Bei der Einführung von Wero haben Banken, PSPs und Händler unterschiedliche Herausforderungen zu meistern. Für die Akzeptanz im stationären Handel ist es entscheidend, dass Wero ohne großen Aufwand am POS angeboten werden kann – zum Beispiel mit einer SoftPOS-Lösung.
Zu diesem Thema habe ich Martin Sprengseis-Kogler befragt. Er ist Managing Partner bei bluesource – mobile solutions. Das Unternehmen entwickelt Banking-Apps und mobile Zahlungslösungen.“
Interview mit Martin Sprengseis-Kogler

Welche Schritte muss ein Händler in Deutschland oder Österreich unternehmen, um Wero ohne großen Aufwand anzubieten?
Martin Sprengseis-Kogler: Zuerst sollte der Händler mit seinem Zahlungsanbieter klären, ob Wero für den Webshop oder die Kasse unterstützt wird. Im Idealfall lässt sich Wero als zusätzliche Zahlart in den bestehenden Checkout oder die Kassenlösung einbinden. Entscheidend ist, dass kein Inselsystem entsteht: Bezahlung, Händler-App und Treueprogramme sollten zusammenspielen.

Wie funktioniert ein SoftPOS- beziehungsweise SmartPOS-System?
Martin Sprengseis-Kogler: Bei SoftPOS wird ein geeignetes Smartphone oder Tablet mit einer entsprechenden Akzeptanz-App zum kontaktlosen Zahlungsterminal. Je nach Lösung kommen Android-Geräte oder iPhones infrage. Auf demselben Gerät können auch weitere Anwendungen laufen, etwa für Treueprogramme oder digitale Belege. SmartPOS bezeichnet dagegen ein Zahlungsterminal mit Android-Betriebssystem, auf dem zusätzlich beispielsweise Kassen- oder Loyalty-Apps genutzt werden können. Wero muss für die jeweilige Lösung eigens integriert werden.
Wir rechnen damit, dass SoftPOS an Bedeutung gewinnt: Smartphones sind verbreitet, und zusätzliche Anwendungen lassen sich auf demselben Gerät bereitstellen.

Gibt es für Wero schon Omnichannel-Lösungen für Webshop und POS?
Martin Sprengseis-Kogler: Im Onlinehandel ist Wero bereits verfügbar. Am POS hängt die Unterstützung derzeit vom jeweiligen Markt und Zahlungsanbieter ab. Für ein durchgängiges Bezahlerlebnis müssen beide Kanäle zusammenspielen. Im Geschäft stehen aktuell QR-Code-Zahlungen im Vordergrund; NFC ist ein weiteres Entwicklungsthema.
Gerade bei mobilen Zahlungsanwendungen und NFC bringt bluesource langjährige Umsetzungserfahrung mit. Mit mobile-pocket kommen täglich über 6.000 Treueprogramme an den POS. Dazu kommt unsere Erfahrung in der App-Entwicklung für Unternehmen wie REWE Group und XXXLutz. Diese Kombination hilft uns, neue Zahlarten aus Sicht des Handels zu integrieren und mit Treueprogrammen zu verbinden.

Wie beurteilen Sie die Wero-Entwicklung in Österreich und anderen Märkten?
Martin Sprengseis-Kogler: Deutschland, Frankreich und Belgien sind wichtige Ausgangsmärkte. Für Österreich sehe ich großes Potenzial. Entscheidend ist, dass Banken, Zahlungsanbieter und Händler gemeinsam vorangehen. Technische Verfügbarkeit allein wird Wero nicht zum Erfolg machen. Es braucht ein einfaches Nutzungserlebnis, genügend Akzeptanzstellen im Alltag und Mehrwerte wie die Verbindung mit Treuekarten. Für Händler müssen zugleich die Konditionen attraktiv sein.

Was muss eine Bank unternehmen, um Wero zu integrieren?
Martin Sprengseis-Kogler: Eine Bank braucht die technische Anbindung an Wero, die Integration in ihre Zahlungsverkehrssysteme sowie klar definierte Sicherheits- und Betriebsprozesse. Genauso wichtig ist, was Kund:innen davon sehen: Aktivierung, Zahlungsfreigabe und Transaktionsübersicht müssen verständlich funktionieren. bluesource übersetzt solche technischen Anforderungen in einfach bedienbare mobile Anwendungen. Erfahrung im Zahlungsverkehr bringen wir unter anderem aus unserer langjährigen Zusammenarbeit mit Payment Services Austria mit.

Wie gelangt Wero in die Banken-App? Entwickeln Banken das selbst oder mit externen Dienstleistern?
Martin Sprengseis-Kogler: Beides ist möglich. Banken können selbst entwickeln oder spezialisierte Partner und vorhandene Softwarebausteine einbinden. Nicht jede Bank muss dabei jede mobile Funktion neu bauen. bluesource unterstützt bei der App-Entwicklung, der Integration von SDKs und der Gestaltung der Nutzer:innenführung – sowohl in bestehenden Banking-Apps als auch in eigenständigen Wallets. Aus Projekten mit unterschiedlichen Marktteilnehmern kennen wir die Anforderungen an solche Abläufe und können diese Erfahrung in die Umsetzung einbringen.

Vielen Dank für das Interview!

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