Fake-Shops bieten beliebte Produkte zu extrem attraktiven Preisen an. Ihr Design ist dank KI heute sehr professionell. Die Betreiber von Fake-Shops kopieren Design, Produktbilder und das Impressum seriöser Shops.
Was passiert nach der Bestellung in einem Fake-Shop?
Nach der Bestellung und Bezahlung liefert ein Fake-Shop überhaupt keine oder eine völlig andere und wertlose Ware. Statt einem Handy wird zum Beispiel eine Schachtel mit Büroklammern geliefert. Fake-Shops existieren einige Tage oder Wochen. Nachdem nachdem das Geld überwiesen wurde, ist der Shop wieder abgeschaltet und der vermeintliche Händler nicht mehr erreichbar.
Fake-Shops erkennen
So erkennen Sie Fake-Shops und schützen sich vor den Betrügern:
Ist der Preis realistisch?
Ein Fake-Shop lockt Besucher mit günstigen Preisen und versucht, die Opfer zu einer möglichst schnellen Zahlung zu bewegen. Wenn ein Produkt bei allen bekannten Händlern 1.000 Euro kostet und ein unbekannter Shop es für 650 Euro anbietet, sollten die Alarmglocken läuten. Ein Preis, der extrem unter dem Marktpreis liegt, kann ein Hinweis darauf sein, dass der Zweck des „Shops“ darin besteht, nur möglichst schnell Zahlungen einzusammeln.
Kleiner Tipp: Nutzen Sie verschiedene Preissuchmaschinen, um ein Gefühl für realistische Angebote zu entwickeln.
Nun bieten aber auch echte Shops Sonderangebote. Deshalb reicht der niedrige Preis alleine nicht als Beweis für einen Fake-Shop. Aussagekräftiger ist die Kombination mehrerer Warnzeichen, zum Beispiel:
- Sehr niedriger Preis plus
- zeitliche Begrenzung plus
- nur bestimmte Zahlungsarten plus
- seltsame Domain
Ist die Domain bekannt?
Die Vergabe von Domains läuft automatisiert ab und die Hoster prüfen lediglich, ob eine Domain schon vergeben ist. Das macht es den Betrügern einfach. Viele Fake-Shops verwenden Domains, die bekannten Händlern ähnlich sehen.
Aus
etablierter-shop.de
kann beispielsweise eine Adresse wie
etablierter-shop24.de
oder
etablierter-shop-deutschland.com
werden.
Auch kleine „Schreibfehler“ dienen dazu, den Eindruck einer bekannten Marke zu erzeugen. Beispiele:
Aus
t-online.de
kann beispielsweise eine Adresse wie
t-onlime.de
werden.
Vorsicht bei regionalen Domains
Auch bei Onlineshops mit lokalem Bezug ist Vorsicht geboten.
Aus
mediamarkt.de
kann beispielsweise eine Adresse wie
mediamarkt-berlin.de
oder
mediamarkt.berlin
werden.
Im Umlauf sind auch immer wieder diverse Domains „lokaler Tradititionsbetriebe“ wie „Anna Berlin“, die ihre Websites mit emotional ansprechenden Familiengeschichten garnieren. Worauf die erfundenen Stories hinauslaufen:
- Plötzlich steht die Schließung bevor
- Die Waren müssen stark reduziert verkauft werden
Das Problem für die echten Shops
Einige Fake-Shops sind ein riesiges Problem für die echten Shops! Sobald ein Fake-Shop mit Logo und Markennamen eines echten Shops „verkauft“, entsteht ein gewaltiger Imageschaden
Die Käuferinnen und Käufer denken zunächst, sie hätten im echten Shop bestellt. Bekommen sie dann keine Ware, fühlen sie sich natürlich betrogen.
Hinzun kommt, dass die echten Shops oft keine Möglichkeit haben, den Hoster der Website ausfindig zu machen ihn dazu aufzufordern, die Fakeshop-Webseite offline zu nehmen.
Ist der Shop verschlüsselt?
Schauen Sie nicht nur auf den Namen der Domain schauen, sondern auf die gesamte Adresse. Dabei gilt:
- Ist die Website in der Adresszeile des Browsers mit einem „Vorhängeschloss“ versehen und über die Eingabe https://domainname.de (oder einer anderen Endung) aufrufbar ? Dann ist sie verschlüsselt. Was bedeutet: Dieser Händler kann, muss aber nicht seriös sein. Auch Betrüger können problemlos ein gültiges TLS-Zertifikat für ihre Website verwenden.
- Ist die Website unverschlüsselt? Dann ist sie technisch so unsicher, dass Sie auf gar keinen Fall irgendetwas eingeben sollten. Eine unverschlüsselte Website wird entweder von Pfuschern oder Betrügern betrieben.
Fazit: Eine verschlüsselte Verbindung mit ist zwar wichtig, aber kein Beweis für einen seriösen Shop.
Vorsicht bei großen Lagerverkäufen
Vor dem Herbst leeren zum Beispiel viele Fahrradhändler ihre Lager. Das bringt Betrüger auf die Idee, auf der Verkaufswelle mitzuschwimmen und „Schnäppchen-Angebote“ zu platzierten. Nicht jeder Lagerverkauf verkauft auch, mancher sammelt nur Geld ein, am liebsten per Überweisung, genauer gesagt per Vorkasse.
Ist die Überweisung (Vorkasse) die einzige Zahlungsart?
Ein weiteres Indiz für einen Fake-Shop ist das plötzliche Verschwinden von Zahlungsarten im Checkout, also auf der Kassenseite. So funktioniert der Trick:
- Bei den Zahlungsarten ist zunächst alles dabei, von Kreditkarten und Klarna bis Paypal und Wero. Und sogar der Kauf auf Rechnung ist möglich, nach Erhalt der Ware.
- An der Kasse ist plötzlich nur noch die Überweisung übrig, und zwar vor Erhalt der Ware. Alle anderen vorher aufgezählten Zahlungsmöglichkeiten sind auf magische Weise verschwunden. Aus einem ganz einfachen Grund: Eine Überweisung kann der Kunde in den seltensten Fällen noch zurückholen. Das Geld ist weg.
Ist das Impressum komplett?
Zu einem seriösen deutschen Onlineshop gehört auch ein vollständiges Impressum. In diesem Impressum, so schreibt es der Gesetzgeber vor, müssen bestimmte Informationen über den Betreiber beziehungsweise das Unternehmen zu finden sein, zum Beispiel der vollständige Name des Betreibers:
- Vollständiger Name: Bernd Schmitt
- Unvollständige Namen: B. Schmitt oder Bernd S.
Verdächtig ist ein Impressum, das nur aus einer E-Mail-Adresse besteht oder ohne „ladungsfähige Adresse“ daher kommt.
Aber auch ein vorhandenes Impressum ist noch keine Echtheits-Garantie. Besonders dreiste Betrüger kopieren einfach die Daten eines tatsächlich existierenden Unternehmens. Dann besitzt der Fake-Shop zwar ein „korrektes“ Impressum, aber der dort genannte Händler hat mit dem Shop überhaupt nichts zu tun.
Gibt es eine echte Kontaktmöglichkeit?
Ein seriöser Händler ist auch erreichbar. Zur Erreichbarkeit gehören beispielsweise eine Telefonnummer, ein Kontaktformular, eine E-Mail-Adresse und eine Geschäftsanschrift. Wenn sämtliche Kontaktversuche ins Leere laufen, sollten Sie von einer Bestellung absehen.
Kleiner Tipp: Stellen Sie vor dem Kauf eine konkrete Frage zum gewünschten Produkt. Eine passende Antwort ist zwar keine Garantie für die Echtheit eines Shops, aber eine fehlende oder unpassende Antwort ist ein Warnzeichen.
Wie steht es um AGB, Datenschutz und Widerruf?
Unvollständige oder offensichtlich zusammenkopierte AGB sind verdächtig. Gleiches gilt für Datenschutzinformationen, die nicht zum Unternehmen passen oder für fehlende Angaben zum Widerrufsrecht. Zum Widerrufsrecht gehören:
- Die Widerrufsbelehrung
- Das Widerufsformular
- Der Widerrufsbutton
Existiert das Unternehmen tatsächlich?
Wenn im Impressum eine bestimmte Unternehmensform genannt wird, können Sie über eine Suche im Handelsregister prüfen, ob dieses Unternehmen tatsächlich existiert. Folgende Unternehmenformen sind im Handelsregister einsehbar:
- AG (Aktiengesellschaft)
- e.K.(eingetragener Kaufmann / eingetragene Kauffrau)
- e.V. (eingetragener Verein)
- GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
- GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
- GmbH & Co. KG (Sonderform der KG)
- KG (Kommanditgesellschaft)
- oHG (Offene Handelsgesellschaft)
- UG (Unterenehmergesellschaft, haftungsbeschränkt)
Allerdings gilt dabei: Der Eintrag eines Unternehmens bedeutet nicht automatisch, dass der Onlineshop zu diesem Unternehmen gehört und seriös ist.
Außerdem gilt: Ein kleiner, sympathischer Shop, der als Einzelunternehmen geführt wird, ist zumeist nicht im Handelsverzeichnis eingetragen.
Sind die Shop-Bewertungen echt?
Bewertungen können bei der Einschätzung eines Shops helfen, können allerdings auch gekauft oder gefälscht sein. Ein Shop mit ausschließlich jubelnden Fünf-Sterne-Bewertungen ist nicht automatisch seriös. Achten Sie auf folgende Warnzeichen:
- ausschließlich sehr positive Bewertungen
- viele Bewertungen innerhalb eines kurzen Zeitraums
- auffällig ähnliche Formulierungen
- Bewertungen ohne konkrete Angaben zum gekauften Produkt
- viele Rechtschreibfehler oder offensichtlich automatisch erzeugte Texte
- Bewertungen, die sich ausschließlich auf den günstigen Preis beziehen
Achtung, einzelne sehr negative Bewertungen sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Irgendwer hat immer was zu meckern.
Sind die Gütesiegel echt?
Viele Onlineshops werben mit Gütesiegeln, um Ihr Vertrauen zu gewinnen. Ein Logo ist allerdings schnell kopiert und auf einer Website platziert. Die Präsentation eines Gütesiegels ist deshalb noch kein Beweis dafür, dass ein Händler tatsächlich von einer seriösen Vergabestelle zertifiziert ist.
Prüfen Sie deshalb, ob das Gütesiegel anklickbar ist und zu einem entsprechenden Händlerprofil auf der Vergabeseite führt.
Wird Zeitdruck erzeugt?
Fake-Shops, aber auch echte Shops, arbeiten gerne mit psychologischen Tricks. Beliebt sind Countdowns dieser Bauart:
- „Nur noch 15 Minuten.“
- „Nur noch 2 Stück auf Lager.“
- „Dieses Angebot endet heute.“
Bei Fake-Shops sollen solche Druckmittel verhindern, dass Sie als Kunde den Shop in Ruhe überprüfen. Gerade bei einem unbekannten Händlern sollten Sie sich von einem Countdown nicht unter Druck setzen lassen.
Wie wird der Shop im Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale bewertet?
Die Verbraucherzentrale stellt einen Fakeshop-Finder zur Verfügung. Dort können Sie die Internetadresse (URL) eines Shops eingeben. Das Tool analysiert Webshops anhand verschiedener Faktoren und gibt dann eine Einschätzung ab, ob es sich um einen Fake-Shop handelt:
- Grünes Licht: Der Online-Shop ist bisher nicht negativ aufgefallen.
- Gelbes Licht: Bitte überprüfen Sie wichtige Details zusätzlich selbst.
- Rotes Licht: Der Online-Shop kann schon als Fakeshop aufgefallen sein.
Allerdings gilt: Selbst wenn eine Webseite vom Fakeshop-Finder grünes Licht bekommt, beutet das nur, dass der Shop bestimmte Formalien erfüllt, die automatisiert abgefragt wurden.
Die Fake-Shop-Checkliste
Hier ist die ultimative Fakes-Shop-Checkliste. Je mehr Häkchen fehlen, desto wahrscheinlicher handelt es sich im einen Fake-Shop:
- Ist der Preis realistisch?
- Ist die Domain seriös?
- Ist die Domain verschlüsselt
- Ist das Impressum vollständig?
- Ist das Unternehmen, wenn es sich nicht um ein Einzelunternehmen handelt, im Handelsverzeichnis aufrufbar?
- Passt die angegebene Adresse zum Unternehmen?
- Gibt es eine reale Kontaktmöglichkeit?
- Anwortet der Shop passen auf Fragen vor dem Kauf?
- Werden verschiedene Zahlungsarten im Checkout angeboten?
- Sind die Bewertungen realistisch?
- Sind Gütesiegel anklickbar und überprüfbar?
- Wird ein künstlicher Zeitdruck aufgebaut?
- Sind AGB und Datenschutzerklärung korrekt?
- Sind alle Bausteine zum Widerrufsrecht vorhanden?
- Steht die Ampel im Fakeshop-Finder auf Grün?
Was tun, wenn Sie in einem Fake-Shop bestellt haben?
Wenn Sie auf einen Fake-Shop hereingefallen sind, sollten Sie schnell handeln.
- Bei einer noch nicht ausgeführten Überweisung sollten Sie unverzüglich Ihre Bank kontaktieren. Je nach Zeitpunkt und Zahlungsart können Sie möglicherweise noch versuchen, die Transaktion zu stoppen.
- Bei einer Kreditkartenzahlung oder einem Zahlungsdienstleister sollte Sie ebenfalls möglichst schnell den jeweiligen Anbieter kontaktieren.
- Alle Unterlagen sollten gesichert werden: Bestellbestätigung, Rechnungen, E-Mails und Zahlungsnachweise.
- Fertigen Sie Screenshots als Beweismittel an.
- Bei einem konkreten Betrugsverdacht können Sie eine Anzeige bei der Polizei erstellen.
Zusammenfassung in zwei Sätzen
Wer vor der Bestellung fünf Minuten in die Überprüfung eines Shops investiert, kann sich viel Ärger ersparen. Was vor der Zahlung verdächtig aussieht, wird nach der Zahlung nicht besser.

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