Wer oder was ist Wero? Wero ist das europäische PayPal, eine neue Zahlungsart für den Onlinehandel – und später auch für das Bezahlen an der Ladenkasse vor Ort.
Was es Neues gibt, erfahren Sie im Wero-Newsticker.
Der Name Wero
Wero setzt sich aus dem englischen „We“ und „Euro“ zusammen. Wero kommt aus Europa und ist für Europa konzipiert.
Made in Europe
Europa, so die Idee, benötigt ein unabhängiges Zahlungssystem. Wero ist Europas PayPal und Herausforderer von Apple Pay, Google Pay, Visa und MasterCard.
Eine Initiative von Banken und PSPs
Realisiert wird Wero von der EPI, einer Initiative europäischer Banken und PSPs. Auf Seite der Banken gut motiviert waren von Anfang an die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken. Gemischt sieht es bei den Privatbanken aus. Die Lage im April 2026:
- Deutsche Bank, Postbank und ING unterstützen Wero.
- Die Commerzbank war Gründungsmitglied der EPI, stieg später aus dem Projekt aus, und hat nun die Wero-Unterstützung wieder angekündigt.
- Die Targobank könnte, so das Gerücht, Wero demnächst unterstützen.
- HypoVereinsbank, 2005 von der italienischen Großbank UniCredit übernommen, unterstützt Wero nicht.
Wero freischalten
- Wer Wero freischalten lassen möchte, benötigt ein Konto bei einer Wero Bank. Hier geht es zur Wero-Bankenliste: Diese Banken können Wero.
- Die Freischaltung funktioniert in der App der Bank (z. B. Deutsche Bank App, Postbank App, VR Banking App, Sparkassen-App, ING App), also auf dem Smartphone.
- Zur Freischaltung von Wero gibt es zwei Methoden. Entweder über QR-Code, der auf einem Computer oder Laptop eingeblendet wird, oder über einen Freischaltungslink direkt in der App.
Wero freischalten – über QR-Code
- Rufen Sie Ihre Banking-App auf Ihrem Smartphone auf.
- Starten Sie Ihren Computer und surfen auf die Website Ihrer Bank.
- Geben Sie „Wero“ in die Suchmaschine Ihrer Bank-Website ein.
- Scannen Sie dem Handy den QR-Code vom Bildschirm Ihres Computers.
- Folgen Sie den Anweisungen.
Wero freischalten – über Freischaltungslink in der App
- Starten Sie Ihre Banking-App mit Ihrem Handy. Stellen Sie sicher, dass Sie die aktuelle Version dieser Banking-App nutzen.
- Loggen Sie sich in Ihre Banking-App ein.
- Suchen Sie in der Banking-App nach einem Link „Wero freischalten“.
- Folgen Sie den Anweisungen.
Mit Wero im Onlineshop bezahlen
Online-Shopping mit Wero funktioniert in fünf einfachen Schritten. Was Sie dazu benötigen: Einen Computer oder Laptop und ein Smartphone.
1. Wero im Checkout wählen
Sie kaufen mit dem Computer oder Laptop im Onlineshop ein. Im Checkout wählen Sie Wero aus.
2. QR-Code wird erzeugt
Darauf hin wird ein QR Code erzeugt und auf dem Bildschirm angezeigt.
3. QR-Code scannen
Sie scannen den QR-Code mit dem Smartphone.
4. Zahlung bestätigen
Die Banking-App öffnet sich automatisch. Jetzt bestätigen Sie die Zahlung.
5. Zahlung wird eingezogen
Die Zahlung wird sofort vom Girokonto eingezogen und kommt in 10 Sekunden beim Onlinehändler an.
Wero – Funktionen im Detail
Wero deckt in Zukunft eine breite Palette an Zahlungsfunktionen ab:
Peer-to-Peer-Zahlungen (P2P) – bereits verfügbar
- Direkte Geldübertragungen von Person zu Person, wie bei PayPal.
- Nutzung per App mit Telefonnummer oder E-Mail-Adresse als Identifier.
E-Commerce-Zahlungen – in einigen Shops verfügbar
- Bezahlung in einigen Online-Shops. Hier geht es zur Wero-Shopliste.
Point-of-Sale-Zahlungen – geplant
- Bezahlen im stationären Handel via QR-Code
- Bezahlen im stationären Handel via NFC
BNPL und wiederkehrende Zahlungen – geplant
- Wiederkehrende Zahlungen für Abonnements
- Wiederkehrende Zahlungen für Mitgliedschaften
- Ratenzahlungen („Buy Now, Pay Later“).
Wero – Gebühren für Käufer
Für Käufer ist Wero kostenlos. Aber im Gegensatz zu PayPal zahlen Wero-Kunden nicht mit der Verwertung ihrer Daten.
Wero – Gebühren für Händler
Für Händlerinnen und Händler sind die Gebühren erheblich niedriger als beim Konkurrenten PayPal. Die Gebührentabelle zeigt den Unterschied:
| Paypal | Wero |
|---|---|
| 2,49 % vom Umsatz | ab 0,55 % vom Umsatz |
| + 0,35 € fix | + PSP-Fixkosten* |
*Beim PSP VR-Payment betragen die Fixkosten je Transaktion 0,15 €.
Beispiel für einen Einkauf von 13,80 € in einem Onlineshop:
- Paypal: Bei einem Rechnungsbetrag von 13,80 € knöpft PayPal 0,80 € ab, der Händler erhält 13,00 €.
- Wero: Bei einem Rechnungsbetrag von 13,80 € knöpft Wero 0,25 € ab, der Händler erhält 13,55 €.
Versteckte Wero-Gebühren für Händler
Die Berechnung der Wero-Kosten ist komplizierter als bei PayPal. Die unklaren Wero-Gebühren lösen zunächst Aversionen aus, doch die Grund stimmt wieder versöhnlich. Die Sache ist nämlich so:
- PayPal ist ein einzelnes Unternehmen. Die Gebühren werden von PayPal festgelegt.
- Wero ist ein Ökosystem, das von vielen Unternehmen genutzt wird.
- Wero ist das Projekt vieler einzelner Banken und PSPs, die alle miteinander in Konkurrenz stehen.
- Wero bringt die Marktwirtschaft ins Payment, und das ist für Händler auch gut so, denn es hält die Preise niedrig.
Mit Wero-Gebühren auseinandersetzen
Die Integration von Wero in das eigene Shopsystem funktioniert über PSPs wie beispielsweise VR Payment, Stripe, Mollie oder WooCommerce Payments. Hier geht es zur PSP-Liste.
Was Wero-Händlern nicht erspart bleibt, ist die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Angeboten von Banken und PSPs. Diese Auseinandersetzung fängt schon mit der Auswahl der PSPs an. Zur Wahl stehen hier zwei unterschiedliche Modelle:
- Bank und PSP aus einer Hand nutzen. Beispiel: Das E-Commerce Pakekt von VR Payment, dem Payment-Dienst der Volks- und Raiffeisenbanken.
- Bank und PSP getrennt nutzen. Beispiel: Die Sparkasse als Hausbank nutzen und Wero über den PSP Mollie einziehen.
Wero ersetzt die nationalen und regionalen Zahlungsarten Europas
Wero vereint regionale PayPal-Alternativen wie iDEAL (Niederlande), Bizum (Spanien) und Sibs/MB Way (Portugal) zu einem einheitlichen europäischen Zahlungssystem.
- Frankreich: Die Zahlungsart paylib wurde einschließlich des Kundenstamms von Wero übernommen.
- Luxemburg: Die Zahlungsart Payconiq wurde einschließlich des Kundenstamms von Wero übernommen.
- Niederlande: iDEAL, das niederländische PayPal, wurde von Wero übernommen. Die die Konversion von iDEAL zu Wero wurde 2026 gestartet und wird 2027 abgeschlossen. 2028 wird die Marke iDEAL verschwunden sein.
- Spanien: Bizum, das spanische PayPal, erhält den Namen Bizum Pay und wird technisch durch Wero ersetzt.
- Portugal: MB Way, das portugiesische PayPal, behält zwar den Namen, wird aber technisch durch Wero ersetzt.
- Italien: Bancomat, das italienische PayPal, wird durch Wero ersetzt.
- Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark: Das Zahlungssystem Vipps wird durch Wero ersetzt.
Wero – Zeitplan 2024 bis 2027
Wero erweitet die Funktionen schrittweise. Für 2026 ist die Bezahlung von Waren und Dienstleistungen in der breiten Masse der Onlineshops anvisiert.
- 2024: Erste Phase. Wero-Start in Deutschland, Frankreich und Belgien. Fokus auf P2P-Zahlungen.
- 2025: Zweite Phase. Wero wird in ausgewählten Onlineshops verfügbar.
- 2026: Dritte Phase. Übernahme des Zahlungssystems iDEAL und Wero-Verfügbarkeit in weiteren Ländern und weiteren Onlineshops.
- 2027: Vierte Phase. Einführung im stationären Handel, am POS (Point-of-Sale).
Was Wero von PayPal gelernt hat
- Email-Adressen sind komfortabler als IBAN-Nummern.
- Überweisung bitte in Echtzeit.
Was Wero noch von PayPal lernen muss
- Onlinehändler sind keine Bittsteller.
- Ein Händleraccount für Wero muss in 10 Minuten angelegt werden können.
- Ob Shopify, WooCommerce oder Shopware … alle gängigen Shopsysteme benötigen eine kostenlose Schnittstellen für Wero.
Vorgänger von Wero: Paydirekt, Giropay, Kwitt
In Deutschland besitzt jeder Erwachsene ein Girokonto. Und ein Girokonto ist dazu da, um den Zahlungsverkehr abzuwickeln. PayPal ist also überflüssig. Es gibt PayPal nur deshalb, weil die deutschen Banken über Jahrzehnte hinter dem Mond lebten. Die Wünsche des Onlinehandels nach unkomplizierten Zahlungsmethoden wurden bis 2014 komplett ignoriert. Dann kamen die Rohrkrepierer Paydirekt und Giropay. Beide Dienste wurden wieder eingestellt, Kwitt wurde zu Wero konvertiert.
Wero – News
Quellen für offizielle Wero-News: