Frankreich: BPCE startet Wero

Wero-Logo und Karte von Frankreich in Landesfarben

Die französische BPCE hat erstmals erfolgreich Zahlungen mit Wero durchgeführt. Die Groupe BPCE entstand 2009 aus dem Zusammenschluss der Banque Populaire und der Caisse d’Epargne. Sie betreut mehrere zehn Millionen Kunden und ist stark im französischen Privatkundengeschäft vertreten.

Quelle: EPI

Die Finanzkrise und die BPCE

Die Groupe BPCE wurde am 31. Juli 2009 gegründet – durch den Zusammenschluss zweier großer französischer Bankengruppen:

  • Groupe Banque Populaire
  • Groupe Caisse d’Epargne

Dieser Zusammenschluss erfolgte im Kontext der Finanzkrise 2007–2008. Ziel war es, die Stabilität beider Netzwerke zu sichern und eine stärkere, wettbewerbsfähige Bankengruppe zu schaffen.

Heute gehört BPCE zu den größten Banken Europas und spielt eine zentrale Rolle im französischen Bankensystem, insbesondere im Privatkundengeschäft und bei der Entwicklung neuer Zahlungslösungen wie Wero.

Die BPCE heute
  • Die BPCE betreut mit 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit 35 Millionen Kunden – Privatpersonen, Freiberufler, Unternehmen, Investoren und Kommunen.
  • Die BPCE ist in Frankreich über ihre beiden großen Netzwerke, die Banque Populaire und die Caisse d’Epargne, sowie die Banque Palatine und Oney im Privatkunden- und Versicherungsgeschäft tätig.

Quelle: EPI

Die zehn größten Banken Europas

Die zehn größten Banken Europas nach Bilanzsumme

RangBankLandBilanz
1HSBCUK~3,0 Bill. €
2BNP ParibasFR~2,7 Bill. €
3Crédit Agricole FR~2,4 Bill. €
4Deutsche BankDE~1,9 Bill. €
5SantanderES~1,8 Bill. €
6BarclaysUK~1,7 Bill. €
7Société GénéraleFR~1,6 Bill. €
8Groupe BPCEFR~1,5 Bill. €
9Crédit MutuelFR~1,4 Bill. €
10ING GroupNL~1,0 Bill. €

Die BPCE und Wero

Durch ihre Größe und Struktur ist die BPCE ein wichtiger Akteur bei der Wero-Verbreitung. Die die Bank über eine große Kundenbasis in allen Schichten der Bevölkerung verfügt und ihre etablierten Banking-Apps nur mit der Wero-Funktion ergänzen muss, kann sie die neue Zahlungsart schnell in den Massenmarkt bringen.

Integration in bestehende Banking-Apps

Wero wird direkt in die bestehenden Banking-Apps der BPCE integriert. Kundinnen und Kunden können damit Online-Zahlungen durchführen, ohne auf externe Anbieter oder Kreditkarten angewiesen zu sein.

Gestaffelte Wero-Einführung

Die Wero-Einführung erfolgt gestaffelt: Zunächst erhalten etwa 500.000 Nutzerinnen und Nutzer Zugang, bevor die Funktion auf die gesamte Kundenbasis ausgeweitet wird.

Migration bestehender Nutzer

Ein wichtiger Aspekt ist die Migration bestehender Nutzer. Bestehende Konten, Kontakte und Zahlungsgewohnheiten werden zu Wero migriert werden, der Übergang erfolgt möglichst nahtlos.

Unterschied zu Deutschland

In Frankreich migriert eine breite Nutzerbasis automatisch zu Wero, in Deutschland wurde der Vorläufer Giropay zum 31.12.2024 sang- und klanglos eingestellt. Es gab kein Weiterführen bestehender Accounts, keine Kontoübertragung und keine Mitnahme von Zahlungsdaten. Die Hauptgründe, mal von technischen Problemen abgesehen:

  • Giropay hatte nie eine relevante Nutzerbasis
  • Giropay war wie der Vorgänger Paydirekt von Anfang an ein Rohrkrepierer

Wero auf Händlerseite

Was Eventim in Deutschland war, ist die École du Ski Français nun in Frankreich: der erste Onlineshop, der Wero im Checkout, also auf der Kassenseite zur Verfügung stellt. Die École du Ski Français organisiert Skikurse in ganz Frankreich und betreibt digitale Buchungsplattformen für Touristen.

Europäischer Rollout und Ausblick

Die Einführung von Wero erfolgt schrittweise in mehreren Ländern. Deutschland, Belgien und Frankreich gehören zu den ersten Wero-Märkten, die Niederlande, Luxemburg und Österreich sollen 2026 folgen. Geplant ist also eine Kernzone aus sechs Wero-Ländern. In den Niederlanden wird die Nutzerschaft von iDEAL stufenweise zu Wero überführt, der Prozess hat bereits begonnen: iDEAL wird Wero.