Wird die Targo zur Wero-Bank?

Targo-Bank. Wero-Bank. Großes Fragezeichen.

Die Targobank kann kein Wero. Bleibt das so, oder wird die Targobank, ehemals KKB und Citibank, endlich zur Werobank? Ja, spekulierte EPI-CEO Martina Weimert am 11.2.2026 in Frankfurt:

„Wir erreichen eine größere Reichweite im Markt“, sagte Weimert. Weitere Institute wollten bei Wero ebenfalls mitmachen, darunter die Targobank.

Quelle: Handelsblatt, 11.2.2026

Mit diesem Schritt hätte die EPI, sobald die Drama-Queen Commerzbank und die Targobank geliefert haben, fast alle großen Banken im Wero-Boot. Pro Wero wären dann:

  • Commerzbank inklusive Comdirect
  • Deutsche Bank inklusive Postbank
  • ING-Bank
  • Sparkassen mit Ausnahme der schläfrigen 1822direkt
  • Targobank
  • VR-Banken und Sparda-Banken

Das seltsame Wero-Verhalten der großen Banken

Kleine Banken wie die KD-Bank (Bank für Kirche und Diakonie), die CVW Privatbank oder die DKM (Darlehenskasse Münster) können Wero, und die große Targobank kann es nicht? Seltsam. Nun könnte man anführen, dass die genannten drei Kleinbanken nur deshalb so gut Wero können, weils die dem VR-Verbund angehören. Dieses Argument interessiert aber die Kunden nicht.

Mit Wero in Onlineshop und Ladenkasse bezahlen

Die Kundinnen und Kunden werden immer häufiger im Onlineshop und an der Ladenkasse mit Wero bezahlen. Apropos Ladenkasse, für 2027 ist die Zahlung per NFC angepeilt. Und irgendwann geht das dann auch per Smartwatch, mit der seit 1.4.26 im Handel befindlichen WeroWatch oder einem anderen Modell.

Banken verprellen Händler

Noch unerklärlicher ist die Wero-Verweigerung, weil damit auch Händler jeder Größenordnung verprellt werden. Es gehört doch zum Kerngeschäft einer Bank, sich um die Tagesgeschäfte des Handels zu kümmern. Welches Startup will schon mit einer Bank zusammenarbeiten, die bei den Zahlungsarten patzt?

Technologischer Rückstand wächst

Die Fraktion der Anti-Wero-Banken wird immer kleiner und gerät unter Druck. Je länger die Verweigerer warten, desto größer wird der technologische Rückstand. Was die Anti-Weros noch nicht auf dem Schirm haben: Die Integration von Wero in die Banken-Apps ist nicht nebenbei zu erledigen. Dafür braucht es talentierte Entwicklerinnen und Entwickler. Und die kennen ihren Wert.

Die Targobank gehört zu den Banken, die später einsteigen wollen – zu spät. Die haben den Schuss nicht gehört.

Die KMUs und die Loser-Banken

KMUs, also kleine und mittlere Unternehmen sind die Seele jeder Volkswirtschaft. Sobald eine kritische Masse an KMUs die Zahlungsart Wero entdeckt, wird es für die Anti-Weros eng. Welcher Unternehmer will schon eine Loser-Bank an seiner Seite? Das sind die Loser-Banken:

  • DKB (Deutsche Kreditbank)
  • HVB (HypoVereinsbank)
Banken-Geschichte: Von der KKB zur Targobank

Die Targobank gehört zu den bekanntesten Privatbanken. Ihre Wurzeln reichen in die Weimarer Republik zurück und beginnen nicht mit dem heutigen Namen, sondern mit einer Institution, die den Grundstein für das moderne Kreditgeschäft in Deutschland legte: der KKB-Bank.

Die Anfänge: Die KKB-Bank und die Idee des Konsumentenkredits

Im Jahr 1926 wurde in Königsberg die Kundenkreditbank, kurz KKB-Bank, gegründet. Sie gilt als erste Bank in Deutschland, die sich gezielt auf die Vergabe von Konsumentenkrediten spezialisierte. In einer Zeit, in der Kredite vor allem Unternehmen vorbehalten waren, stellte die KKB-Bank Privatpersonen finanzielle Mittel für Anschaffungen zur Verfügung. Diese Idee war damals revolutionär und traf den Nerv einer sich wandelnden Gesellschaft.

Die NS-Zeit

Die Geschichte der KKB-Bank in der Zeit des Nationalsozialismus ist nur fragmentarisch aufgearbeitet, steht jedoch im Kontext der Instrumentalisierung des Finanzsektors im Deutschen Reich. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderten sich die Rahmenbedingungen für Banken grundlegend. Die Richtlinien der Finanzpolitik bestimmete der NS-Finanzmisnister Lutz Graf Schwerin von Krosigk.
Er amtierte von 1932 (noch in der Weimarer Republik) bis 1945 und blieb somit während der gesamten NS-Zeit Reichsfinanzminister. Obwohl er kein führendes Mitglied der NSDAP war, arbeitete er eng mit dem Regime zusammen und war maßgeblich an der Finanzierung von Aufrüstung und Krieg beteiligt.

Auch privatwirtschaftliche Kreditinstitute wie die KKB-Bank ordnete sich den politischen und wirtschaftlichen Vorgaben des NS-Regimes unter. Die Unabhängigkeit der Banken wurde eingeschränkt.

Börsencrash 1929

Die Banken spielten eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Weltwirtschaftskrise und waren eng mit den internationalen Finanzstrukturen der Zwischenkriegszeit verbunden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die wirtschaftliche Stabilität Europas maßgeblich durch ein komplexes Kreditsystem getragen, das im Young-Plan von 929 eine entscheidende Grundlage fand.

September 1929: Der Young-Plan

Der Young-Plan, er trat rückwirkend zum 1. September 1929 in Kraft, regelte die deutschen Reparationszahlungen neu und setzte auf langfristige, planbare Raten. In der Praxis war Deutschland jedoch stark auf ausländische Kredite angewiesen, insbesondere aus den USA. Internationale Banken, vor allem amerikanische, stellten große Summen zur Verfügung, mit denen Deutschland sowohl seine Wirtschaft stabilisierte als auch die Reparationszahlungen leistete. Dadurch entstand ein empfindlicher Finanzkreislauf: US-Banken vergaben Kredite an Deutschland, Deutschland zahlte Reparationen an die Siegermächte, und diese beglichen damit wiederum ihre Kriegsschulden gegenüber den Vereinigten Staaten.

Oktober 1929: Schwarzer Freitag

Der Börsencrash vom Oktober 1929, oft als „Schwarzer Donnerstag“ (24.10.) oder „Schwarzer Freitag“ (25.10.) in den USA bezeichnet, war der Auftakt zur Weltwirtschaftskrise. Mit der Weltwirtschaftskrise begannen amerikanische Banken, ihre kurzfristigen Kredite massenhaft aus Deutschland abzuziehen, um eigene Verluste auszugleichen. Dies führte zu einer dramatischen Kreditverknappung in Deutschland und löste eine schwere Bankenkrise aus, die 1931 ihren Höhepunkt erreichte. Zahlreiche Banken gerieten in Zahlungsschwierigkeiten, Unternehmen verloren ihre Finanzierungsgrundlage, Investitionen brachen ein und die Arbeitslosigkeit stieg rapide an.

1931: Das Hoover-Moratorium

In dieser akuten Krisensituation wurde 1931 das Hoover-Moratorium vorgeschlagen, das einen einjährigen Zahlungsaufschub für Reparationen und internationale Schulden vorsah. Ziel war es, den Druck auf die beteiligten Volkswirtschaften zu verringern und insbesondere den Bankensektor zu stabilisieren. Doch diese Maßnahme konnte den grundlegenden Vertrauensverlust und die strukturellen Probleme nicht mehr beheben. Das internationale Kreditsystem war bereits weitgehend zusammengebrochen.

1931: Die Banken in der Weltwirtschaftskrise

Insgesamt zeigt sich, dass die Banken in der Weltwirtschaftskrise eine doppelte Rolle spielten: Einerseits ermöglichten sie durch ihre Kreditvergabe überhaupt erst das Funktionieren des internationalen Reparationssystems der Zwischenkriegszeit. Andererseits trugen sie durch den plötzlichen Rückzug ihrer Gelder entscheidend zu dessen Zusammenbruch bei. Die enge Verflechtung von Staaten, Banken und internationalen Finanzströmen machte das System anfällig für Krisen und verstärkte die wirtschaftlichen und politischen Folgen der Weltwirtschaftskrise erheblich.

1933: Gleichschaltung und wirtschaftliche Anpassung

Wie andere Unternehmen wurde auch die KKB-Bank in die nationalsozialistische Wirtschaftsordnung eingebunden. Diese war geprägt von staatlicher Lenkung. Banken hatten die Aufgabe, poilitische Ziele durch die Bereitstellung von Krediten zu unterstützen.

„Arisierung“ und Ausschluss von Kunden

Ein Bestandteil der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik war die systematische Ausgrenzung und Enteignung jüdischer Bürgerinnen und Bürger im Zuge der sogenannten Arisierung. Banken spielten dabei eine wichtige Rolle, da sie Vermögenswerte verwalteten, Transfers abwickelten und oft in diese Prozesse eingebunden waren.

Die Rolle der KKB-Bank

Für die KKB-Bank existieren keine breit bekannten Einzelfallstudien, die ihr Verhalten im Detail dokumentieren. Historisch betrachtet ist jedoch festzuhalten, dass der gesamte Bankensektor in Deutschland in diese Prozesse eingebunden war – in unterschiedlichem Ausmaß. Es ist daher wahrscheinlich, dass auch die KKB-Bank involviert war, sei es durch die Umsetzung staatlicher Vorgaben oder durch indirekte Beteiligung an Vermögensverschiebungen.

Zweiter Weltkrieg

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs verschärfte sich die wirtschaftliche Situation. Der Bankensektor wurde auf die Finanzierung der Kriegswirtschaft ausgerichtet. Gleichzeitig führten Luftangriffe, Ressourcenknappheit und organisatorische Einschränkungen zu erheblichen Belastungen im operativen Geschäft.

Die Zentrale der KKB-Bank befand sich in Königsberg; Die Stadt wurde im Verlauf des Krieges stark zerstört gehörte und nach der am 8. Mai 1945 in Kraft getretenen bedingungslosen Kapitulation nicht mehr zu Deutschland.

KKB nach 1945

Nach dem Ende des Krieges und dem Zusammenbruch des NS-Regimes stand die KKB-Bank wie viele andere Unternehmen vor einem Neuanfang. Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hatten sich grundlegend verändert. In Westdeutschland wurde der Geschäftsbetrieb neu aufgebaut.

KKB in der Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich die KKB Bank schnell wieder und entwickelte sich zu einem wichtigen Anbieter im Bereich der Ratenkredite.

1973: Citibank übernimmt KKB

Ein Wendepunkt erfolgt im 1973: Die US-amerikanische Citibank, eine Tochter der Citigroup, übernimmt die KKB-Bank vollständig. In den folgenden Jahren wird das Kreditinstitut in „Citibank Privatkunden AG“ umbenannt.

Unter dem Dach eines globalen Finanzkonzerns erlebt die Bank eine Phase des Wachstums. Neue Produkte wie Kreditkarten, Girokonten und Anlageangebote erweitern das Portfolio.

2008: Credit Mutuel übernimmt Citibank

Im Jahr 2008 verkauft die Citigroup ihr deutsches Privatkundengeschäft an die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel.

2010: Citibank wird Targobank

Im Jahr 2010 erfolgt die Umbenennung der Citibank in Targobank. Mit dem neuen Namen soll ein klarer Schnitt zur Vergangenheit gemacht und ein moderner, kundenorientierter Auftritt etabliert werden.

2026 Targobank heute

Heute positioniert sich die Targobank als Universalbank für Privatkunden und kleinere Unternehmen. Sie bietet klassische Bankdienstleistungen wie Girokonten, Kredite, Geldanlagen und Versicherungen an. Ein besonderer Fokus liegt auf digitalem Banking, ergänzt durch ein dichtes Filialnetz in Deutschland.

Die Bank gehört weiterhin zur Crédit-Mutuel-Gruppe. Die französische Crédit Mutuel zählt mit einer Bilanzzsumme von knapp 1 Billion Euro neben der italienischen UniCredit zu den systemrelevanten Großbanken Europas.

Fazit derTargobank-History

Die Geschichte der Targobank ist ein Beispiel für den Wandel im Bankensektor über ein Jahrhundert hinweg. Von der spezialisierten Kreditbank der Weimarer Republik über die Integration im globalen Finanzkonzern bis hin zur heutigen Position als moderne Privatkundenbank spiegelt sie die wirtschaftliche, gesellschaftliche und technologische Entwicklungen wider.

Zögern bei Wero

Beim Thema Wero zählt die Targo zu den Zögerern.

Welche Bank kann Wero heute?

Auf der obigen Wero-Positivliste sind auch solche Geldinstitute enthalten, die bisher nur Absichtserklärungen verkündet haben. Zu einer genauen Übersicht zum Wero-Status der deutschen Banken geht es hier:


Wero verfügbar?