Immer mehr Banken führen Wero ein – das neue europäische Bezahlsystem. Trotzdem stellen viele Kundinnen und Kunden fest, dass die eigene Bank hinter dem Mond lebt und Wero nicht anbietet, zum Beispiel diese hier:
- Commerzbank: kein Wero
- DKB: keine Wero
- HypoVereinsbank: kein Wero
- Targobank: kein Wero
Muss ich meine Bank wechseln, um Wero zu nutzen?
Nicht unbedingt. Es gibt zwei Optionen:
1. Wero über ein Zweitkonto nutzen
Ein zusätzliches Konto bei einer Wero-Bank reicht aus, um Geld an Freunde oder Familie zu senden oder in Onlineshops mit Wero zu bezahlen. Das alte Konto kann bestehen bleiben.
2. Kompletten Bankwechsel durchführen
Wer Wero regelmäßig nutzt oder seine Bank ohnehin wechseln möchte, entscheidet sich am besten für ein neues Konto bei einer Wero-Bank.
Wero-Bank auswählen
Tipps zum Auswählen einer Wero-Bank:
- Kontoführungsgebühren bei der Bafin checken
- Kurzer Check, ob Wero in der Banking-App für alle Funktionen verfügbar ist, also nicht nur für Geld an Freunde senden, sondern auch fürs Onlineshopping
- Das alte Konto erst nach einigen Woche kündigen, wenn der Umzug abgeschlossen ist
Welchen Aufwand verursacht ein Bankenwechsel?
Ein Wechsel der Bank ist heute einfacher als früher, bringt aber immer noch Aufwand mit sich:
- Umstellung von Zahlungspartnern
- Gewöhnung an neue Banking-Apps
- Neue Gebührenstruktur
- Andere Features bei der neuen Bank
Bankenwechsel wegen Wero – lohnt es sich?
Ein Wechsel zu einer Wero-Bank lohnt sich, wenn:
- regelmäßig Geld an andere Personen überwiesen wird
- Echtzeitüberweisungen wichtig sind
- europäische Zahlungsdienste bevorzugt werden
- Paypal vermieden werden soll
Ein Abwarten ist sinnvoll, wenn:
- die eigene Bank Wero für 2026 oder das erste Halbjahr 2027 angekündigt hat
- Wero nur gelegentlich genutzt wird
- kein Wechselstress entstehen soll
Kontowechselservice nutzen
Früher mussten dafür Daueraufträge manuell geändert und Zahlungspartner einzeln informiert werden, heute gibt es den gesetzliche Kontowechselservice. Der Kontowechselservice ermöglicht Verbrauchern, ihr Girokonto einfach, transparent und möglichst ohne Risiko zu wechseln.
Was ist der Kontowechselservice?
Der Kontowechselservice ist ein gesetzlich geregelter Service, der Banken in Deutschland verpflichtet, Kundinnen und Kunden beim Wechsel ihres Girokontos zu unterstützen. Grundlage ist das Zahlungskontengesetz (ZKG), das eine EU-Richtlinie umsetzt.
Ziel des Kontowechselservices ist es, Hürden beim Bankwechsel abzubauen und echten Wettbewerb zwischen Banken zu ermöglichen. Der Service ist für Privatkunden kostenlos.
Welche Leistungen umfasst der Kontowechselservice?
Der Kontowechselservice deckt das Meiste ab, was beim Bankwechsel anfällt:
- Übertragung von Daueraufträgen
- Information von Zahlungspartnern (z. B. Arbeitgeber, Vermieter, Stromanbieter)
- Übernahme von Lastschriften
- Abstimmung zwischen alter und neuer Bank
- Auf Wunsch: Schließung des alten Kontos
Achtung, der Kontowechselservice übernimmt keine Garantie, dass alle Zahlungspartner korrekt reagieren. Eine eigene Kontrolle ist also noch notwendig.
Wie läuft der Kontowechselservice Schritt für Schritt ab?
1. Neues Konto eröffnen
Der Kontowechselservice kann erst gestartet werden, wenn das neue Girokonto vollständig eröffnet ist. Das funktioniert entweder in der Filiale oder online, die meisten Banken bieten eine Identifizierung mit Video-Ident an.
2. Kontowechselservice beauftragen
Per Formular oder online wird der Kontowechselservice aktiviert. Kundinnen und Kunden erteilen dabei der neuen Bank die Erlaubnis, Informationen bei der alten Bank einzuholen.
3. Datenaustausch zwischen den Banken
Die alte Bank ist gesetzlich verpflichtet, innerhalb weniger Werktage folgende Daten bereitzustellen:
- bestehende Daueraufträge
- Lastschriften der letzten Monate
- Informationen zu regelmäßigen Zahlungseingängen
4. Information der Zahlungspartner
Die neue Bank informiert die angegebenen Zahlungspartner über die neue Bankverbindung. Alternativ können Kundinnen und Kunden dies selbst übernehmen.
5. Übergangsphase
In den folgenden Wochen sollten beide Konten parallel genutzt und überwacht werden, um fehlerhafte oder fehlende Buchungen zu erkennen.
6. Kündigung des alten Kontos
Wenn alle Zahlungen sicher laufen, kann das alte Konto gekündigt werden
Welche Pflichten haben Banken beim Kontowechsel?
Die alte und die neue Bank haben gesetzliche Pflichten:
Die alte Bank muss:
- alle relevanten Zahlungsinformationen bereitstellen
- bestehende Daueraufträge offenlegen
- das Konto auf Wunsch fristgerecht schließen
Die neue Bank muss:
- den Wechsel koordinieren
- Zahlungspartner informieren
- Daueraufträge neu einrichten
- den Prozess transparent dokumentieren
Verstöße können bei der BaFin gemeldet werden.
Welche Vorteile bietet der Kontowechselservice?
Der Kontowechselservice bringt mehrere Vorteile:
- deutlich geringerer organisatorischer Aufwand
- strukturierter und nachvollziehbarer Wechselprozess
- weniger Risiko vergessener Zahlungen
- Zeitersparnis
- rechtliche Absicherung
Wo liegen die Grenzen des Kontowechselservices?
Typische Probleme beim Kontowechsel:
- Zahlungspartner reagieren nicht oder verspätet
- selten genutzte Lastschriften werden nicht erkannt
- jährlich oder unregelmäßig abgebuchte Beträge fehlen
- Abonnements außerhalb des SEPA-Lastschriftverfahrens werden nicht erfasst
Welche Zahlungen sollte man selbst prüfen?
Folgender Zahlungebn unbedingt checken:
- Gehalt, Miete und Versicherungen
- Streaming- und Software-Abos
- Vereinsbeiträge
- Kreditraten
- Mitgliedschaften
- Einmal jährlich abgebuchte Gebühren
Tipp: Liste aller Zahlungspartner aus den letzten 12 Monaten anlegen
Für wen lohnt sich der Kontowechselservice besonders?
Der Kontowechselservice ist besonders sinnvoll für:
- Personen mit vielen Daueraufträgen
- Haushalte mit vielen Zahlungspartnern
- Menschen, die ungern organisatorische Aufgaben erledigen
- Kundinnen und Kunden, die erstmals die Bank wechseln
