
Frankfurt. Die Deutsche Bank und deren Tochter Postbank sind endlich auf den Wero-Zug aufgesprungen, die Commerzbank und die Tochter Comdirect halten noch immer an ihrer Blockade fest. Kurios ist dabei, dass die Commerzbank zu den Gründungsmitgliedern der EPI (European Payment Initiative) zählt. Seit der folgenden, etwas kryptischen Aussage, schweigt der Mutterkonzern des Frankfurter Kreditinstituts zum Thema Wero:
„Die Commerzbank zählte zu den Gründungsmitgliedern von EPI – der European Payments Initiative –, da wir überzeugt sind, dass eine einheitliche, paneuropäische Bezahllösung große Mehrwerte für unsere Kunden bieten könnte. Als der regionale Scope von EPI substanziell reduziert wurde, standen Investitionen und Nutzen nicht mehr im richtigen Verhältnis.“
Quelle: Interview mit Simone Löfgen (12.6.2025)
Comdirect zu Wero
Das große Schweigen gilt aber nicht für die Tochter. Comdirect steht dem Wero-Projekt möglicherweise etwas näher, zumindest verbreitet sie auf ihrer Website positive Meldungen über das neue Bezahlverfahren:
„Der von einem europäischen Bankenverbund gestartete Bezahldienst Wero soll noch in diesem Herbst für Online-Shopping genutzt werden können. Das kündigt der bayerische Sparkassenverband (SVB) in München an. Ab 2026 oder 2027 werden die Kunden dann voraussichtlich auch im stationären Handel mit Wero bezahlen können, sagte SVB-Vizepräsident Stefan Proßer in München.“
Quelle: Comdirect (7.10.2025)
Kommentar
Die Wahl einer Bank ist heute keine Entscheidung fürs Leben mehr. Wenn Commerzbank und Comdirect ihren Schlingerkurs 2026 fortsetzen, droht der Verlust von Marktanteilen. Welcher Händler, ob online oder als Ladenbetreiber, mag schon eine unsichere Bank an seiner Seite?