Immer mehr Banken führen Wero ein – das neue europäische Bezahlsystem. Trotzdem stellen viele Kundinnen und Kunden fest: Die eigene Bank bietet Wero nicht an:
- Commerzbank: kein Wero
- HypoVereinsbank: kein Wero
- Targobank: kein Wero
Muss ich meine Bank wechseln, um Wero zu nutzen?
Nicht unbedingt. Es gibt zwei Optionen:
1. Wero über ein Zweitkonto nutzen
Ein zusätzliches Konto bei einer Wero-Bank reicht oft aus, um Geld an Freunde oder Familie zu senden oder in Onlineshops mit Wero zu bezahlen. Das alte Konto kann bestehen bleiben.
2. Kompletten Bankwechsel durchführen
Wer Wero regelmäßig nutzt oder seine Bank ohnehin wechseln möchte, entscheidet sich am besten für ein neues Konto bei einer Wero-Bank.
Bank wechseln: So funktioniert der Wechsel zu einer Wero-Bank
Schritt 1: Wero-Bank auswählen
Neben Wero sollten Sie auch auf folgende Punkte achten:
- Kontoführungsgebühren bei der Bafin checken
- Wero ist in der Banking-App verfügbar
- Guter Kundenservice
Schritt 2: Neues Konto eröffnen
Die Kontoeröffnung erfolgt meist online mit Video-Ident. Nach der Freischaltung kann Wero in der Banking-App aktiviert werden.
Schritt 3: Kontowechselservice nutzen
In Deutschland sind Banken verpflichtet, einen kostenlosen Kontowechselservice anzubieten. Dabei werden:
- Daueraufträge übertragen
- Zahlungspartner informiert
- Lastschriften umgestellt
Schritt 4: Altes Konto kündigen oder behalten
Nach einigen Wochen kann das alte Konto gekündigt oder als Zweitkonto behalten werden.
Ausführliche Informationen zum Bankwechsel.
Welche Risiken hat ein Bankenwechsel wegen Wero?
Ein Wechsel der Bank ist heute einfacher als früher, bringt aber dennoch Aufwand mit sich:
- Umstellung von Zahlungspartnern
- Gewöhnung an neue Banking-Apps
- mögliche Gebühren
- eingeschränkte Funktionen bei der neuen Bank
Deshalb sollte der Wechsel nicht nur wegen eines einzelnen Features erfolgen, sondern in ein gesamtpassendes Bankmodell eingebettet sein.
Bankenwechsel wegen Wero – lohnt es sich?
Ein Wechsel zu einer Wero-Bank lohnt sich, wenn:
- regelmäßig Geld an andere Personen überwiesen wird
- Echtzeitüberweisungen wichtig sind
- europäische Zahlungsdienste bevorzugt werden
- PayPal vermieden werden soll
Ein Abwarten ist sinnvoll, wenn:
- die eigene Bank Wero 2026 angekündigt hat
- Wero nur gelegentlich genutzt wird
- kein Wechselstress entstehen soll
Kontowechselservice nutzen
Früher mussten dafür Daueraufträge manuell geändert und Zahlungspartner einzeln informiert werden, heute gibt es den gesetzliche Kontowechselservice. Der Kontowechselservice ermöglicht Verbraucherinnen und Verbrauchern, ihr Girokonto einfach, transparent und möglichst ohne Risiko zu wechseln.
Tipp: Bafin-Kontogebührenvergleich
Was ist der Kontowechselservice?
Der Kontowechselservice ist ein gesetzlich geregelter Service, der Banken in Deutschland verpflichtet, Kundinnen und Kunden beim Wechsel ihres Girokontos zu unterstützen. Grundlage ist das Zahlungskontengesetz (ZKG), das eine EU-Richtlinie umsetzt.
Ziel des Kontowechselservices ist es, Hürden beim Bankwechsel abzubauen und echten Wettbewerb zwischen Banken zu ermöglichen. Der Service ist für Privatkundinnen und -kunden kostenlos.
Welche Leistungen umfasst der Kontowechselservice?
Der Kontowechselservice deckt zentrale organisatorische Aufgaben ab, die beim Bankwechsel anfallen:
- Übertragung von Daueraufträgen
- Information von Zahlungspartnern (z. B. Arbeitgeber, Vermieter, Stromanbieter)
- Übernahme von Lastschriften
- Abstimmung zwischen alter und neuer Bank
- Auf Wunsch: Schließung des alten Kontos
Tipp: Der Kontowechselservice übernimmt keine Garantie, dass alle Zahlungspartner korrekt reagieren. Eine eigene Kontrolle bleibt notwendig.
Wie läuft der Kontowechselservice Schritt für Schritt ab?
1. Neues Konto eröffnen
Der Kontowechselservice kann erst gestartet werden, wenn das neue Girokonto vollständig eröffnet ist. Die meisten Banken bieten dafür digitale Prozesse mit Video-Ident an.
2. Kontowechselservice beauftragen
Im Online-Banking oder per Formular wird der Kontowechselservice aktiviert. Kundinnen und Kunden erteilen dabei der neuen Bank die Erlaubnis, Informationen bei der alten Bank einzuholen.
3. Datenaustausch zwischen den Banken
Die alte Bank ist gesetzlich verpflichtet, innerhalb weniger Werktage folgende Daten bereitzustellen:
- bestehende Daueraufträge
- Lastschriften der letzten Monate
- Informationen zu regelmäßigen Zahlungseingängen
4. Information der Zahlungspartner
Die neue Bank informiert die angegebenen Zahlungspartner über die neue Bankverbindung. Alternativ können Kundinnen und Kunden dies selbst übernehmen.
5. Übergangsphase
In den folgenden Wochen sollten beide Konten parallel genutzt und überwacht werden, um fehlerhafte oder fehlende Buchungen zu erkennen.
Welche Pflichten haben Banken beim Kontowechsel?
Sowohl die alte als auch die neue Bank haben gesetzliche Pflichten:
Die alte Bank muss:
- alle relevanten Zahlungsinformationen bereitstellen
- bestehende Daueraufträge offenlegen
- das Konto auf Wunsch fristgerecht schließen
Die neue Bank muss:
- den Wechsel koordinieren
- Zahlungspartner informieren
- Daueraufträge neu einrichten
- den Prozess transparent dokumentieren
Verstöße können bei der BaFin gemeldet werden.
Welche Vorteile bietet der Kontowechselservice?
Der Kontowechselservice bringt mehrere Vorteile:
- deutlich geringerer organisatorischer Aufwand
- strukturierter und nachvollziehbarer Wechselprozess
- weniger Risiko vergessener Zahlungen
- Zeitersparnis
- rechtliche Absicherung
Wo liegen die Grenzen des Kontowechselservices?
Trotz aller Vorteile ist der Kontowechselservice kein Selbstläufer. Typische Einschränkungen sind:
- Zahlungspartner reagieren nicht oder verspätet
- selten genutzte Lastschriften werden nicht erkannt
- jährlich oder unregelmäßig abgebuchte Beträge fehlen
- Abonnements außerhalb des SEPA-Lastschriftverfahrens werden nicht erfasst
Tipp: Der Kontowechselservice ersetzt keine eigene Kontrolle
Welche Zahlungen sollte man selbst prüfen?
Besonders wichtig ist die manuelle Überprüfung folgender Punkte:
- Streaming- und Software-Abos
- Versicherungen
- Vereinsbeiträge
- Kreditraten
- Mitgliedschaften
- Einmal jährlich abgebuchte Gebühren
Tipp: Liste aller Zahlungspartner aus den letzten 12 Monaten anlegen
Sollte man das alte Konto sofort kündigen?
Ein sofortiges Kündigen des alten Kontos ist meist nicht empfehlenswert. Sinnvoller ist:
- eine Übergangsphase von 1–3 Monaten
- parallele Nutzung beider Konten
- erst kündigen, wenn alle Zahlungen sicher laufen
Tipp: Vorsicht bei Gehalt, Miete und Versicherungen
Für wen lohnt sich der Kontowechselservice besonders?
Der Kontowechselservice ist besonders sinnvoll für:
- Personen mit vielen Daueraufträgen
- Haushalte mit vielen Zahlungspartnern
- Menschen, die ungern organisatorische Aufgaben erledigen
- Kundinnen und Kunden, die erstmals die Bank wechseln
Fazit: Kontowechselservice nutzen
Der gesetzliche Kontowechselservice hat den Bankwechsel deutlich vereinfacht. Er nimmt Kundinnen und Kunden viel Arbeit ab und senkt das Risiko von Zahlungsfehlern.
Wer den Kontowechselservice nutzt, Zahlungspartner überprüft und eine Übergangsphase einplant, kann sein Girokonto heute stressfrei wechseln.
