Die Sparkasse verkündet einen neuen Wero-Rekord: 3.000.000 Kundinnen und Kunden haben die neue europäische Zahlungsart in der Sparkassen-App jetzt aktiviert. Dabei hatte das Kreditinstitut erst vor fünf Wochen das Überschreiten der 2-Millionen-Marke kommuniziert.
Die Geschichte der Sparkassen
Die Geschichte der deutschen Sparkassen reicht bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. Die erste Sparkasse wurde 1778 in Hamburg gegründet. Ziel war es, auch Menschen mit geringem Einkommen die Möglichkeit zu geben, Geld sicher anzulegen und Rücklagen zu bilden.
In einer Zeit ohne staatliche Sozialversicherung sollten Sparkassen zur finanziellen Absicherung beitragen. Sie verfolgten von Anfang an einen gemeinwohlorientierten Ansatz.
Die Sparkassen im 19. Jahrhundert
Im 19. Jahrhundert verbreiteten sich Sparkassen zunehmend im deutschsprachigen Raum. Städte und Gemeinden gründeten eigene Institute, um die lokale Bevölkerung zu unterstützen.
Typische Merkmale dieser Phase:
Starke regionale Ausrichtung
Fokus auf Sparen statt Kreditgeschäft
Enge Verbindung zur öffentlichen Hand
Sparkassen wurden zu wichtigen Instrumenten der kommunalen Wirtschaftsförderung und sozialen Stabilität.
Die Sparkassen im Deutschen Kaiserreich
Mit der Industrialisierung im Deutschen Kaiserreich wuchs die Bedeutung der Sparkassen weiter. Sie begannen, neben Sparprodukten auch Kredite anzubieten, insbesondere für kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe.
In dieser Zeit entwickelten sich Sparkassen zu wichtigen Finanzpartnern für den Mittelstand. Gleichzeitig blieb der öffentliche Auftrag bestehen.
Die Sparkassen in der Weimarer Republik
Während der Weimarer Republik standen Sparkassen vor großen Herausforderungen. Inflation, wirtschaftliche Instabilität und politische Unsicherheiten beeinflussten das Bankwesen stark.
Trotz dieser schwierigen Bedingungen blieben viele Sparkassen bestehen und erfüllten weiterhin ihre Aufgabe, die Bevölkerung mit Finanzdienstleistungen zu versorgen.
Die Sparkassen in der Zeit des Nationalsozialismus
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden auch die Sparkassen in das staatliche System eingebunden. Ihre Selbstständigkeit wurde eingeschränkt, und sie mussten sich den politischen Vorgaben anpassen.
Diese Phase gehört zu den kritisch betrachteten Kapiteln der Sparkassengeschichte.
Die Sparkassen nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Zweiter Weltkrieg begann der Wiederaufbau des deutschen Bankensystems. Auch die Sparkassen wurden neu organisiert und spielten eine wichtige Rolle beim wirtschaftlichen Wiederaufbau.
In der Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders unterstützten sie:
Privatpersonen beim Sparen
Unternehmen bei Investitionen
Kommunen bei Infrastrukturprojekten
Modernisierung und Expansion
In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich Sparkassen zu modernen Universalbanken. Sie erweiterten ihr Angebot um Girokonten, Kredite, Versicherungen und Wertpapiergeschäfte.
Die Sparkassen-Finanzgruppe entstand als Verbundstruktur, die regionale Sparkassen mit zentralen Dienstleistern verbindet. Dazu gehören unter anderem Landesbanken und spezialisierte Finanzunternehmen.
Sparkassen in der Gegenwart
Heute sind die Sparkassen ein zentraler Bestandteil des deutschen Finanzsystems. Sie zeichnen sich durch ihre regionale Verankerung und ihren öffentlichen Auftrag aus.
Wichtige Merkmale:
Flächendeckende Versorgung mit Finanzdienstleistungen
Fokus auf Privatkunden und Mittelstand
Engagement in der regionalen Wirtschaft und Gesellschaft
Zudem investieren viele Sparkassen in Digitalisierung und neue Technologien, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Fazit
Die Geschichte der deutschen Sparkassen ist eng mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Deutschlands verbunden. Vom Instrument zur Armutsvorsorge bis hin zu modernen Finanzinstituten haben sie sich kontinuierlich weiterentwickelt. Trotz aller Veränderungen ist ihr Grundprinzip erhalten geblieben: die Förderung des Sparens und die Unterstützung der regionalen Wirtschaft.
Französische Verhältnisse
Beim Wero-Wachstum liegt die Sparkasse jetzt mit der französischen BNP Paribas exakt gleichauf: 200.000 Aktivierungen pro Woche, trotz schlechterer Startbedingungen. Unsere Nachbarn migrierten nämlich ganz einfach ihr populäres Zahlungssystem Paylib zu Wero. Deutschland musste dagegen nach dem Scheitern von Paydirekt und Girocard bei Null anfangen.
Der europäische Charakter
In ihrer 3-Millionen-Meldung legte die Sparkasse auch Wert den europäischen Charakter des Wero-Projekts:
„Wero wird zunehmend als Teil eines größeren europäischen Zusammenhangs wahrgenommen. Die jüngsten Entwicklungen rund um die Vernetzung europäischer Zahlverfahren unterstreichen, dass hier etwas entsteht, das über nationale Grenzen hinaus tragfähig ist.“
Wero nimmt weiter an Fahrt auf. Wer daran zweifelt, möge einen Blick auf die Börsenkurse der Konkurrenz werfen: PayPal und Klarna befinden sich auf dem Weg in den Süden. Die Zeit der überzogenen Margen ist vorbei, weil Wero die Marktwirtschaft ins Payment bringt. Alle bei Wero beteiligten Banken stehen nämlich untereinander in Konkurrenz. Sollte eine Wero-Bank ähnlich dreiste Händlerkonditionen wie PayPal anbieten, würde sie von einer anderen Wero-Bank unterboten. Gut für die Händlerinnen und Händler! Zur Erinnerung:
PayPal verlangt 2,49 % des Warenkorbs plus 0,35 € Fixkosten pro Transaktion