Consorsbank: Wero ab Dezember

Logo: Consorsbank by BNP PARIBAS

Die Consorsbank, Direktbank-Tochter der französischen BNP Paribas, hat auf Reddit einen Termin für die Wero-Integration veröffentlicht: Im Dezember 2026 wird Wero in der Consorsbank-App verfügbar sein. Besser spät als nie?

Wero kommt zur Consorsbank

„Wir planen die Einführung von Wero spätestens bis Dezember 2026. Ein genauer Starttermin steht aktuell noch nicht fest. (…) Die Einführung erfordert eine umfangreiche technische Infrastruktur im Hintergrund. Wir bereiten das aktuell vor – wollen es aber sauber und stabil umsetzen. Deshalb können wir euch heute noch kein konkretes Datum nennen. Sobald der Starttermin feststeht, informieren wir euch natürlich hier.“

Consorsbank auf Reddit

Kommentar: Consorsbank vertrödelt Wero

Die Mutter der Consorsbank, die französische BNP Paribas, zählt nicht nur zu den Gründungsmitgliedern der EPI, sie gehört neben der Crédit Agricole und der Groupe BPCE auch zu den „Big Three“ des französischen Finanzwesens. Und in Frankreich wächst das Wero-Projekt derzeit am stärksten. Umso unverständlicher ist es, dass die Consorsbank so lange bei Wero trödelt.

Die Geschichte der Consorsbank

Die Ursprünge der Consorsbank reichen zurück in die 1990er Jahre, eine Zeit, in der das Internet zunehmend an Bedeutung gewann und neue Möglichkeiten für den Finanzsektor eröffnete. Gegründet wurde das Unternehmen 1994 unter dem Namen Consors durch die SchmidtBank in Nürnberg. Ziel war es, privaten Anlegern einen einfachen und kostengünstigen Zugang zum Wertpapierhandel zu ermöglichen.

Consors, der Börsenboom und der „Neue Markt“

Mit dem Aufkommen des Onlinehandels entwickelte sich Consors schnell zu einem der führenden deutschen Onlinebroker. Während des Börsenbooms rund um die Jahrtausendwende profitierte Consors von Privatleuten, die ebenso gierig wie naiv mit Omas Häuschen als Sicherheit Kredite aufnahmen – um das Geld dann am „Neuen Markt“ zu verzocken. Die Möglichkeit, Wertpapiere eigenständig über das Internet zu handeln, sprach die Glücksritter an.

Das Platzen der Dotcom-Blase

Mit dem Platzen der Dotcom-Blase Anfang der 2000er Jahre musste sich Consors neu ausrichten. Im Jahr 2002 wurde der Onlinebroker von der französischen Großbank BNP Paribas übernommen. In der Folge wurde Consors in die internationale Struktur des Konzerns integriert und firmierte zeitweise unter dem Namen Cortal Consors, nachdem es mit der französischen Direktbank Cortal fusioniert wurde.

Die Dotcom-Blase

Die Dotcom-Blase war ein Phänomen der späten 1990er und frühen 2000er Jahre. Sie entstand im Zuge des rasanten Aufstiegs des Internets und veränderte die Wahrnehmung von Technologieunternehmen an den Finanzmärkten.

Die Verbreitung des Internets

Ausgangspunkt war die zunehmende Verbreitung des Internets, insbesondere in den USA. Investoren erkannten früh das Potenzial digitaler Geschäftsmodelle und begannen, verstärkt in junge Technologieunternehmen zu investieren. Viele dieser Firmen trugen die Endung „.com“ im Namen, was zum prägenden Begriff der Blase führte. Börsengänge wurden häufig von großer medialer Aufmerksamkeit begleitet und führten innerhalb kürzester Zeit zu stark steigenden Unternehmensbewertungen.

Hohe Kurse für instabile Geschäftsmodelle

Ein zentrales Merkmal der Dotcom-Blase war die Abkopplung der Aktienkurse von fundamentalen Unternehmensdaten. Viele Internetfirmen verfügten weder über stabile Geschäftsmodelle noch über nennenswerte Gewinne. Dennoch investierten Anleger in der Erwartung, dass sich die Unternehmen langfristig durchsetzen würden. Der technologische Fortschritt und die Euphorie rund um das Internet verstärkten diese Entwicklung.

NASDAQ und NEMAX

Besonders deutlich zeigte sich die Dynamik der Blase am NASDAQ-Index und am deutschen Pendent, dem NEMAX. Der NEMAX 50 war ein deutscher Aktienindex, der von Juli 1999 bis Ende 2004 die 50 größten Technologieunternehmen am „Neuen Markt“ der Frankfurter Wertpapierbörse repräsentierte.

Der Aufstieg der Onlinebroker

Die Vervielfachung der Kurse in den bei NASDAQ und NEMAX gelisteten Unternehmen zog immer mehr Anleger an, darunter auch viele Privatinvestoren, die erstmals über Online-Broker wie Consors am Börsenhandel teilnahmen.

Der Börsencrash

Der Höhepunkt der Blase wurde im Frühjahr 2000 erreicht, dann setzte ein drastischer Kursverfall ein. Die Werte von EM.TV, Metabox und Intershop rauschten in den Keller. Auslöser waren steigende Zinsen, Zweifel an den Geschäftsmodellen vieler Internetfirmen sowie enttäuschende Unternehmenszahlen. Innerhalb kurzer mussten zahlreiche Unternehmen Insolvenz anmelden.

Das Platzen der Blase

Das Platzen der Dotcom-Blase hatte weitreichende Folgen. Investoren erlitten hohe Verluste, und das Vertrauen in den Technologiesektor wurde nachhaltig erschüttert. Gleichzeitig führte die Krise zu einer Marktbereinigung: Unternehmen mit tragfähigen Geschäftsmodellen konnten sich langfristig etablieren, während viele andere vom Markt verschwanden.

Consors wird Direktbank

In den folgenden Jahren entwickelte sich Cortal Consors von einem reinen Online-Broker zu einer umfassenden Direktbank. Neben dem Wertpapierhandel wurden klassische Bankprodukte wie Girokonten, Tagesgeldkonten und Kredite angeboten. Damit reagierte Cortal Consors auf den wachsenden Wettbewerb im Finanzsektor und die veränderten Bedürfnisse der Kunden.

Aus Cortal Consors wird Consorsbank

Ein wichtiger Schritt in der jüngeren Unternehmensgeschichte erfolgte im Jahr 2014: Die Marke Cortal Consors wurde in Deutschland in Consorsbank umbenannt. Mit dieser Neupositionierung sollte die Bank stärker als moderne, digitale Universalbank wahrgenommen werden. Gleichzeitig wurde das Angebot weiter ausgebaut und stärker auf digitale Services ausgerichtet.

Die Consorsbank heute

Heute ist die Consorsbank ein Bestandteil von BNP Paribas und zählt zu den mittelgroßen Direktbanken im deutschen Markt. Sie steht exemplarisch* für den Wandel von der klassischen Filialbank über den Onlinebroker hin zur Direktbank.

* Exemplarisch steht die Consorsbank leider auch für die Verschnarchtheit diverser Direktbanken beim Wero, zum Beispiel der 1822direkt und der Comdirect.