Digitaler Euro – die Merkmale

Der Digitale Euro ist ein von der Europäischen Zentralbank (EZB) geplantes Projekt zur Einführung des Euro als elektronisches Zahlungsmittel. Er soll als Ergänzung zum Bargeld dienen und im gesamten Euroraum für Zahlungen genutzt werden können. Der digitale Euro soll die digitale Souveränität Europas stärken und eine sichere, wettbewerbsfähige Alternative zu bestehenden digitalen Zahlungsmethoden bieten. Bisher wird der Markt fast ausschließlich von US-Unternehmen abgedeckt. Die Details für das einheitliche europäische Zahlungssystem:

  • Der Digitale Euro soll für alle Bürger und Unternehmen im Euroraum verfügbar sein
  • Der Digitale Euro ist keine Kryptowährung, hat nichts mit Bitcoin & Co. zu tun. Der Digitale Euro basiert nicht auf einer Blockchain.
  • Der Digitale Euro soll den Zahlungsverkehr im Euroraum digitalisieren und neue Möglichkeiten für Unternehmen und Verbraucher schaffen.
  • Der Digitale Euro soll einfache und schnelle Zahlungen ermöglichen, sowohl online als auch offline. 
  • Der Digitale Euro soll eine attraktive Alternative zu bestehenden digitalen Zahlungsmethoden bieten und den Wettbewerb im Zahlungsverkehr fördern.  
  • Mit dem Digitalen Euro werden Zahlungen schnell abgewickelt: Sie basieren auf den heute bereits etablierten SEPA-Instant Payments (Echtzeitüberweisungen) oder vergleichbaren Standards. SEPA-Instant Payments benutzt auch das neue europäische, kontobasierte Echtzeit-Bezahlsystem Wero.
  • Eine Begrenzung, sprich ein Haltelimit in der Wallet für den Digitalen Euro sieht der Gesetzesentwurf zwar bisher vor, die Höhe von 3.000 Euro wurde aber nie offiziell bestätigt.
  • Der Digitale Euro soll, ähnlich wie Bargeld, einen hohen Schutz der Privatsphäre gewährleisten. 
  • Der Digitale Euro ist nicht für automatisierte Maschinenzahlungen (M2M-Payments) gedacht: Der Kühlschrank wird also nicht automatisch die Hafermilch damit bezahlen
  • Der Digitale Euro vereinfacht keine bestehenden Zahlungsprozesse, sondern baut eine separate Zahlungsverkehrsinfrastruktur auf.
  • Der Digitale Euro ist bislang noch nicht in einer Probephase getestet worden. Frühestens im Jahr 2029 könnte der Digitale Euro für alle Bürgerinnen und Bürger im Euro-Raum kommen.
  • Digitaler Euro – die Perspektive: Zahlungen im stationären Handel. Quelle: Sparkasse & Wirtschafts-Podcast Die Stunde Null bei plus.rtl.de
  • Sicherheitsmaßnahme für den Digitalen Euro ist z. B die Face-ID.

Digitaler Euro – Kritik

  • Die Einführung des Digitalen Euro könnte Auswirkungen auf das Bankensystem haben, beispielsweise durch mögliche Einlagenabflüsse. 
  • Die EZB plant, Maßnahmen zu ergreifen, um die Finanzmarktstabilität auch bei einer Einführung des Digitalen Euros zu gewährleisten, beispielsweise durch eine Begrenzung des möglichen Guthabens in digitaler Form. Diese Maßnahmen könnten zu einem Vertrauensverlust führen.
  • Die Implementierung des Digitalen Euro stellt hohe technische Anforderungen an die EZB und die beteiligten Finanzinstitute. 
  • Der Digitale Euro ist nicht diebstahlsicher und kann – wie jedes digitale Zahlungsmittel – auch potenziell Ziel von Betrug oder Cyberangriffen werden.
  • Der Schutz der Privatsphäre bei der Nutzung des Digitalen Euro ist ein zentrales Anliegen, das sorgfältig geprüft und gewährleistet werden muss.