PSP-Vergleich für Wero-Händler

Logos von Wero, Mollie und Nuvei in Urwald

Wer einen Onlineshop betreibt und den Kundinnen und Kunden nicht nur PayPal, sondern auch die Zahlungsart Wero anbieteh möchte, benötigt für die Abwicklung einen PSP, einen Payment Service Provider. Die Auswahl eines geeigneten Anbieters will allerdings gut überlegt sein, denn im PSP-Dschungel lauern Fallstricke.

Brauche ich wirklich einen PSP?

Viele Onlineshops starteten auschließlich mit PayPal. In WooCommerce, dem Shopsystem von WordPress, war PayPal bis etwa 2020 sogar ohne die Installation einer Payment-Extensions verfügbar, ein PSP für einen reinen PayPal-Shop also nicht notwendig. Doch sobald weitere Zahlungsmethoden wie hinzukommen sollen, wird es komplexer.

Fallstricke im PSP-Dschungel

  • Fallstrick Shopsystem. Nicht jeder PSP stellt für jedes Shopsystem eine passende Wero-Schnittstelle zur Verfügung.
  • Fallstrick Geschäftsmodell. Für einen Onlineshop, ein Ladengeschäft oder eine Kombination aus beidem sind nicht alle PSPs gleich gut geeignet.
  • Fallstrick Gebühren. Wero selbst ist zwar kostengünstig, aber manche PSPs lassen sich die Wero-Anbindung mit Fixkosten und Mindest-.Laufzeiten bezahlen.

Was die PSP-Wahl zusätzlich erschwert, sind unklare Bezeichnungen:

  • Manche PSPs firmieren unter anderen Begriffen wie beispielsweise Akquirer.
  • Manche Dienstleister schmücken sich mit dem PSP-Kürzel, bieten aber gar keine brauchbaren Zahlungs-Schnittstellen an.

Bevor es jetzt gleich durch den PSP-Dschungel geht, noch ein paar Basics:

Was ist ein Payment Service Provider (PSP)?

  • Ein PSP fungiert als Schnittstelle zwischen einem Onlineshop und den verschiedenen Zahlungsanbietern wie Wero, PayPal, Google Pay, Apple Pay, Klarna, Visa und Mastercard.
  • Ein PSP ermöglicht die nahtlose Integration mehrerer Zahlungsoptionen, ohne dass der Shopbetreiber jede einzelne Lösung separat implementieren muss.
  • Ein PSP erspart es Shopbetreibern, jede Zahlungsart einzeln zu verwalten.
  • Ein PSP bietet Shopbetreibern eine zentrale Oberfläche.
  • Ein PSP übernimmt die Zahlungsabwicklung und diverse Sicherheitsprüfungen.

Mit wem kommuniziert ein Payment Service Provider (PSP)?

  • Ein PSP kommuniziert mit den Kunden eines Onlineshops und deren Banken.
  • Ein PSP kommuniziert mit dem Betreiber eines Onlineshops und dessen Bank.
  • Ein PSP kommuniziert mit dem für eine Transaktion ausgewählten Zahlungssystem, also beispielsweise Wero oder Klarna.

Fallstrick Shopsystem

Zu unterscheiden sind zwei Arten von Shopsystemen:

  • Individuelle Shopsysteme
  • Baukasten-Shopsysteme

Wero für individuelle Shopsysteme: Beispiel Mediamarkt

Ein individuelles Shopsystem verwenden zum Beispiel Camperdays und Mediamarkt. Um die Wero-Anbindung solcher komplexen und international agierenden Shops kümmern sich spezialisierte Dienstleister wie Nuvei oder Worldline.

Nuvei wird von MediaMarktSaturn, einem großen Händler für Unterhaltungselektronik, für Online-Zahlungen ausgewählt. Die Wahl fiel auf Nuvei wegen ihrer starken lokalen Zahlungsabdeckung und ihrer europaweiten Reichweite.

Quelle: Nuvei

Mediamarkt wird Weromarkt

Nuvei hat seinen Firmensitz im Montreal und betreibt eine europäische Niederlassung in Amsterdam. Dort oder im Brüssler EPI-Hauptquartier wurde dann wahrscheinlich auch der Mediamarkt-Deal besiegelt. Wero will ja wachsen und Mediamarkt ist ein großer Fisch. Interessant ist dieser Deal auch deshalb, weil die EPI lokale Zahlungsmethoden wie das spanische Bizum und das portugisische BLIK ins Wero-Boot holt.

Bizum und BLIK werden in Wero integriert

Nuvei hat ein riesiges Angebot an lokalen Zahlungsmethoden (LPMs), darunter globale Wallets wie Apple Pay und Google Pay sowie führende europäische Methoden wie Klarna, Wero, BLIK, Bizum und andere. Dank dieser Vielfalt kann MediaMarktSaturn seinen Kunden in jedem lokalen Markt vertraute und beliebte Zahlungsoptionen anbieten, was die Konversionsrate verbessert und den Checkout-Prozess auf seinen Online-Plattformen reibungsloser macht.

Quelle: Nuvei

Wero für Baukasten-Shopsysteme

Weiter geht es nun mit der Wero-Integration für Baukasten-Shopsysteme wie zum Beispiel WooCommerce oder Shopify. Wer einen solchen Shop betreibt, wird nicht von der EPI zum Payment-Talk empfangen und ist für Nuvei eine Nummer zu klein. Was würde Nuvei tun? Ein individuelles Wero-Modul programmieren und die Programmierleistung sowie die Einbindung ins Baukastehsystem in Rechnung stellen. Hinzu kämen die monatlichen Wartungskosten.

Und auch für die etwas komplexeren Shopsysteme Shopware und Oxid gibt es geeignetere Partner um die Zahlungsarten mit Wero zu ergänzen.

Keine individuellen Lösungen für Baukasten-Systeme

Merke: Für Baukasten-Shopsysteme sind Baukasten-Payment-Anbindungen besser als handprogrammierte Lösungen. Wer es nicht glaubt, wird es spätestens bei den Kosten für die Updates spüren.

Fallstrick Geschäftsmodell

Früher war die Payment-Welt noch separiert:

  • Im Laden wurde mit Bargeld bezahlt , „die Karte“ war die Ausnahme.
  • Online wurde mit PayPal bezahlt, die Sofortüberweisung war die Ausnahme.

Heute sieht die Payment-Welt anders aus, das Stichwort heißt Omnichannel. Omnichannel heißt: Auf allen Vertriebskanälen, online und offline, darf der Kunde aus allen Zahlungsarten wählen. Sämliche PSPs richten deshalb ihre Angebote auf die Omnichannel-Anforderungen aus.

Die Herkunft der PSPs

Trotzdem will die PSP-Wahl gut überlegt sein, denn die technische Anbindung ist bei PSPs, die ihre Wurzeln im E-Commerce haben, oft einfacher – und ebenso die verbale Verständigung zwischen Onlinehändler und PSP.

Vorsicht beim Betreten von Bank-Filialen

Wer als Onlinehändler versucht, in einer örtlichen Filiale der Sparkasse oder VR-Bank über die Wero-Integration ins Gespräch zu kommen, wird wieder hinauskomplimentiert – falls es überhaupt zu einem Gespräch kommt. Wer so unvorsichtig ist, bei der Terminvergabe über die lokale Banken-Website Wero als Anliegen zu nennen, erhält einen Anruf mit klarer Botschaft: bitte besuchen Sie uns nicht!

Die Wero-Ansprechpartner der Banken

Ansprechpartner für Wero-willige Händler sind also nicht die Bankfilialen vor Ort, sondern die Payment-Abteilungen der Banken, also beispielsweise VR Payment für die VR-Banken und S-Payment für die Sparkassen.

Geschäftsmodell: Nur Onlineshop

Die folgenden PSPs haben ihre Wurzeln im E-Commerce und sind für reine Onlinehändler in jedem Fall die passende Ansprechpartner:

Für WooCommerce stehen Payment-Extrensions für Stripe und Mollie kostenlos zur Verfügung. Da beide PSPs iDEAL anbieten, und iDEAL zu Wero migriert, wird die Wero-Integration im Laufe des Jahres 2026 geräuschlos vollzogen.

Geschäftsmodell: Nur Ladengeschäft

Wer einen Laden vor Ort betreiben möchte, hat zwei Möglichkeiten für den Betrieb eines Kassensystems:

  • Die Zigarrenkiste
  • Die Registrierkasse mit TSE
Was ist eine TSE-Registrierkasse?

Eine TSE-Registrierkasse ist eine elektronische Kasse, die mit einer sogenannten Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) ausgestattet ist. Sie wird in Deutschland eingesetzt, um Kassenvorgänge vor Manipulation zu schützen und korrekt zu dokumentieren.

Aufbau der Technischen Sicherheitseinrichtung

Die Technische Sicherheitseinrichtung besteht aus drei zentralen Komponenten:

  • Ein Sicherheitsmodul, das jeden Kassenvorgang digital signiert
  • Ein Speichermedium, das alle Transaktionen unveränderbar sichert
  • Eine digitale Schnittstelle, über die das Finanzamt im Prüfungsfall auf die Daten zugreifen kann

Gesetzliche Grundlage für TSE: Die KassenSichV

Die Pflicht zur Nutzung einer TSE ergibt sich aus der Kassensicherungsverordnung. Die Kassensicherheitsverordnung, kurz KassenSichV, soll sicherstellen, dass Umsätze vollständig erfasst werden und nachträgliche Änderungen ausgeschlossen sind.

TSE-Funktionsweise

Was bei jeder Zahlung mit einer TSE-Kasse passiert:

  • Die Zahlung wird in der Kasse erfasst
  • Die TSE erstellt eine digitale Signatur
  • Die Daten werden revisionssicher gespeichert
  • Häufig wird auf dem Kassenbon ein Prüfcode, zum Beispiel ein QR-Code, ausgegeben

Wer ist von der TSE-Pflicht betroffen?

Die Regelung gilt grundsätzlich für alle Unternehmen in Deutschland, die elektronische Kassensysteme nutzen. Dazu zählen unter anderem:

  • Einzelhandel
  • Gastronomie
  • Dienstleistungsbetriebe

Keine elektronische Kasse ohne TSE

Ohne eine Technische Sicherheitseinrichtung gilt eine elektronische Kasse als nicht gesetzeskonform. Bei Verstößen können im Rahmen von Betriebsprüfungen Beanstandungen oder Bußgelder entstehen. Das heißt: Jede elektronische Kasse muss eine TSE-Registrierkasse sein.

Ansprechpartner für Unternehmen mit „nur“ einem Ladengeschäft sind die Geschäftskunden-Abteilungen der Banken vor Ort. Diese befinden sich manchmal nicht in der Hauptstelle einer Bank, sondern in separaten Gebäuden. Achtung: Die Geschäftskundenberater bieten verschiedene Konten für Geschäftskunden an, sind aber keine guten Ansprechpartner für die Einrichtung von Kassensystemen. Sie vermitteln aber Geschäftskunden an geeignete Partner weiter.

Geschäftsmodell: Online plus Ladengeschäft

Wer Onlineshop und Ladengeschäft kombinieren möchte, findet bei VR Payment ein als E-Commerce Paket bezeichnetes Angebot für einen monatlichen Grundpreis von 24,90 € im Monat (Stand April 2026).

Was die Details bedeuten:

1. Eigenständiger Geschäftsbereich

Der erste Geschäftsbereiche (Zum Beispiel Onlineshop oder Filiale) ist im Tarif enthalten, weitere Bereiche kosten zusätzlich.

2. Plugins und SDK

Für die Implemetation von Wero (und anderen Zahlungsarten) in das Shopsystem stellt VR Paymets Plugins und SDKs zur Verfügung. Auf Nachfrage von demoshops.de antwortete VR Payments im März 2026, dass sich das Plugin für WooCommerce noch in der Entwicklung befindet. Achtung: Die Ankürzung SDK steht für Software Development Kit, ist also keine Lösung, die ohne Programmierkenntnisse eingesetzt werden kann.

Der Unterschied zwischen einem Plugin und einem SDK

WordPress-Plugin

Ein Plugin ist eine fertige Erweiterung für das WordPress oder ein anderes System. Kennzeichen eines Plugins:

  • Wird einfach installiert und aktiviert
  • Funktioniert ohne Programmierung
  • Bringt fertige Funktionen mit (z. B. Wero-Anbindung)
  • Einstellungen erfolgen über eine grafische Benutzeroberfläche

SDK (Software Development Kit)

Ein SDK ist ein Werkzeugkasten für Entwickler. Kennzeichen eines SDKs:

  • Besteht aus Code-Bibliotheken, Schnittstellen und Dokumentation
  • Muss aktiv in eine Anwendung integriert werden
  • Erfordert Programmierkenntnisse
  • Bietet Anpassungsmöglichkeiten per Code-Eingabe

Unterschiede von Plugin und SDK

  • Bedienung: Plugin ist „fertig“, SDK muss programmiert werden
  • Flexibilität: SDK ist deutlich anpassbarer
  • Aufwand: Plugin ist schnell einsatzbereit, SDK braucht Entwicklungszeit
  • Zielgruppe: Plugin für Anwender, SDK für Entwickler

Einsatzgebiete von Plugin und SDK

  • Plugin: Für Standardlösungen, zum Beispiel WooCommerce-Shop
  • SDK: Für spezielle Anforderungen, zum Beispiel einem stark individualisiertem Shop

Ein Plugin ist eine sofort nutzbare Lösung, ein SDK ist ein Baukasten für spezielle Fälle.

3. Optionales POS-Terminal

Wo E-Commerce Paket draufsteht, ist auch eine Erweiterung für den POS erhältlich, also für die Kasse im Laden. Für die Vermietung der Hardware zur Annahme bargeldfreier Zahlungen wird eine Gebühr fällig.

4. Kosten je Transaktion

VR Payment erhebt wie PayPal einen Fixbetrag pro Zahlung. Ob dieser Fixbetrag auch für Onlinezahlungen erhoben wird, hängt vom Vertrag zwischen Händler und VR Payment ab.

5. Aufpreis für Shopify

Wer einen Shop mit dem Shopsystem Shopify betreibt, zahlt zusätzliche Gebühren pro Transaktion.

6. Vertragslaufzeit

Die Vertragslaufzeit beträgt mindestens 12 Monate.

Fallstrick Gebühren

Mollie und Stripe erheben wie PayPal keine monatlichen Grundgebühren. Die Betreiber eines Onlineshops in der Aufbauphase, wenn die Umsätze noch gering sind, werden also nicht mit monatlichen Fixkosten belastet.