Was auf Malle passiert, wird auf Malle beglichen

Sangria-Eimer mit Sparkassen-Logo

„Was auf Malle passiert, wird auf Malle beglichen“. Mit diesem Slogan wirbt die Sparkasse auf dem Flughafen von Palma de Mallorca für die Zahlungsart Wero.

Die Vegas-Regel

Vorbild für die Sparkassen-Reklame ist die sogenannte Vegas-Regel: „What happens in Vegas, stays in Vegas.“ Der Spruch wurde 2003 von der Werbeagentur R & R Partners erfunden, um den Vegas-Tourismus anzukurbeln. Die Idee dahinter: In Las Vegas kannst du für eine begrenzte Zeit deine spießige Umgebung vergessen.

Quelle: The Week

So richtig populär wurde der Slogan durch die 2008 produzierte Komödie „What happens in Vegas“ mit Cameron Diaz und Ashton Kutcher in den Hauptrollen. Die beiden (Joy und Jack) wachen nach einer exzessiven Nacht als verheiratetes Paar auf, obwohl sie sich kaum kannten. Beide wollen die Ehe schnell wieder annullieren, geraten dabei aber in einen Streit um einen Jackpot-Gewinn, den Jack mit Joys Münze im Spielautomaten erzielt hat. Ein Gericht zwingt sie dann, zunächst sechs Monate als Ehepaar zusammenzuleben und sich anzustrengen, die Ehe „ernsthaft“ zu führen, bevor über eine Scheidung entschieden wird. Während dieser Zeit nerven sie sich anfangs gegenseitig, aber es kommt, wie es kommen muss: Happy End, Ehe gerettet.

Kritik der Balearen-Regierung

Die Balearen-Regierung ist davon allerdings nicht begeistert, sie fordert die Entfernung des riesigen Sparkassen-Banners. Der Tourismusminister Jaume Bauzà sieht darin ein Problem, weil der Begriff „Malle“ mit Sauftourismus verbunden ist. Er befürchtet, dass die Sparkassen-Reklame die lokalen Anti-Ballermann-Bemühungen untergräbt. Mallorca arbeitet nämlich gerade an einer Neuausrichtung: Mehr Kultur, weniger Happy Hour.

Quelle: Mallorca-Zeitung

Flughafenbetreiber weist Kritik zurück

Der Flughafenbetreiber Aena weist die Kritik allerdings zurück. Aena argumentiert, dass die Wero-Kampagne wohl kaum messbare Imageschaden verursachen könne. Für den lädierten Ruf der Insel seien diejenigen verantwortlich, die den trinkwilligen Touristen den Alkohol eimerweise ausschänken.

Kommentar: Alles im Eimer

Werbung, wenn sie auffallen will, ist nie nur „harmlos“. Sie setzt Bilder im Kopf frei und verstärkt Narrative. Werbung entscheidet, was als normal gilt. Wenn die Sparkasse meint, sich an den Sauftourismus andocken zu müssen, sagt das weniger über Mallorca aus als über ihr eigenes Markenverständnis. Könnte sein, dass das Image Schaden genommen hat. Das Image der Sparkasse.

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