weg zu einem echten europäischen Zahlungssystem ist. Zum Glück hat die EPI auf die berechtigten Vorwürfe reagiert. Die zügige Abkehr von AWS ist jetzt notwendig, um das angeschlagene Vertrauen in das Wero-Projekt wieder zu stärken.
EPI muss Termin liefern
Hausaufgabe Nummer 1 für die EPI: Der Exit-Ankündigung Taten folgen lassen. Am besten wäre die Veröffentlichung eines verbindlichen Terminplans zum Ausstieg aus Amazon AWS und zum Aufbau einer eigenen Server-Infrastruktur.
EPI muss Serverzentren aufbauen
Haúsaufgabe Nummer 2 für die EPI: Europa braucht eigene, unabhängige Serverzentren für Wero, am besten verteilt in zwei oder drei Wero-Staaten. Redundanz kann dabei nicht schaden, erinnert sei an den Serverbrand beim französischen Cloud-Anbieter OVH im Jahr 2021.

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