Wero wächst weiter: Die niederländische Nebank Bunq ist das jüngste EPI-Mitglied geworden. Die Kennzahlen von Bunq für das Geschäftsjahr 2024:
85,3 Millionen Euro Vorsteuergewinn Plus 65 % im Vergleich zum Vorjahr
8 Mrd. € Kundeneinlagen Plus 16 % im Vergleich zum Vorjahr
Zusammenfassung Jahresbericht 2024
Das Wichtigste aus dem Jahresbericht der bunq B.V. für das Jahr 2024.
1. Unternehmensübersicht
Mission: bunq strebt an, eine globale Neobank für digitale Nomaden zu werden, die ihren Nutzern eine grenzenlose und nachhaltige Banklösung bietet.
Expansion: bunq hat IBANs in Deutschland, Frankreich, Spanien und Irland eingeführt und strebt Banklizenzen in Großbritannien und den USA an.
Innovationen: Einführung von Finn, einem KI-gestützten persönlichen Assistenten, sowie neuen Funktionen wie dem Travel Tab, Stocks Tab und Budgeting Tab.
2. Finanzielle Leistung
Wachstum: Nutzer-Einlagen stiegen auf 8 Milliarden Euro, ein Anstieg um 16 % im Vergleich zu 2023.
Profitabilität: Das Unternehmen verzeichnete das zweite Jahr in Folge Gewinne mit einem Vorsteuergewinn von 85,3 Millionen Euro (+65 % im Vergleich zu 2023).
Umsatz: Nettozins- und Gebühreneinnahmen stiegen um 35,2 % bzw. 35,1 %.
Kapitalzufluss: 29 Millionen Euro Kapitalzufluss von Aktionären zur Unterstützung des Wachstums.
3. Risikomanagement
Drei-Linien-Modell: Operative Abteilungen (erste Linie), Compliance und Risikofunktionen (zweite Linie) sowie interne Audits (dritte Linie) überwachen Risiken.
Risikokategorien: Finanzielle Risiken (Kredit-, Liquiditäts- und Marktrisiken), nicht-finanzielle Risiken (Compliance- und operationelle Risiken) und übergeordnete Risiken (Geschäftsrisiken).
Kreditrisiko: ECL-Berechnung für verschiedene Portfolios, einschließlich Hypotheken und KMU-Darlehen.
Liquiditätsrisiko: Stresstests und Überwachung der Liquiditätskennzahlen wie LCR und NSFR.
Marktrisiko: Absicherung von Zinsrisiken durch Swaps und Überwachung von Währungsrisiken.
4. Nachhaltigkeit
Umweltfreundliche Investitionen: Keine Finanzierung von fossilen Brennstoffen, Kohle, Atomenergie oder Bergbau.
Baumpflanzaktionen: Über 29 Millionen Bäume seit 2019 gepflanzt.
ESG-Politik: Aktualisierung der Richtlinien und Durchführung einer doppelten Wesentlichkeitsbewertung.
5. Governance
Vorstand: Zwei-Ebenen-Modell mit einem Management- und einem Aufsichtsrat.
Diversität: Fokus auf objektive Ergebnisse und Vielfalt, obwohl die Geschlechterquote im Vorstand nicht ausgeglichen ist.
Vergütung: Einhaltung der niederländischen und europäischen Vorschriften, Einführung eines neuen Management-Incentive-Programms.
6. Prüfungsbericht
Unabhängige Prüfung: Deloitte Accountants B.V. hat die Finanzabschlüsse geprüft und bestätigt, dass sie den EU-IFRS und dem niederländischen Handelsgesetzbuch entsprechen.
Schlüsselprüfungsfragen: Zu den wichtigsten Prüfungsbereichen gehörten die Zuverlässigkeit der IT-Systeme und die Bewertung der erwarteten Kreditverluste (ECL).
7. Ausblick
Strategie: bunq plant, die globale Expansion fortzusetzen, die Nutzung von KI zu erweitern und die Produkt- und geografische Reichweite zu vergrößern.
Neue Entwicklungen: Gründung von bunq Global LLC in den USA und Solitaire II zur weiteren Hypothekenverbriefung.
Das Wero-Rollout plant Bunq noch 2026 in Deutschland, Belgien, Frankreich und den Niederlanden. Wero wird wie üblich, direkt in der App für P2P– und E-Commerce-Zahlungen zur Verfügung stehen.
Die Einführung von BUNQ bringt uns einer einheitlicheren europäischen Zahlungsmethode näher – einfach, sicher und im Einklang mit der heutigen Art und Weise, wie Menschen und Unternehmen Geld bewegen.
Bunq ist eine niederländische Direktbank mit Sitz in Amsterdam, die 2012 vom Geschäftsmann Ali Niknam gegründet wurde.
Banklizenz seit 2014
Ali Niknam finanzierte Bunq von Beginn an weitgehend aus eigenen Mitteln. Nach mehreren Jahren regulatorischer Vorbereitung erhielt Bunq 2014 als erste neue Bank seit über 35 Jahren eine vollwertige europäische Banklizenz in den Niederlanden. 2015 startete die Bank offiziell für Endkunden.
App statt Filialen
Von Anfang an setzte Bunq auf ein rein app-basiertes Modell ohne Filialen. Zielgruppe waren digital affine Kundinnen und Kunden.
Innovationen und Produktentwicklung
Bunq profilierte sich früh durch schnelle Produktzyklen und Community-Pflege. Zu den frühen Innovationen gehörten:
Mehrere Bankkonten in wenigen Sekunden erstellen
Individuell anpassbare IBANs
Push-Benachrichtigungen bei Zahlungen
Einfache Unterkonten („Spaces“) zur Budgetverwaltung
Später erweiterte Bunq sein Angebot um Geschäftskonten, Gemeinschaftskonten und integrierte Buchhaltungsfunktionen. Die Bank positionierte sich zunehmend als „Fintech-Plattform“ statt als klassische Bank.
Internationale Expansion
Ab 2018 begann Bunq seine Expansion innerhalb Europas. Durch die europäische Banklizenz konnte das Unternehmen seine Dienstleistungen schrittweise in zahlreichen EU-Ländern anbieten.
Nachhaltigkeit und Positionierung
Bunq führte Programme ein, bei denen für bestimmte Kontomodelle Bäume gepflanzt werden. Zudem investierte das Unternehmen in sogenannte „Green Investments“ und positionierte sich als klimabewusste Alternative zu traditionellen Banken.
Profitabilität und aktuelle Entwicklung
Nach mehreren Jahren starken Wachstums und Investitionen meldete Bunq ab 2022 wiederholt profitable Quartale und entwickelte sich zu einer der größten Neobanken Europas.
Kommentar: Wero expandiert über Direktbanken
Bunq ist derzeit in über 30 europäischen Ländern aktiv. Der EPI-Beitritt könnte das Wero-Projekt nun endlich auch flächendeckend voranbringen und die deutschen Direktbanken aus dem Tiefschlaf wecken – hallo 1822direkt und DKB?